Der Morgen begann schon sehr sehr gut. Caro rief mich an und fragte, ob ich nicht Lust habe mit ihnen ins neue Jahr zu feiern. Da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung hatte wie ich ins neue Jahr feiern sollte bejahte ich.
Nach einer Runde Duschen ging es dann mit Norman zum „Newtown Thai II“.
Wie schon die Tage zuvor, war die Stadt komplett überfüllt mit Touristen.(Nein, ich bin kein Tourist, ich bin Reisender. Und da ich ja schon seit drei Monaten in Sydney wohnen, kann mich schon als „local“ bezeichnen) An jeder Ampel hört man mehr Deutsch als Englisch und dauernd stößt man mit Menschen zusammen, weil es einfach viel zu voll ist. Mit dem Bus ging es dann nach Balmain, wo die anderen schon in einem Park sich breit gemacht hatten. Der Park, welcher einen direkten Blick auf die Harbour Bridge bot, hatte im Oktober erst aufgemacht und war somit noch auf keiner Karte und ziemlich unbekannt und somit auch nicht überfüllt. Die Zeit vertrieben wir uns mit Austausch von Reiseerfahrungen.

Um 21 Uhr war dann das erste kleine Feuerwerk, was bei uns in Deutschland schon als großes durchgehen würde. Kurz vor Mitternacht war der Park dann doch noch richtig voll geworden. Punkt 00:00 Uhr (da war es in Deutschland gerade einmal 14 Uhr mittags) ging es dann richtig los. Wenn die Australier eine Sache können, dann ist es ein Feuerwerk machen. Es gab ja nicht nur eins, sondern mehrere über den ganzen Hafen verteilt. Es machte einfach nur Boom und der Himmel war die ganze Zeit hell erleuchtet. Manchmal hatte man das Gefühl, dass die Australier ihren geliebten „Kleiderbügel“ in die Luft sprengen wollen, weil man zwischen drin vor lauter Farben und Pyrotechnik die Harbour Bridge an sich gar nicht mehr sehen konnte. Die Australien zeigen große Emotionen, wenn es um das Feuerwerk geht, aber dass man jeden in den Arm nimmt und ihm ein „Frohes neues Jahr“ wünscht, haben sie noch nicht so ganz herausgefunden.

An dieser Stelle möchte ich meinen Hamburgern vor allem Caro aber auch Janna, Leo, Lulu, Michelle und Jens danken. Ich hätte mir kein tolles Neujahr vorstellen können, ihr seit einfach voll toll.

Da der Park um ein Uhr geschlossen wurde, packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns auf die Heimreise. Der Verkehr war so schlimm, dass man zu Fuß besser voran kam, als mit dem Bus oder einem Taxi. Nach 2h40min Fußmarsch kam ich dann glücklich um 3:50 Uhr in der Wohnung in Erskineville an. Nach einigen Telefonaten aus der Zukunft 2010 in die Vergangenheit 2009 in Deutschland, war es schon so spät, dass ich duschen ging und meine Rucksack packte. Um sechs Uhr morgen, schnallte ich mir meinen Rucksack auf den Rücken und fande zum Glück gleich ein Taxi, das mich zum International Terminal brachte. Nach einem Tee und einem Sandwich machte ich mich dann zum Gate 61 auf. Als Boardingtime war strömten wahre Menschenmassen in Richtung Flugzeug. „Entweder bin ich falsch oder es muss eine richtig große Maschine sein“ dachte ich mir so im Stillen. Und es war eine große Maschine. Ein neuer Airbus A380. Eigentlich hatte ich vor die drei Stunden Flug nach Auckland zu nutzen um wenigstens ein bisschen Schlaf nachzuholen. Aber das Mediasystem mit Touchscreen hielt mich davon ab. Es hab so viele Filme (ein Ordner war komplett voll mit über 30 Disney Filmen), Serien und Musik. Ein kleines Schmankerl waren die drei Kameras die unter dem Flugzeug, an der Nase und am Heckflügel installiert sind. Das Essen war richtig gut, in den Passion Fruit Cheesecake hätte ich mich reinsetzen könne, der war weltklasse. So macht fliegen einfach Spaß. Ich hätte noch ewig so weiterfliegen können.

In Auckland gelandet ging es erstmal durch die Passkontrolle, wo man mir ein drei monatiges Besuchervisa ausstellte. An Gepäckfließband angekommen, begann das übliche Kopfspiel „Wo ist mein Koffer und hoffentlich ist er auch da“. Dieses Mal wurde es jedoch von ein paar Polizisten unterbrochen die uns aufforderten alle Taschen auf den Boden zu stellen, damit die Hunde sie beschnuppern und somit kontrollieren konnten. Nachdem ich meinen Rucksack hatte ging es zum Busterminal wo alle 15min ein Bus in die Stadt fährt. Im Hostel angekommen, konnte man meine Reservierung nicht finden und so musste ich meine Reservierungsnummer im Internet heraussuchen, weil ich vergessen hatte sie mir aufzuschreiben. Wichtiger Tipp an dieser Stelle: Schreibt euch immer eure Reservierungsnummer auf!!!
Nachdem ich dann doch in den endlosen weiten des Systems gefunden wurde, konnte ich endlich einchecken. Mein Busticket nach Paihia habe ich auch gleich gebucht und dann bin ich vollkommen erschöpft nach ungefähr 30h auf den Beinen um 16:30 Uhr ins Bett gefallen und habe erst einmal für vier Stunden geschlafen.

Nach dem Aufstehen ging ich auf die Suche nach etwas essbarem. Ich entschiede mich für einen Dönerladen. Wohl genährt und immer noch hundemüde liege ich jetzt in meinem Bett und sollte schnell schlafen, weil morgen früh der Wecker um 7 Uhr klingelt, damit ich den Bus nach Paihia erwische.

Das Abenteuer Neuseeland hat begonnen.

Bis dann.

Euer
Chris