Ohne größere Komplikationen bin ich mit dem Bus in Dunedin angekommen. Nach einem längeren Fußmarsch zum YHA, musste ich kaum dort angekommen schon wieder umdrehen um den ganzen Weg zurückzulaufen um Jana abzuholen. Zufällig kamen wir am gleichen Tag in Dunedin an und haben beschlossen die drei Tage zusammen zu reisen. Wieder im Hostel wurde unsere kleine Gruppe um ein weiteres Mitglied bereichert, Thanh eine Kindergärtnerin aus Düsseldorf.

Der große Vorteil wenn man zu zweit oder mit mehreren reist ist derjenige, das man sich auch mal einen Salat kaufen kann. Das Essen und einkaufen wird einfach billiger, da man die großen Packungen kauft, die für einen alleine viel zu groß und teuer wären.. Deshalb gab es bei uns drei immer super gesundes und vor allem viel Essen.

Am zweiten Tag haben wir eine Erkundungstour durch die Stadt gemacht, die dann bei einer Führung durch die Cadbury Schokoladenfabrik endete. Wir sind mit Taschen voller Schokolade wieder ins Hostel zurück ,weil wir fast immer die Antwort auf die gestellten Fragen wussten. Und für jede richtige Antwort gab es immer Schokolade. Das sollten sie mal im deutschen Schulsystem einführen.

Als wir uns am dritten Tag von unserer lieben Thanh verabschieden mussten liefen Jana und ich zur steilsten Straße der Welt. Der 1,5h Fußmarsch war fast genauso anstrengendd wie die 38% Steigung die wir überwältigten um ans obere Ende der Baldwin Street zu gelangen.

Dadurch das wir uns so gut verstanden haben, beschlossen wir auch noch zusammen nach Oamaru zu reisen, wo Jana ein paar Tage im Hostel arbeiten konnte.

Die Reise nach Oamaru begann schon mit kleinen Schwierigkeiten. Als wir beim Busterminal ankamen und einchecken wollten, meinte die Mitarbeiterin, das der Bus vor einer Viertelstunde abgefahren sei. Das kann doch nicht sein, es ist viertel vor eins. Leider war es in Wirklichkeit viertel nach eins. Und Janas Uhr ging um eine halbe Stunde nach. Was nun? Bus weg. Durch Zufall gab es eine Stunde später einen weiteren Bus der nach Oamaru fuhr. So kamen wir dann mit 2h Verspätung im Red Kettle YHA an. Was für ein Auftakt.

Der nächste Tag erwies sich dann als ein eher entspannter. Nachdem ich die Stadt erkundet hatte und Jana fertig mit arbeiten war ging es dann abends zur Blue Pinguin Kolonie. Man sitzt wie auf einer Art Tribune und sobald die Sonne untergegangen ist kommen kleine Grüppchen von kleinen blauen Pinguinen aus dem Wasser die mit ihren winzigen Füßen versuchen die Felsen hochzuhüpfen. Das alleine war schon ein Highlight aber dann die drei wilden Orcas im Meer und die wilden Delfine rundeten den „tierischen Abend“ perfekt ab. Ein kleines Missgeschick gab es dann doch noch. Abends stand auf unseren Essensplan: frische selber gemachte Burger. Leider war mein Anbraten etwas zu scharf für die alte Pfanne und so entstand ein wenig Rauch und da die Küche keine Abzugshaube oder ähnliches besitzt ging sofort der Feueralarm los. Naja, passiert.

Der 4.2.2010 wird mir immer im Gedächtnis bleiben. An diesem sonnigen Donnerstag wollten Jana und ich zu den Moeraki Bolders. Nur da diese 1,5h Fahrt von Oamaru weg sind gab es nur zwei Möglichkeiten, entweder wir machen eine teure Bustour oder wir mieten uns ein Auto und fahren selber. Da wir verarmte Reisende sind haben wir uns für die zweite Variante entschieden. Und während Jana noch im Hostel putzte machte ich mich auf um ein Auto zu mieten. Als ich bei der „Autovermietung“ ankam, dachte ich ich sei auf einem Schrottplatz gelandet. Überall lagen alte Teile herum und ein komplettes Chaos. Ein netter Kiwi mit Blaumann und Schmierflecken im Gesicht frage mich dann ob ich ein Auto mieten wolle. Ich bejahte und als wir so ins Gespräch kamen und ich ihm meinen deutschen Führerschein gab meinte er, das er seine deutsche Verlobte in zwei Wochen heiraten würde und gerade ganz fleißig am Deutsch lernen ist. Meinen internationalen Führerschein wollte er gar nicht, weil er meinte das der deutsche Führerschein der Beste auf der ganzen Welt sei. Er wünschte mir viel Spaß und drückte mir den Schlüssel in die Hand. Da stand ich nun mit dem Schlüssel in der Hand und suchte das Auto. Als ich es gefunden hatte stieg ich ein und wunderte mich wo was Lenkrad ist. Upps. Ich bin ja in Neuseeland und da fahren sie ja auch auf der linken Seite und somit ist das Lenkrad rechts. Also um das Auto rum und auf die „Fahrerseite“. Ich lies den Motor an und fuhr los. Das erste mal auf der falschen Seite Auto fahren und dann noch ohne irgendjemand der mich Tipps geben kann. Da ich in Queenstown einen guten Rat bekommen hatte. „Der Fahrer sitzt immer im Zentrum der Straße“ ( Das gilt weltweit) sagte ich mir diesen Satz die ersten 5 Minuten die ganze Zeit leise im Kopf vor und es hat geklappt. Ich habe so ca. 10 Minuten gebraucht bis ich mich daran gewöhnt hatte auf der „falschen“ Straßenseite Autozufahren. Nachdem ich Jana abgeholt hatte ging es dann zu den Bolders. Die Bolders sind große interessant geformte Steine die nur bei Ebbe sichtbar sind. Abends sind wir dann noch zu den Gelbaugenpinguine. Es hat so viel Spaß gemacht endlich mal wieder Autozufahren und das mit der „falschen“ Seite hat man auch ziemlich schnell raus.

Am darauf folgendenn Tag ging es dann ohne Komplikationen(dieses mal habe ich auch auf meine Uhr geschaut) nach Lake Tekapo. Dort haben wir zwei Tage eigentlich nicht viel gemacht außer entspannt, die schöne Landschaft und Ruhe genossen. Als roommate bekamen wir dann Marie-Sophie ins Zimmer und nachdem wir am zweiten Tag abends super Thai essen waren setzten wir uns dann an den See um den unglaublichen Sternenhimmel zu bewundern. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viele Sterne gesehen. Einfach überwältigend. Irgendwie kamen wir dann dazu deutsche Kinderlieder zu singen. Vorbeilaufende müssen uns für völlig verrückt gehalten haben. Drei Deutsche liegen spät abends am See, schauen in den Himmel und singen Kinderlieder wie „Vogelhochzeit“ von Rolf Zukowski. Es war einfach nur ein super Abend.

Der Sonntag war dann wieder ein Abschied-nehm-Tag. Nachdem wir uns morgens von Marie- Sophie verabschiedet hatten, trennten sich die dann auch die Wege von Jana und mir. Wir fuhren zur gleichen Zeit in Tekapo ab, nur in komplett entgegengesetzte Richtungen. Jana’s nächstes Ziel war Queenstown und mich brachte der Bus nach Christchurch. Jetzt geht es wieder alleine weiter.

Es waren einfach nur neun super lustige Tage mit Jana und „unsere“ Reise könnte auch unter der Überschrichft stehen „Wenn zwei verrückte Badner eine Reise tun“.

Bis dann.

Euer

Chris