Vorgestern kam ich nach einer 10 stündigen Fahrt in Franz Josef an. Ich bin echt mal gespannt wie viele Busstunden ich am Ende meiner Neuseelandreise abgesessen habe, nur um von einer Stadt in die andere zu kommen. Die lange Fahrtzeiten haben verschiedene Gründe:
1.Darf man auf neuseeländischen Straßen maximal 110km/h fahren.
2.Oft sind die Straßen so kurvenreich, dass man fast nie über 100 fahren kann.
3.Die Einweg-Brücken. Neuseeland hat viele Berge und man muss andauernd über Brücken fahren. Nur haben die Kiwis die Brücken nur einspurig gebaut. Das heißt, dass man so lange warten muss bis der entgegenkommende Verkehr drüber ist.
4.Die vielen Stops, die manchmal einfach nur unnötig sind.

Franz Josef ist ein kleines, von Bergen umgebene Dörfchen. Ich glaube hier gibt es mehr Hostels und Motels als normale Wohnhäuser. Hier gibt es auch nicht viel zu erleben, außer den Franz Josef Gletscher, den ich gestern in Angriff genommen habe.

Da man den Gletscher nur mit einer geführten Tour besteigen darf, machte ich mich am gestrigen von Sonnenschein erfülltem Morgen auf zur Gletschertourfirma. Dort wurden alle anwesenden erst einmal mit Wanderschuhe, einem Stahlgeschirr mit Spikes für die Schuhe und einer blauen Regenjacke ausgestattet. Mir dem Bus ging es dann in einer 15 minütigen Fahrt zum Franz Josef Gletscher. Dort angekommen wurden drei Gruppen gebildet. Die sportliche, die normale und die ruhige. Ich habe mich natürlich zur Sportlichen gestellt, als ehemaliger Sport FSJ’ler hätte ich nicht einmal über die anderen Gruppen nachdenken dürfen. Jede dieser drei Gruppen wurde dann nochmal in zwei Gruppen aufgeteilt. Als wir dann endlich sechs Gruppen mit je elf Teilnehmern hatten ging es dann zum Gletscher. Nach einem 45 minütigen Marsch, durften wir endlich unsere Spikes anziehen und das erste mal den Gletscher betreten. Nach sechs Stunden auf dem Gletscher mit durch Gletscherspalten zwengen und durch Gletscherhöhlen klettern ging es dann wieder zurück ins Dorf. Von der Tour selber gibt es nicht viel zu erzählen, außer das wir eine super lustige Truppe waren. Ich lasse lieber Bilder sprechen.

Zum Glück hatte ich vorgestern den Wetterbericht gelesen und gestern meine Gletschertour gemacht. Heute regnet es wie aus Eimer und ich habe mich im mollig warmen Bett und im Aufenthaltstraum mit offenem Kamin entspannt.

Morgen geht es wieder mit dem Bus neun Stunden nach Queenstown. Von dieser Stadt habe ich schon so viel gehört. Ich bin echt gespannt, was die Welthauptstadt des Adrenalins für mich bereit hält.

Bis dann.

Euer

Chris