Montag 9.11.2009
Sydney. Eines der größten Sportereignisse der modernen Neuzeit ereignete sich heute im Glebe Point YHA Hostel in Sydney, Australien. Drei deutsche Recken kamen auf der Dachterrasseeee in Glebe zusammen um den deutschen Meister der Australienreisenden aus Raum 303 des Hostels untereinander auszufechten. Das Teilnehmerfeld bestand aus Matthias Schumacher (Münster, Deutschland) und den zwei Badnern Frederik Schwarz und Christian Schopf (beide Pforzheim, Deutschland).

Glebe

Die Regeln waren hart, doch sie entsprachen den international anerkannten UNO-Regeln.
Die Meisterschaft ist beendet, wenn der erste Teilnehmer die Punktzahl von 1000 erreicht oder überschreitet. Wenn einer alle Karten von der Hand hatte wurden die Zahlen auf den Karten addiert, Aussetze- und Richtungswechselkarten zählten 10 Punkte, Farbwünsche- und Aufnehmekarten zählten 15 Punkte und die 4 Aufnehmfarbwünschkarte zählt 20 Punkte. Pro gewonnener Runde, gibt es für den Gewinner ein Stern. Am Ende der Meisterschaft bekommt derjenige Spieler mit den meisten Sternen 100 Punkte erlassen.
Leider faden sich zu diesem Großereignis keine Zuschauer ein. Den was sich auf diesem Tag auf einem Dach hoch über Sydney abspielte war ganz großer Sport. Die Mienen der Kontrahenten waren versteinert, die Anspannung und Konzentration war greifbar. Schon früh im Spiel zeigte eine leichte Tendenz. Frederik Schwarz rannte schon zu Beginn des Spiels seiner Form hinter, ob es an der falschen Taktik oder einfach nur am Glück lag, lässt sich an dieser Stelle nur vermuten. Mit einer nie zuvor gesehen Hand von 102 Punkten sicherte sich der ehemalige Zivildienstleistende einen Eintrag in die Geschichtsbücher. Einen stetigen Führungswechsel gab es dagegen zwischen dem Ex-Soldaten und dem ehemaligen FSJ’ler aus dem Enzkreis.
Nach 4,5 Stunden hartem Kampf und 39 gespielten Händen stand das Endergebnis fest. Durch eine 44er Hand beendet Frederik das Spiel mit der Gesamtsumme von 1022. Da sich nur drei Teilnehmer zu diesem Kampf der Giganten einfanden bedeute das für den Nordstädler trotzdem die Bronzemedaille. Den Vizetitel sichere sich mit 617 Punkten Christian Schopf. Mit 477 Punkten und den meisten Sternen (16), was den Abzug von 100 weiteren Punkten zur Folge hatte, wurde Matthias Schumacher mit letztendlich 377 Punkten Sieger der 1. UNO Glebemeisterschaft.

Samstag 14.11.2009
Golf Meisterschaft Heute wurde ich Zeuge einer etwas anderen „Sportart“. Um 10 Uhr klingelte mein Handy und Norman wollte wissen, ob ich Lust habe seinen Freund Jerry bei der Australischen Meisterschaft im Golfautomaten zu unterstützen. Ich bejahte und wir fuhren mit dem Bus nach Coogee. Während der Fahrt überlegte ich mir, was mich dort erwarten würde, aber keine Vorstellung entsprach letztendlich der Realität. In der Lobby eines Hotel, direkt am Strand waren, fünf Golfspielautomaten aufgebaut. Man kann sich das ganze wie ein Golfspiel auf einer Spielkonsole vorstellen, nur das man eben vor einem Automaten steht. Man erklärte mir, dass es ziemlich schwierig und hoch kompliziert sei und wir ja hier schließlich bei den Australischen Meisterschaften sein und die drei Bestplatzierten sich für die Weltmeisterschaft in Las Vegas qualifizieren. Ich Kulturbanause habe mich dann irgendwann abgesondert und habe mich unwichtigen Dingen, wie dem wunderschönen Wetter und dem Strand, gewidmet. Mal ehrlich, wie kann man an einem sonnig und warmen Sommertag direkt neben dem Strand den ganzen Tag vor Automaten verbringen?

Coogee 1Coogee 2Coogee 3

Sonntag 15.11.09
Anne und ich machten uns heute Mittag auf den Weg zum Glebefestival. Fast die komplette Glebe Point Road war gesperrt worden um das Straßenfest stattfinden zu lassen. Als wir am AB Hotel ankamen sahen wir nur noch Menschenmassen, die versuchten irgendwie voranzukommen. Ein Highlight war die deutsche Würstlesbude „German sausage hut“, da die Schlange aber eine Wartezeit von ungefähr 30-40 Minuten beanspruchte entschlossen wir uns doch auf einen Japaner auszuweichen.

Glebefest

Diese Woche habe ich keinen Tag Arbeit gefunden, was schon ein wenig deprimierend ist. 80% der australischen Rucksackreisenden starten in Sydney und die meisten wollen erst einmal, so wie ich, Geld verdienen. Vielleicht wäre in Melbourne oder Adelaide anzufangen einfacher gewesen, aber warum einfach wenn man es auch schwer haben kann.. Ich habe mich für diesen Weg entschieden und so werde ich mich hier versuchen durch zuschlagen noch bin ich voll Energie und Tatendrang einem Job zu finden.

Bis dann

Euer

Chris