Die Nordinsel liegt hinter mir und nun wartet die hochgelobte Südinsel Neuseelands. Die Überfahrt auf die Südinsel dauerte 3h. Ich hatte mir einen gemütlichen Platz auf dem Terrassendeckk gesichert und noch bevor die Fahrtlos gingng zog ich mir meinen Pulli an, weil es, wie sollte es aucanderss in „windy Wellington“ sein, windete. Nach gut einer Stunde fuhren wir in eine Nebelwand. Es windete stärker und wurde schweine kalt. Schnell meine Jacke und Wollmütze ausgepackt und darin eingemummelt. Zu Beginn der Fahrt gab es keinen freien Platz mehr auf dem Deck, mit der Zeit waren wir nur noch zu dritt, weil sich alle anderen ins Warme verzogen hatten. Als die Nebelwand vorüber war, sah man schon die ersten Stücke der Südinsel. Mein Durchhalten bei der Kälte wurde mit einem super schönen Blick auf die ersten Teile der Südinsel belohnt. Einfach wunderschön.

Erste Station auf der Südinsel ist Nelson. Als ich vorgestern um ca. 18 Uhr ankam war hier alles tot. Müde von der Bus-Fährenfahrt beschloss ich den Orientierungsrundgang auf den kommenden Tag zu verlegen und mich erstmal zu erholen.

Nachdem ich gestern meinen Kajaktrip für den Abel Tasman Nationalpark gebucht hatte ging es auf Erkundungstour in die Stadt. Vollkommen in Gedanken versunken tauchte plötzlich etwas großes rotes vor mir auf. Ich rieb meine Augen. Ich träumte nicht, es war eine fahrbare Würstlesbude. Alleine eine Würstlesbude in Australien zu finden ist schon ein Highlight, weil die Australier vieles können, aber definitiv keine Würstchen machen. Doch das aller aller Beste war die Aufschrift „Wurstwagen. German Sausage cart“. Auf der Karte standen, Fleischkäse, Currywurst, Bockwurst und Fleischküchle. Ich bestellte mir erst einmal eine doppelte Currywurst. Nachdem diese so schnell in meinem Magen verschwunden war, kamen noch zwei Fleischkäseweckle hinzu. Nach mehr als 130 Tagen hatte ich das erste Mal wieder Fleischkäse gegessen. Einfach nur toll.

Mein Tag heute begann um 7 Uhr. Nach 15 Minuten warten im strömenden Regen wurde ich von einem Bus abgeholt der mich zum Abel Tasman und zu meinem Trip fuhr. Dort angekommen erwarteten mich dann weniger erfreuliche Nachrichten. Dadurch, dass es wie aus Eimern schüttet und noch dazu stürmt muss meine Kajaktour abgesagt werden. Na toll. Man erklärte mir, dass wir vielleicht in fünf Stunden starten könnten, falls sich das Wetter bis dahin bessert. Also beschloss ich einen 4,5h walk durch den Abel Tasman zu machen und mit viel Glück dann meinen Kajaktrip später machen zu können. Seit dem Regenwaldtrip in Thailand, wo ich zwei Tage eigentlich ununterbrochen durchnässt war, macht mir Regen nicht mehr viel aus. Nach einer entspannten und landschaftlich überwältigenden Wanderung kam ich wieder zurück zum Base Camp. „Tut uns Leid, aber wir können leider immer noch nicht raus aus Meer.“ Naja, war echt schade. Aber man muss alles immer positiv sehen. Da ich den Kajaktrip nicht machen könnte, bekam ich mein Geld zurück und hatte einen kostenlosen Transfer vom Hostel zum Abel Tasman und zurück.

Vollkommen nass und kalt ging es dann erst einmal unter eine heiße Dusche und danach ins kuschelig warme Bett. Irgendwann kam Jana, ein Freiburgerin, ins Zimmer und wir verabredet uns zum Abendessen. Nach langem Suchen entdeckten wir eine Pizzeria und gönnten uns leckere italienische Speisen. Zwei positiv bekloppte hatten sich gefunden. Wir zwei sind vollkommen auf einer Wellenlänge und werden uns auf jeden Fall wieder in Deutschland sehen.

Jetzt geht’s aber auch in die Heia. Morgen steht wieder eine ewig lange Busfahrt zum Franz Josef Gletscher an.

Bis dann.

Euer

Chris