Ich bin in Rotorua. Der Schwefelhauptstadt der Welt. Wenn man in Rotorua aus dem Bus aussteigt, wird man von einem starken Schwefelgeruch umhüllt. Die Stadt liegt im Krater eines früheren Vulkans und dieser ist übersäton „Hot Water/Mud Pools“ ( Löcher in der Erde wo heißes Wasser oder eben Schwefeldampf aufsteigt). Es dauert einen Tag bis man sich an den Geruch gewöhnt hat, aber sobald man aus der Stadt raus und wieder rein fährt, merkt man wieder, dass hier irgendwas komisch riecht.

Für Neuseeland habe ich mir vorgenommen in jeder Stadt erst einmal einen Orientierungsrundgang zu unternehmen und mich über die Attraktionen der jeweiligen Stadt zu informieren. Warum ich das mache ist schnell erklärt, da die gesamte Aktion „Neuseeland“ mehr als spontan war, habe ich keine Ahnung was es wo gibt. „Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel. Man weis nie was man bekommt“ und genauso geht es mir in Neuseeland.

Die Hostelsuche war auch etwas für sich. Da ich natürlich nicht nachgefragt habe, wo mein Hostel ist, lief ich einfach los. Die Adresse hatte ich ja. Dachte ich. Als ich nach 10min an einer Kreuzung stand, wo ich eigentlich hätte geradeaus laufen müssen sah ich rechts in der Straße groß das YHA Zeichen. Was soll das den? In Rotorua gibt es nur ein YHA und das ist in ca. 600m weiter die Straße runter. Falsch gedacht. Das YHA in Rotorua ist ziemlich neu und dem Büchlein (gab es kostenlos am Hostel), das ich hatte stand noch das alte YHA drin. Tipp : Überprüft immer die Aktualität eures Reiseführers.

Als ich dann in meinem Zimmer war und ein kleines Schläfchen gemacht hatte ging es in den nahe gelegen Park. Der Park ist von „Pools“ nur so übersät und deswegen riecht es hier besonders stark nach „Faulen Eiern“. An einer Stelle konnte ich das Wasser, was aus dem Boden kommt, anfassen. Tipp : Wenn Wasser blubbert, ist es meistens auch verdammt heiß

Es ist schon beeindruckend wenn heißes Wasser aus dem Boden kommt und überall Dampf aus dem Boden aufsteigt. Im Park gib es auch kleine Wasserbecken, die mit Wasser aus den „Pools“ gefüllt werden. Man kann einfach seine Füße hinein baumeln lassen und entspannen. Angeblich soll das Wasser eine heilende Wirkung haben. Naja mal schauen, ob es irgendwelche Auswirkungen auf mich hat. Tipp: Wenn ihr das macht, wascht euch danach gründlich die Füße mit Wasser und Seife, sonst riechen eure Schuhe nach Schwefel.

Am Samstag stand dann ein großes Highlight auf der Tagesordnung. Eine Reise nach Hobbingen. Für alle diejenigen, die die Herr der Ringe Trilogienicht gesehen oder die BBücher nicht gelesen haben: Hobbingen ist der Ort wo die Hobbits wohnen. Und in der Nähe von Matamata war der Drehort für Hobbingen, welches in den Herr der Ringe Filmen zu sehen ist. Der Drehort ist eigentlich eine riesen große Schaffarm. Kleine Anekdote wie es dazu kam, dass genau diese Farm ausgesucht wurde.
Peter Jackson suchte überall in Neuseeland nach geeigneten Drehorten für Hobbingen. Als seine Scouts die Farm entdeckten, wollte er sie sich natürlich ansehen. Also fuhr er zum Haus der Besitzer. Er klopfte und nach einer Weile machte ein älterer Herr auf und frage was er den um Himmels Willen wolle, es ist Samstagabend und Neuseeland spielt gerade gegen Australien im Rugby. (Das ist für Neuseeländer so, wie wenn Deutschland im Fußballgegen EEngland Italien und Frankreich gleichzeitig spielen würde) Er würde gerne sich die Farm anschauen und sie für einen Filmdreh benutzen antwortete Jackson. „ Ja, dann schau sie dir halt an, mach die Tore aber immer zu und lass mich in Ruhe weiter Rugby schauen.“ motze der ältere Herr und knalle die Haustüre zu. Peter Jackson sah sich die Farm an und für ihn war es der perfekte Drehort. Als die Verträgee und alles eine Woche später unterschrieben waren frage der alte Mann Jackson, was für einen Film er denüberhauptt drehen wollte und warum er eine Verschwiegenheitsklausel unterschreiben musste. „Wir drehen die Herr der Ringe Trilogie“ erwiderte Jackson. Der ältere Herr sah ihn nur ungläubig an und fragte: „Herr der was?

Am Drehort selber steht nicht mehr so viel wie ich erwartet habe. Natürlich sind die Löcher der Häuser, die Partywiese mit Partybaum und die Wege noch vorhanden, aber man sollte den Film gesehen haben damit man weis wie alles ursprünglich aussah. In ein paar Monaten wird alles wieder rekonstruiert, weil dann die Dreharbeiten für „Der kleine Hobbit“ beginnen. Man bekommt dort jedoch schon die Atmosphäre mit und es ist ein tolles Gefühl genau dort zu sein, wo einer der größten Filme aller Zeiten gedreht wurde, von der super schönen Landschaft mal komplett angesehen. Also ich würde mir dort sofort ein kleines Ferienhaus hinstellen.

Nach der Tour wartete noch eine Schafschervorführung auf dem Plan. Wir konnten gar nicht so schnell schauen, wie das Schaf seine Wolle verloren hatte. Ein guter Scherer schafft 200 Schafe am Tag. Aber das i-Tüpfelchen sollte noch erst kommen. In einem kleinen Gehege waren drei Wochen alte Lämmlein und wir durften sie füttern. Die kleinen Dinger waren so flauschig und süß. Ich habe mich verliebt.

Nach einem sehr entspannten Sonntag, war der Montag wieder voll mit Ereignissen.
Morgens ging es zum Sledging. Es ist nicht gerade einfach zu erklären aber ich versuche es einfach und die Bilder werden euch dann helfen es zu verstehe. Man zieht einen Neoprenanzug an , schnallt sich eine Schwimmweste um, setzt sich einen Helm auf den Kopf und schlüpft mit den Füßen in schräg abgeschnittene Flossen. Man sucht sich einen Wildwasserfluss auf dem man auch Raften kann und nimmt sich eine Art Bob mit zwei Griffen. Man springt ins Wasser und „sledged“ dann halb im Wasser und halb auf dem Bob den Fluss herunter. Eine mega coole Sportart. Wenn ihr die Wahl zwischen Rafting und Sledging habt, probiert unbedingt Sledging aus, ich konnte überhaupt nicht genug davon bekommen.

Nach einer wohltuenden warmen Dusche zog ich mich nett an und wurde zum Maori Konzert abgeholt. Nach der Begrüßung, bei der erst einmal festgestellt wurde, wie viele verschiedene Nationen an diesem Abend vertreten waren (An diesem Abend waren es 18) lauschten wir 1,5h dem Konzert, bei dem uns auch verschiedene Sachen, wie die Tattoos oder die Waffen erklärt wurden. Nach dem Konzert gingen wir zurück ins Zelt wo ein riesiges Buffet mit ganz viel leckerem Essen aufgebaut war. Das Fleisch und Gemüse wurde auf „Hangi“- Art (Im Erdofen) zubereitet und schmeckte einfach unglaublich lecker. Papa, wir müssen wenn ich wieder daheim bin, ein großes Loch im Garten ausgraben, damit wir auch Hangi machen können.

Komplett überfüllt ging es dann zum kleinen Verdauungsspaziergang in den Rainbowspings Park, wo uns verschiedene llandestypischen Tier gezeigt wurden. Das Highlight war dann das Kiwigehege (nein, nicht die Frucht, sondern der Vogel) durch das wir laufen durften. Kiwis sind verdammt groß. Ich hätte gedacht, dass sie so groß wie Amseln sind, aber die sind so groß wie Hühner.
Abends viel ich müde vom Sledging, vollgegessen vom Hangi und happy über die live gesehen Kiwis ins Bett.

Bevor ich dann heute meine Weiterfahrt nach Taupo antrat, kam ich noch in den Genuss einer weiteren neuseeländischen Spezialität. Ihr kennt bestimmt alle die großen Plastikbälle in denen man laufen kann. Rotorua ist der Geburtsort dieser „Zorbs“ und hier ist auch eine der zwei Orte in der Welt, wo man sich in einen dieser Zorbs rein setzt, ein bisschen Wasser dazu gibt und sich einen Hügel runter rollen lassen kann. Ein mega cooles Erlebnis, es ist ein bisschen wie Kamikaze auf der Wasserrutsche nur viel lustiger.

Momentan bin ich im Bus auf dem Weg nach Taupo. Mal gespannt was mich dort alles erwartet.

Fazit Rotorua:
Die Neuseeländer (Kiwis) haben schon komische aber mega coole Ideen, in einem Plastikball einen Hügel herunter rollen oder mit einem Bob einen Wildwasserfluss hinunter fahren
Hangi oder auch „Maori Mikrowelle“ ist eine super Art zu kochen