In Christchurch angekommen ging es dann wie immer erstmal auf Erkundungstour. Nachdem ich einige Schachpartien auf dem Platz vor der Kirche verfolgt habe ging es in den Botanic Garden. Dort las ich dann meinen Sherlock Holmes zu Ende und beendete den Tag mit einem überragend guten Souvlaki.

Der 9.2.2010 ist auch wieder so ein Tag den ich nicht vergessen werde. Morgens ging es ziemlich früh mit dem Bus los. Irgendwann kamen wir dann auch in einem kleinen Städtchen an, indem früher ausschließlich nur französische Immigranten beheimatet waren.. Ich ging ins Office um mich anzumelden und bekam einen Neoprenanzug und eine Schnorchelausrüstung. Was hatte ich gebucht? Wir fuhren mit einem kleinen Boot Richtung offenes Meer und hielten immer wieder Ausschau nach dem begehrten Objekt. Bei unserem ersten Wassergang waren dann leider doch keine. Ebenso beim zweiten Mal. Doch irgendwann fanden wir welche und alle gingen wieder ins eiskalte Wasser. Kopf runter und da schwammen sie ca. 1m vor mir entfernt: wilde Hecktor Delfine. Die kleinsten Delfine der Welt, deren Finne so aussieht wie ein Mickey Maus Ohr. Einfach ein überwältigendes Gefühl und mir war das Strahlen gar nicht mehr vom Gesicht zu nehmen. Als sie irgendwann weg schwammen stiegen wir wieder ins Boot und manche verschütteten vor lauter Zittern ihre heiße Schokolade. Aber es hat sich wirklich gelohnt.

Der darauf folgende Tag war mal wieder ein Reisetag. Mit dem Bus ging es nach Picton und von dort mit der Fähre wieder nach Wellington.

Am Donnerstag den 11.2.2010 machte ich mich auf zum Cable Car und dann in den Botanic Garden Nach einigen Stunden in der grünen Oase lief ich dann zum neuseeländischem Parlament. Stündlich kann man kostenlos!!!! eine Führung durch das Parlament in Wellington machen. Während der einstündigen Führung bekommt man einen interessant und lustig gestalteten Crash Kurs vom politischen System in Neuseeland. Es hat sich echt gelohnt und vor allem war es kostenlos.

Der darauf folgende Tag stand dann wieder ganz unter dem Motto „Herr der Ringe“. Ich machte eine Tagestour zu den verschiedenen Schauplätzen wo Szenen der Trilogie gedreht wurden. Ich dachte mir schon, das vieles was man im Film sieht nicht real ist, aber das so viel Fake ist, einfach unglaublich. Wer genaueres zu den Filmen wissen und ein paar Insiderinfos haben möchte, soll einfach Bescheid geben und dem erzähle ich dann ein paar Geheimnisse der Filme wenn ich wieder in Deutschland bin.

Meine letzte große Busreise in Neuseeland von Wellington nach Auckland sollte dann nochmal etwas abenteuerlicher werden, als ich es eigentlich geplant hatte. Der Bus sollte um 9 Uhr in Wellington losfahren und ich sollte nach 12h Fahrt in Auckland ankommen. Morgens um 8:30 Uhr machte ich mich dann auf den Weg zum Busterminal. Ich wartete auf einen Bus der mich dorthin bringen sollte, doch lange Zeit kam keiner. Nach 15 Minuten warten kam dann doch ein Bus der mich zum Terminal fuhr. Dort angekommen war es genau fünf Minuten vor neun. Rennend und immer mit einem Blick auf die Uhr gerichtet kam ich Punkt neun Uhr an der Bushaltestelle an, wo mein Bus nach Auckland abfuhr. Er fuhr auch ab, aber leider ohne mich. Genau indem Moment indem ich von der Rolltreppe nach oben kam fuhr er los. Toll, was nun? Ich frage einen Mitarbeiter ob das der Bus nach Auckland gewesen ist. Als er bejahte fluchte ich erstmal eine Runde und stand vollkommen verloren da. Aus dem Nichts tauchte ein normaler Linienbus auf, die Tür sprang auf und der Fahrer meinte ich solle einsteigen. Ich frage ihn dann, warum ich den das tun solle und er erwiderte ich soll gefälligst einsteigen und aufhören rumzufragen, das kostet alles Zeit. Ich stieg also ein und der Busfahrer brauste los. Während der Fahrt erklärte er mir, dass mein Reisebus außerhalb von Auckland nochmal halten würde, um dort weitere Passagiere aufzunehmen und mit etwas Glück würden wir ihn dort noch erwischen, da er extra, wegen mir, einen Weg fährt der gar nicht auf seiner Route steht. Über Funk verständigte mein Busfahrer die Zentrale und frage ob ein Linienbus gerade an der Haltestelle stand und er wenn mein Bus anhält und dem Reisebusfahrer sagen soll, dass er auf mich wartet. Ebenso erklärte er den anderen Passagieren, das wir einen kleinen Umweg machen um mich noch auf meinen Bus zu bringen. Ich hatte eigentlich irgendwelche Wiederworte oder ein Aufstöhnen erwartet doch alle hatten damit überhaupt kein Problem. Wir kamen dort an und als der Reisebus gerade wieder losfahren wollte schnitt mein Linienbusfahrer ihm den Weg ab und lies mich aussteigen. Ich entschuldigte mich bei den anderen Passagieren und bedankte mich bei meinem Linienbusfahrer ein Duzend mal, aber er meinte nur: „Kein Problem, hab ich gerne gemacht“. Der Reisebusfahrer grinste los und meinte, das ich nächstes mal einfach ein bisschen früher aufstehen sollte.
Da ich nun ein erfahrener Busreisender bin, vergingen die 12h wie im Flug und dauernd musste ich über die Aktion schmunzeln die mich überhaupt doch noch in diesen Bus gebracht hatte. Die Neuseeländer oder auch Kiwis sind einfach super tolle, hilfsbereite und liebe Menschen. Ich weis nicht ob ein deutscher Busfahrer so eine Aktion gebracht hätte.

Abends traf ich dann Thanh wieder und wir ließen den ereignisreichen Tag dann bei einem türkischem Essen ausklingen.

Gestern erkundeten wir dann noch die Stadt und machten ein paar Besorgungen.

Jetzt sitze ich wieder im Emiratesflieger und fliege zurück nach Sydney. Meine Neuseelandreise ist somit nun beendet. Als ich in den Flieger einstieg regnete es in Strömen. Nicht nur ich war traurig Neuseeland zu verlassen sondern Neuseeland weinte sogar mich weg fliegen zu sehen.

46 mehr als ereignisreiche Tage habe ich in Neuseeland verbracht. Ich bin aus einem Flugzeug gesprungen, habe meine weltweite Volljährigkeit gefeiert, habe einiges über die Maori und ihre Geschichte gelernt, bin psychisch und physisch an meine Grenzen gestoßen und habe sie überwunden, bin 6h auf einem Gletscher herum geklettert, bin mit wilden Hecktordelfinen geschwommen, bin das erste mal auf der falschen Seite Auto gefahren, …….. Diese Liste lässt sich noch um duzende Punkte erweitern. Ich habe Menschen getroffen die ich genauso wenig vergessen werde, wie die Abenteuer selbst. Einige, wie meine Argentinas werde ich wohl nicht mehr so schnell wieder sehen. Es ist schon komisch wie schnell einem Leute wirklich ans Herz wachsen können. Der Nachteil vom Reisen ist eben das Abschied nehmen und oft sind es eben nicht nur die Landschaft und Städte von denen man sich verabschiedet, sondern eben auch die Menschen die verschiedene Ereignisse zu etwas ganz besonderen gemacht haben. Am Ende bleiben einem nur noch die Erinnerungen. Aber diese werde ich mein Leben lang nicht vergessen.

Bis dann.

Euer

Chris