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Christians Australien Blog

chris – goes – oz

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Kategorie: Allgemein

Am Dienstag den 9.3.2010 um 17:30 Uhr, 4,5h nach der planmäßigen Abfahrt, startete unser Roadtrip nach Adelaide. Zu den Teilnehmer dieser Reise gehörten Caro, Michl (beide Hamburg), Patrick (Kiel) und ich. Wer schön im Erdkundeunterricht aufgepasst hat, hat jetzt schon bemerkt, das ich nur mit Nordlichtern auf die Reise ging. Da Caro mich aber in den letzten paar Wochen zum Hochdeutsch gezwungen hatte, sollte es eigentlich keine sprachlichen Barrieren geben.
Kurz nach Abfahrt merkten wir, dass unsere Blinker irgendwie verdächtig langsam blinkten. „Oh nein“ schallte es in meinem Kopf „bitte nicht schon wieder“.

Für alle die meine Lichtmaschinen-Story schon kennen dürfen diesen Absatz überspringen, alle anderen sollten ihn lesen. Eines schönen Abends im Jahre 2008 fuhr ich nach einem normalen DVD Abend mit den Jungs, Timo wieder nach Ispringen. Als ich auf die Landstraße einbog, blinkte mein Blinker nicht mit der normalen Blinkgeschwindigkeit, sondern extrem langsamer. Wir dachten uns nichts weiter dabei und fuhren weiter. Beim nächsten Abbiegen, war der Blinker noch langsamer als bei dem Mal zuvor. Plötzlich flackerten meine Scheinwerfer und keine 20 Sekunden später waren sie komplett aus. Wer die Strecke kennt, weis, das es nicht gerade eine kurvenlose ist. Als wir endlich das Ortsschild passierten und von den Straßenlaternen wieder etwas Licht bekamen, ging das Radio aus, kurze Zeit später auch der Motor. Alles tot. Alle Startversuche zum Trotz sprang mein geliebter Nissan Almera nicht mehr an. Wir schoben ihn dann die letzten 200m bis zu Timos Haus und gingen ins Bett. Was war mit meinem Auto los? Die Lichtmaschine war kaputt, d.h. die Batterie wird nicht mehr aufgeladen sondern läuft komplett leer.

Diese Geschichte spiegelte sich vor meinem geistigen Auge in dem Moment ab, als Bruno’s Blinker langsamer blinkte als er eigentlich sollte. Als es leicht zu dämmern anfing machte Michl die Scheinwerfer an und sie hatten nicht die Helligkeit, die sie eigentlich haben sollten. Klare Diagnose: Bruno ist krank. (Die Lichtmaschine ist im Eimer). Da wir nicht ohne Licht weiterfahren konnten suchten wir uns einen Parkplatz und fingen mit kochen an. Unser erstes Abendessen war der beliebte, nicht zu übertreffende, Bagpacker Klassiker: Spirelli mit Tomatensoße.

Ich hatte mich bereit erklärt auf den drei Vordersitzen zu schlafen, was sich spätestens nach der ersten Nacht als ein großer Fehler herausstellen sollte. Patrick schlief im Dach, Caro und Michl auf dem zum Bett umfunktionierten Rücksitzen. Gibt es schönere Wege morgens geweckt zu werden als von Wind und Regen der gegen das Fenster peitscht? Ja, gibt es. Gibt es schönere Dinge als morgens mit Rückenschmerzen aufzuwachen? Ja gibt es. Gibt es einen besseren Weg morgens wachzuwerden als eiskalten Wind und Regen im Gesicht zu haben? Nein, gibt es nicht.
Ziemlich müde und mit sehr kleinen Augen wurde Bruno mittels einer zweiten Batterie wiederbelebt und es ging weiter Richtung zur Great Ocean Road. Nach ein paar Besichtigungsstopps schlief ich hinten auf meinem Sitz ein. Durch mehrmaliges heftiges Ruckeln wurde ich wach. Wir fuhren rückwärts. Rückwärts? Warum zum Teufel fahren wir einen Berg rückwärts herunter. Als ich aus dem Fenster schaute, sah ich, das wir auf der rechten Straßenseite rollten. Wir rollten auf der falschen (rechten) Straßenseite rückwärts. Bewegten uns aber dem Verkehr entsprechend in die richtige Richtung. (Wer es nicht verstanden hat, schickt mir bitte eine Mail und ich schicke ihm dann eine Zeichnung). Michl versuchte vergeblich unzählige Kick-Starts. Als wir am Fuß des Berges ankamen stellten wir uns auf den Straßenrand und Michl baute die andere Batterie ein. Als nächstes Highlight standen dann die zwölf Apostel auf dem Plan. Danach stand, wer hätte es gedacht, Anschieben auf der Tagesordnung. Abends trafen wir dann Marie, Verena und Theresa (Freunde von Michl) die die gleiche Tour, nur in die entgegengesetzte Richtung machten. Unser Nachtlager sollte dieses Mal ein abgelegener „Parkplatz“ mitten in der Pampa sein, wo niemand anderes außer uns war.

Hier eine sehr knifflige Frage: „Was mussten wir machen, bevor an diesem Morgen los fuhren?“ Nein, keine Sonnencreme auftragen, den die Sonne hat sich hinter einer undurchdringlichen Wolkenwand versteckt. Nein, auch nicht abspülen, das kann man in mitten der Pampa ohne Wasser gar nicht. Richtig, Bruno anschieben. Da er aber etwas bockig war mussten wir ihn mit Hilfe des Vans von den Mädels ein bisschen Energie einflößen.

Als wir zur ersten Ampel seit ewigen Zeiten kamen, ging der Motor plötzlich aus. Warum, wir hatten doch gar nichts an, was Strom der Batterie verbrauchen würde. Falsch gedacht. Es gab ja immer noch das Bremslicht. Jegliches Anschieben war vergebens, Bruno war mal wieder tot. Zum Glück gab uns ein Fremder auf dem großen Parkplatz Starthilfe und Michl machte sich auf zu einer Werkstadt um eine neue Lichtmaschine zu besorgen. Nach guten drei Stunden, die Caro, Patrick und ich bei unseren Freunden mit dem goldenen M verbrachten kam Michl mit funktionierender Lichtmaschine wieder. Juhu. Jetzt kann der Roadtrip richtig losgehen. Diese Nacht verbrachten wir in einem kleinen Städtchen, das eher wie eine Geisterstadt aussah. In keinem Haus brannte Licht und alles war wie ausgestorben. An diesem Abend gab es Thai Curry. Es war nicht nur lecker sondern wärmte auch von innen, den wir alle saßen mit langer Hose, Pulli und Jacke am Tisch, weil es einfach nur verdammt kalt war.

Am 12.3. wurde ich dann von Sonnenstrahlen geweckt die sanft meine Nase kitzelten. Das erste Mal seit Beginn des Trips konnte ich meinen Pulli ausziehen. Den Tag verbrachten wir dann in den Grampions, wo unsere Haut das erste Mal seit vier Tagen wieder in Kontakt mit Wasser kam.

Samstags, nach dem ganzen Tag nur Fahren, ohne Anschieben, kamen wir glücklich in Adelaide an. Patrick und ich machten uns dann als erstes auf die Suche nach einem Hostel um dann auch mal wieder richtig zu duschen. Bisher hatte ich nie Probleme ein Bett in einer Stadt zu bekommen, bis zu diesem Zeitpunkt. Dieses Wochenende war das Ende des großen Adelaide Festivals und gleichzeitig war noch das V8 Supercar-Rennen in der Stadt. Wir haben wirklich jedes, und ich meine jedes jedes, Hostel in der Stadt abgeklappert, aber in keinem einzigen war auch nur ein Bett frei. Was nun? Wir mussten also noch einmal eine Nacht im Van schlafen. Nur wo? Offiziell ist es illegal in Australien auf einem Parkplatz zu übernachten. Wer sich jetzt denkt, „Moment mal, wo habt ihr den die vorherigen Nächte geschlafen“ denkt richtig, aber der große Unterschied war, das Adelaide eine richtige Stadt ist und hier dauernd Polizei herumfährt. Wir fuhren zum Strand und fingen an auf dem Parkplatz Essen zu kochen. Für mich gab es Kartoffeln mit Tzaziki. Am Anfang waren wir die einzigen, doch dann kamen immer mehr Autos. Am Ende des Abends waren wir sieben Autos und 25 Leute, die den Parkplatz kurzerhand zu einem Campingplatz umfunktionierten. Niemand hatte ein Hostelbett gefunden und so gründeten wir kurzerhand die „Community of homeless people“ kurz: COHP (Gemeinschaft der Obdachlosen). Die Polizei fuhr öfters vorbei, doch sagte nie etwas. Was hätten sie auch sagen sollen? Es gab kein freies Bett mehr in der Stadt.

Im Annie’s Place bekam ich am nächsten Tag dann das Angebot für freie Unterkunft zu arbeiten. Einem armen Traveller muss man da nicht zweimal fragen. Abends ging es dann mit Franciesca, Vincent und Dan (alles Mitglieder der COHP) in Alice im Wunderland. Gestern verabschiedete ich mich dann von Caro und Michl, die ihre Reise in Richtung Perth fortsetzen. Das Highlight von Adelaide war dann der gestrige Abend, als Franciesca original italienische Spaghetti Bolognese kochte. Einfach himmlisch.

Jetzt sitze ich im Hostel und warte auf mein Shuttle Bus, der mich dann zum Flughafen bringt. Mit Patrick geht es nach Alice Springs und ins Outback. Brühende Hitze und giftige Schlangen erwarten mich schon. Damit werde ich fertig, hauptsache kein Anschieben mehr.

Bis dann.

Euer

Chris

Es ist schon ein komisches Gefühl nach langer Zeit wieder eine große Metropole zu erkunden. Die Anreise war auch so eine Sache für sich. Zwölf Stunden mit den Nachtbus, der bis auf den letzten Platz ausgebucht war. Hinzu kam, dass die Klimaanlage defekt war und nur warme Luft aus den Lüftungsschächten blies. Gegen Kälte kann man ja etwas tun, aber gegen Hitze hilft nur ausziehen und spätestens bei der Badehose ist dann auch Schluss.
Irgendwann kamen wir dann nach einer Nacht in der finnischen Sauna doch noch in Melbourne an.

Mittlerweile finde ich mich ziemlich schnell in neuen Städten zurecht und das öffentliche Verkehrsnetz ist nach kurzer Studie auch leicht zu bewältigen. Doch Melbourne stellte mich wieder vor eine Herausforderung. Wenn ich „City Loop“ lese, denke ich mir, okay, alle Bahnen fahren alle Stationen dieses Stadtrings ab und passieren somit alle wichtigen Knotenpunkte. Naja, wie ich schon so oft ist das logische und organisierte Denken ist Australien nicht immer richtig. Manchmal fahren die Bahnen in die eine Richtung den Cityloop und manchmal die andere. Soviel hätte ich ja auch noch verstanden, aber dann einfach Haltestellen auszulassen oder den Stadtring nur zu Hälfte zu fahren leuchtete mir dann nicht ganz ein. Genauso wenig wie das man von machen Haltestellen nicht zur nächstliegenden fahren kann, was die Karte aber eigentlich anzeigt. Ich habe wirklich versucht das System und die Logik dahinter zu verstehen, aber leider bin ich nicht fündig geworden und somit musste ich immer wieder improvisieren wenn die Bahn nicht so gefahren ist, wie ich mir das eigentlich vorgestellt hatte.

Fast jeden Tag bin ich zu Caro gefahren oder wir haben uns in der Stadt getroffen. Es ist ein schönes Gefühl wieder einen vertrauten Menschen um sich zu haben und nicht dauernd nur die Drei-Tages-Bekanntschaften im Hostel.

Neben meinen verschiedenen Erkundungstouren in Melbourne ging ich dreimal die Woche ins Handballtraining bei „Monash“. In Sydney hatte ich ja schon einen Schock bekommen wie die Hallenverhältnisse etc. sind, aber Melbourne toppte das noch einmal. Die Halle an sich wieder ein harter alter Parkettboden und das „Handballfeld“ war höchstens 2/3 der Größe von einem normalen Feld bei uns in Deutschland. Jeder Spieler zahlt hier für jedes Training 2 Dollar. Nicht etwa um die Trainer oder Bälle zu finanzieren, sondern damit der Verein die Hallenmiete bezahlen kann. Australien ist mehr als ein Handballentwicklungsland. Wie auch schon in Sydney spielen in Melbourne fast nur Europäer. Aber hier läuft bald ein Projekt in den Schulen an, um den Sport bekannt zu machen und vielleicht schaffen es die Australier in ein paar Jahren mal auf den vorletzten Platz bei einer Handball WM und dann auch vielleicht nicht nur mit eingebürgerten Europäern sondern mit „richten“ Australiern.

Am 28.2. hab ich Romi, meine Schweizerin, die ich in Neuseeland kennen gelernt habe, wieder getroffen. Mit ihr halte ich meinen persönlichen Rekord, drei Verabredungen, drei verschiedene Städte (Pahia,Wellington,Melbourne), zwei verschiedene Länder (AUS,NZ). Wenn wir uns dann in Deutschland und der Schweiz wiedersehen, wird das ein persönlicher Rekord sein, den ich wohl nicht mehr so schnell wiederholen kann.

Weis jemand was es am Mittwoch, den 3.3.2010 zu feiern gab? Tipp: Wann habe ich meine Reise begonnen? Richtig!!! Seit genau sechs Monaten bin ich auf der Reise. Wie schnell die Zeit doch vergeht. Und an diesem Tag machte ich mich zum Albert Park auf, wo in einer guten Woche der Große Preis von Australien ausgetragen wird. Ich bin die gesamte Rennstrecke zu Fuß abgelaufen und war nur geringfügig langsamer als Sebastian Vettel in seinem Red Bull. Wenn nicht gerade die Formel 1 Fahrer ihre Boliden durch den Kurs heizen ist der Albert ein ganz normaler Park mit verschiedenen Sportanlagen, Parkplätzen, Parkuhren, usw. Ich habe ein paar interessante Fotos gemacht, z.B. steht direkt an der Boxeneinfahrt eine Parkuhr. Ich finde das schon dreist, das die armen Formel 1 Piloten für die sieben Sekunden Boxenstop eine Parkgebühr zahlen müssen.

Melbourne ist bekannt für seinen drastischen Wetterumbruch. Aber was sich am 5.3.10 abgespielt hat war einfach nur unglaublich. Morgens bin ich mit Badehose, T-Shirt und FlipFlops aus dem Hostel um eine weitere Erkundungstour durch die Stadt zu machen. Nach einem leckeren Sushimittagessen ging es dann noch zum Coles um ein paar Lebensmittel einzukaufen. Als ich mich gerade auf den Weg zurück zum Hostel machen wollte fing es richtig an zu schütten. Da ich keine weiteren Termine an diesem Tag hatte, setze ich mich in ein Cafe und bestellte mir einen Tee und einen Schokomuffin. Es wird schon irgendwann aufhören zu regnen. Doch der Regen wurde immer heftiger. Dann kamen noch kleine Hagelkörner dazu. Diese Hagelkörner entwickelten sich dann von Körner zu Golfbällen und dann zu Tennisbällen. Man konnte im Einkaufszentrum sich fast nicht mehr unterhalten weil der Regen und der Hagel gegen alle Fenster und das Dach peitschte. Asterix und Obelix hatten immer Angst, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt und ich hatte das Gefühl, dass das hier gleich in Melbourne passiert. Mittlerweile war der Boden des Einkaufszentrums komplett nass. Es lies einen mega Schlag und noch mehr Wasser kam aus der Richtung des Supermarkts. Okay, gleich fällt mir wirklich der Himmel auf den Kopf. Der Hagel und die Wassermassen hatten ein ca. 2 Quadratmeter großes Loch in das Dach des Coles gerissen. Die Straßen waren mittlerweile komplett weiß. Als es aufgehört hatte zu hageln und „nur noch“ Wasser vom Himmel kam entschied ich mich, mich auf den Heimweg zu machen. Warum? 1. Im Hostel kann ich mich in mein warmes Bett legen und den Weltuntergang vom Fenster aus betrachten 2. ist es ja nur Wasser 3. ich habe meine Badehose an und 4. kann ich schwimmen. Ich bahnte mich dann durch die Straßen auf denen das Wasser knöchel-bis kniehoch stand. Leider war es verdammt kalt und etwas zitternd erreichte ich dann das Hostel. Im Erdgeschoss stand ca. 10cm hoch das Wasser. Der Strom war ausgefallen und Leute steckten in den zwei Aufzügen fest. Ich gelang dann über das Treppenhaus in den vierten Stock, zog mir trockene Klamotten an und legte mich ins Bett. Nach guten vier Stunden ging dann plötzlich das Licht wieder an. Juhu, wir hatten wieder Strom.
Der Himmel ist mir am Ende doch nicht auf den Kopf gefallen, aber ich glaube er war kurz davor.

Gestern (8.3.10) fuhr ich dann zu Caro, die den Weltuntergang auch überlebt hatte um für unseren Roadtrip nach Adelaide einzukaufen. Das wird auch so was, drei Norddeutsche und ich in einem uralten Van. Caro kritisiert mich schon wie ganze Zeit, wenn ich auch nur ein einziges Dialektwort benutzte.
Bin mal gespannt wie das dann mit drei Norddeutschen werden soll. Morgen geht’s endlich los, mal schaun was mich da für neue Abenteuer erwarten. Solange nicht nochmal die Welt untergeht ist alles gut.

Bis dann.

Euer

Chris

Jetzt bin ich wieder in Sydney, oder besser gesagt ich war in Sydney. Ich sitze, man mag es kaum glauben wieder im Bus und dieses Mal heißt mein Ziel Melbourne. 12 Stunden mit dem Nachtbus.
Die paar Tage in Sydney habe ich damit verbracht verschiedene Leute wie Anne oder Louise wiederzusehen und Neuseeland zu vermissen. Aber jetzt bleibt nicht viel Zeit an die Vergangenheit zu denken. Morgen treffe ich Caro wieder, die seit Silvester zu einer richtig guten Freundin geworden ist. Von Melbourne aus wollen wir dann zusammen irgendwann und irgendwie die Great Ocean Road bereisen und am Ende in Adelaide ankommen. Wie immer habe ich natürlich noch keinen Plan, aber wenn ich eines in Neuseeland gelernt habe dann: A traveller has no fixed plans. (Ein Reisender hat keine festen Pläne)

Bis dann.

Euer

Chris

In Christchurch angekommen ging es dann wie immer erstmal auf Erkundungstour. Nachdem ich einige Schachpartien auf dem Platz vor der Kirche verfolgt habe ging es in den Botanic Garden. Dort las ich dann meinen Sherlock Holmes zu Ende und beendete den Tag mit einem überragend guten Souvlaki.

Der 9.2.2010 ist auch wieder so ein Tag den ich nicht vergessen werde. Morgens ging es ziemlich früh mit dem Bus los. Irgendwann kamen wir dann auch in einem kleinen Städtchen an, indem früher ausschließlich nur französische Immigranten beheimatet waren.. Ich ging ins Office um mich anzumelden und bekam einen Neoprenanzug und eine Schnorchelausrüstung. Was hatte ich gebucht? Wir fuhren mit einem kleinen Boot Richtung offenes Meer und hielten immer wieder Ausschau nach dem begehrten Objekt. Bei unserem ersten Wassergang waren dann leider doch keine. Ebenso beim zweiten Mal. Doch irgendwann fanden wir welche und alle gingen wieder ins eiskalte Wasser. Kopf runter und da schwammen sie ca. 1m vor mir entfernt: wilde Hecktor Delfine. Die kleinsten Delfine der Welt, deren Finne so aussieht wie ein Mickey Maus Ohr. Einfach ein überwältigendes Gefühl und mir war das Strahlen gar nicht mehr vom Gesicht zu nehmen. Als sie irgendwann weg schwammen stiegen wir wieder ins Boot und manche verschütteten vor lauter Zittern ihre heiße Schokolade. Aber es hat sich wirklich gelohnt.

Der darauf folgende Tag war mal wieder ein Reisetag. Mit dem Bus ging es nach Picton und von dort mit der Fähre wieder nach Wellington.

Am Donnerstag den 11.2.2010 machte ich mich auf zum Cable Car und dann in den Botanic Garden Nach einigen Stunden in der grünen Oase lief ich dann zum neuseeländischem Parlament. Stündlich kann man kostenlos!!!! eine Führung durch das Parlament in Wellington machen. Während der einstündigen Führung bekommt man einen interessant und lustig gestalteten Crash Kurs vom politischen System in Neuseeland. Es hat sich echt gelohnt und vor allem war es kostenlos.

Der darauf folgende Tag stand dann wieder ganz unter dem Motto „Herr der Ringe“. Ich machte eine Tagestour zu den verschiedenen Schauplätzen wo Szenen der Trilogie gedreht wurden. Ich dachte mir schon, das vieles was man im Film sieht nicht real ist, aber das so viel Fake ist, einfach unglaublich. Wer genaueres zu den Filmen wissen und ein paar Insiderinfos haben möchte, soll einfach Bescheid geben und dem erzähle ich dann ein paar Geheimnisse der Filme wenn ich wieder in Deutschland bin.

Meine letzte große Busreise in Neuseeland von Wellington nach Auckland sollte dann nochmal etwas abenteuerlicher werden, als ich es eigentlich geplant hatte. Der Bus sollte um 9 Uhr in Wellington losfahren und ich sollte nach 12h Fahrt in Auckland ankommen. Morgens um 8:30 Uhr machte ich mich dann auf den Weg zum Busterminal. Ich wartete auf einen Bus der mich dorthin bringen sollte, doch lange Zeit kam keiner. Nach 15 Minuten warten kam dann doch ein Bus der mich zum Terminal fuhr. Dort angekommen war es genau fünf Minuten vor neun. Rennend und immer mit einem Blick auf die Uhr gerichtet kam ich Punkt neun Uhr an der Bushaltestelle an, wo mein Bus nach Auckland abfuhr. Er fuhr auch ab, aber leider ohne mich. Genau indem Moment indem ich von der Rolltreppe nach oben kam fuhr er los. Toll, was nun? Ich frage einen Mitarbeiter ob das der Bus nach Auckland gewesen ist. Als er bejahte fluchte ich erstmal eine Runde und stand vollkommen verloren da. Aus dem Nichts tauchte ein normaler Linienbus auf, die Tür sprang auf und der Fahrer meinte ich solle einsteigen. Ich frage ihn dann, warum ich den das tun solle und er erwiderte ich soll gefälligst einsteigen und aufhören rumzufragen, das kostet alles Zeit. Ich stieg also ein und der Busfahrer brauste los. Während der Fahrt erklärte er mir, dass mein Reisebus außerhalb von Auckland nochmal halten würde, um dort weitere Passagiere aufzunehmen und mit etwas Glück würden wir ihn dort noch erwischen, da er extra, wegen mir, einen Weg fährt der gar nicht auf seiner Route steht. Über Funk verständigte mein Busfahrer die Zentrale und frage ob ein Linienbus gerade an der Haltestelle stand und er wenn mein Bus anhält und dem Reisebusfahrer sagen soll, dass er auf mich wartet. Ebenso erklärte er den anderen Passagieren, das wir einen kleinen Umweg machen um mich noch auf meinen Bus zu bringen. Ich hatte eigentlich irgendwelche Wiederworte oder ein Aufstöhnen erwartet doch alle hatten damit überhaupt kein Problem. Wir kamen dort an und als der Reisebus gerade wieder losfahren wollte schnitt mein Linienbusfahrer ihm den Weg ab und lies mich aussteigen. Ich entschuldigte mich bei den anderen Passagieren und bedankte mich bei meinem Linienbusfahrer ein Duzend mal, aber er meinte nur: „Kein Problem, hab ich gerne gemacht“. Der Reisebusfahrer grinste los und meinte, das ich nächstes mal einfach ein bisschen früher aufstehen sollte.
Da ich nun ein erfahrener Busreisender bin, vergingen die 12h wie im Flug und dauernd musste ich über die Aktion schmunzeln die mich überhaupt doch noch in diesen Bus gebracht hatte. Die Neuseeländer oder auch Kiwis sind einfach super tolle, hilfsbereite und liebe Menschen. Ich weis nicht ob ein deutscher Busfahrer so eine Aktion gebracht hätte.

Abends traf ich dann Thanh wieder und wir ließen den ereignisreichen Tag dann bei einem türkischem Essen ausklingen.

Gestern erkundeten wir dann noch die Stadt und machten ein paar Besorgungen.

Jetzt sitze ich wieder im Emiratesflieger und fliege zurück nach Sydney. Meine Neuseelandreise ist somit nun beendet. Als ich in den Flieger einstieg regnete es in Strömen. Nicht nur ich war traurig Neuseeland zu verlassen sondern Neuseeland weinte sogar mich weg fliegen zu sehen.

46 mehr als ereignisreiche Tage habe ich in Neuseeland verbracht. Ich bin aus einem Flugzeug gesprungen, habe meine weltweite Volljährigkeit gefeiert, habe einiges über die Maori und ihre Geschichte gelernt, bin psychisch und physisch an meine Grenzen gestoßen und habe sie überwunden, bin 6h auf einem Gletscher herum geklettert, bin mit wilden Hecktordelfinen geschwommen, bin das erste mal auf der falschen Seite Auto gefahren, …….. Diese Liste lässt sich noch um duzende Punkte erweitern. Ich habe Menschen getroffen die ich genauso wenig vergessen werde, wie die Abenteuer selbst. Einige, wie meine Argentinas werde ich wohl nicht mehr so schnell wieder sehen. Es ist schon komisch wie schnell einem Leute wirklich ans Herz wachsen können. Der Nachteil vom Reisen ist eben das Abschied nehmen und oft sind es eben nicht nur die Landschaft und Städte von denen man sich verabschiedet, sondern eben auch die Menschen die verschiedene Ereignisse zu etwas ganz besonderen gemacht haben. Am Ende bleiben einem nur noch die Erinnerungen. Aber diese werde ich mein Leben lang nicht vergessen.

Bis dann.

Euer

Chris

Ohne größere Komplikationen bin ich mit dem Bus in Dunedin angekommen. Nach einem längeren Fußmarsch zum YHA, musste ich kaum dort angekommen schon wieder umdrehen um den ganzen Weg zurückzulaufen um Jana abzuholen. Zufällig kamen wir am gleichen Tag in Dunedin an und haben beschlossen die drei Tage zusammen zu reisen. Wieder im Hostel wurde unsere kleine Gruppe um ein weiteres Mitglied bereichert, Thanh eine Kindergärtnerin aus Düsseldorf.

Der große Vorteil wenn man zu zweit oder mit mehreren reist ist derjenige, das man sich auch mal einen Salat kaufen kann. Das Essen und einkaufen wird einfach billiger, da man die großen Packungen kauft, die für einen alleine viel zu groß und teuer wären.. Deshalb gab es bei uns drei immer super gesundes und vor allem viel Essen.

Am zweiten Tag haben wir eine Erkundungstour durch die Stadt gemacht, die dann bei einer Führung durch die Cadbury Schokoladenfabrik endete. Wir sind mit Taschen voller Schokolade wieder ins Hostel zurück ,weil wir fast immer die Antwort auf die gestellten Fragen wussten. Und für jede richtige Antwort gab es immer Schokolade. Das sollten sie mal im deutschen Schulsystem einführen.

Als wir uns am dritten Tag von unserer lieben Thanh verabschieden mussten liefen Jana und ich zur steilsten Straße der Welt. Der 1,5h Fußmarsch war fast genauso anstrengendd wie die 38% Steigung die wir überwältigten um ans obere Ende der Baldwin Street zu gelangen.

Dadurch das wir uns so gut verstanden haben, beschlossen wir auch noch zusammen nach Oamaru zu reisen, wo Jana ein paar Tage im Hostel arbeiten konnte.

Die Reise nach Oamaru begann schon mit kleinen Schwierigkeiten. Als wir beim Busterminal ankamen und einchecken wollten, meinte die Mitarbeiterin, das der Bus vor einer Viertelstunde abgefahren sei. Das kann doch nicht sein, es ist viertel vor eins. Leider war es in Wirklichkeit viertel nach eins. Und Janas Uhr ging um eine halbe Stunde nach. Was nun? Bus weg. Durch Zufall gab es eine Stunde später einen weiteren Bus der nach Oamaru fuhr. So kamen wir dann mit 2h Verspätung im Red Kettle YHA an. Was für ein Auftakt.

Der nächste Tag erwies sich dann als ein eher entspannter. Nachdem ich die Stadt erkundet hatte und Jana fertig mit arbeiten war ging es dann abends zur Blue Pinguin Kolonie. Man sitzt wie auf einer Art Tribune und sobald die Sonne untergegangen ist kommen kleine Grüppchen von kleinen blauen Pinguinen aus dem Wasser die mit ihren winzigen Füßen versuchen die Felsen hochzuhüpfen. Das alleine war schon ein Highlight aber dann die drei wilden Orcas im Meer und die wilden Delfine rundeten den „tierischen Abend“ perfekt ab. Ein kleines Missgeschick gab es dann doch noch. Abends stand auf unseren Essensplan: frische selber gemachte Burger. Leider war mein Anbraten etwas zu scharf für die alte Pfanne und so entstand ein wenig Rauch und da die Küche keine Abzugshaube oder ähnliches besitzt ging sofort der Feueralarm los. Naja, passiert.

Der 4.2.2010 wird mir immer im Gedächtnis bleiben. An diesem sonnigen Donnerstag wollten Jana und ich zu den Moeraki Bolders. Nur da diese 1,5h Fahrt von Oamaru weg sind gab es nur zwei Möglichkeiten, entweder wir machen eine teure Bustour oder wir mieten uns ein Auto und fahren selber. Da wir verarmte Reisende sind haben wir uns für die zweite Variante entschieden. Und während Jana noch im Hostel putzte machte ich mich auf um ein Auto zu mieten. Als ich bei der „Autovermietung“ ankam, dachte ich ich sei auf einem Schrottplatz gelandet. Überall lagen alte Teile herum und ein komplettes Chaos. Ein netter Kiwi mit Blaumann und Schmierflecken im Gesicht frage mich dann ob ich ein Auto mieten wolle. Ich bejahte und als wir so ins Gespräch kamen und ich ihm meinen deutschen Führerschein gab meinte er, das er seine deutsche Verlobte in zwei Wochen heiraten würde und gerade ganz fleißig am Deutsch lernen ist. Meinen internationalen Führerschein wollte er gar nicht, weil er meinte das der deutsche Führerschein der Beste auf der ganzen Welt sei. Er wünschte mir viel Spaß und drückte mir den Schlüssel in die Hand. Da stand ich nun mit dem Schlüssel in der Hand und suchte das Auto. Als ich es gefunden hatte stieg ich ein und wunderte mich wo was Lenkrad ist. Upps. Ich bin ja in Neuseeland und da fahren sie ja auch auf der linken Seite und somit ist das Lenkrad rechts. Also um das Auto rum und auf die „Fahrerseite“. Ich lies den Motor an und fuhr los. Das erste mal auf der falschen Seite Auto fahren und dann noch ohne irgendjemand der mich Tipps geben kann. Da ich in Queenstown einen guten Rat bekommen hatte. „Der Fahrer sitzt immer im Zentrum der Straße“ ( Das gilt weltweit) sagte ich mir diesen Satz die ersten 5 Minuten die ganze Zeit leise im Kopf vor und es hat geklappt. Ich habe so ca. 10 Minuten gebraucht bis ich mich daran gewöhnt hatte auf der „falschen“ Straßenseite Autozufahren. Nachdem ich Jana abgeholt hatte ging es dann zu den Bolders. Die Bolders sind große interessant geformte Steine die nur bei Ebbe sichtbar sind. Abends sind wir dann noch zu den Gelbaugenpinguine. Es hat so viel Spaß gemacht endlich mal wieder Autozufahren und das mit der „falschen“ Seite hat man auch ziemlich schnell raus.

Am darauf folgendenn Tag ging es dann ohne Komplikationen(dieses mal habe ich auch auf meine Uhr geschaut) nach Lake Tekapo. Dort haben wir zwei Tage eigentlich nicht viel gemacht außer entspannt, die schöne Landschaft und Ruhe genossen. Als roommate bekamen wir dann Marie-Sophie ins Zimmer und nachdem wir am zweiten Tag abends super Thai essen waren setzten wir uns dann an den See um den unglaublichen Sternenhimmel zu bewundern. Ich habe in meinem ganzen Leben noch nie so viele Sterne gesehen. Einfach überwältigend. Irgendwie kamen wir dann dazu deutsche Kinderlieder zu singen. Vorbeilaufende müssen uns für völlig verrückt gehalten haben. Drei Deutsche liegen spät abends am See, schauen in den Himmel und singen Kinderlieder wie „Vogelhochzeit“ von Rolf Zukowski. Es war einfach nur ein super Abend.

Der Sonntag war dann wieder ein Abschied-nehm-Tag. Nachdem wir uns morgens von Marie- Sophie verabschiedet hatten, trennten sich die dann auch die Wege von Jana und mir. Wir fuhren zur gleichen Zeit in Tekapo ab, nur in komplett entgegengesetzte Richtungen. Jana’s nächstes Ziel war Queenstown und mich brachte der Bus nach Christchurch. Jetzt geht es wieder alleine weiter.

Es waren einfach nur neun super lustige Tage mit Jana und „unsere“ Reise könnte auch unter der Überschrichft stehen „Wenn zwei verrückte Badner eine Reise tun“.

Bis dann.

Euer

Chris

Irgendwann gewöhnt man sich ja an das viele Busfahren und eine acht Stunden Fahrt sitzt man dann einfach so ab und vergnügt sich mit lesen, Musik hören oder einfach nur damit die vorbeilaufende Landschaft zu genießen. Aber die Fahrt nach Queenstown war dann doch etwas anderes. Nachdem wir nach vier Stunden den Fahrer gewechselt hatten fuhren wir noch ca. eine halbe Stunde bis unser Fahrer mitten in der Pampa anhielt und meinte er höre ein komisches Geräusch. Das Geräusch erwies sich dann als gerissener Keilriemen. So, was nun? Keine Dame hatte ein Paar Nylonstrümpfe dabei und natürlich gab es auch kein Handyempfang. Als das nächste Auto kam, gab er dem Fahrer eine Nummer und eine Nachricht damit er dann bei der Busgesellschaft anrufen und die einen Mechaniker schicken kann. Nach einer guten Stunde kam dann ein Mechaniker der meinte, dass er es nicht reparieren kann und wir einen neuen Bus brauchen. Durch Zufall kam dann ein Reisebus mit deutschen Rentner vorbei, der uns bis zur nächsten Tankstelle/Café/Restaurant irgendwas gefahren hat. Dort konnten wir uns dann wenigstens die weiteren 2,5h die Füße vertreten und ein Eis essen. Als die Sonne gerade hinten den Bergen von Queenstown verschwand kam ich endlich nach 12h Reise (eigentlich wären es 8 gewesen) im Hostel an. Was für ein Auftakt in die Adrenalinhauptstadt.

Der nächste Tag fing erstmal damit an, dass ich meinen Aufenthalt von drei auf fünf Tage verlängerte. Ich habe noch nichts von der Stadt gesehen, aber als ich aus dem Bus ausgestiegen bin und den See gesehen habe überkam mich ein sofort ein Wohlfühlgefühl das mir gesagt hat, hier geht’s mir gut. Nachmittags ging es dann endlich auf meine erste Kajaktour in Neuseeland. Die in Nelson ist ja ins Wasser gefallen. Ich glaube, dass ich es noch öfters auf meinem Neuseelandtrip schreiben werde, aber: Schaut euch einfach die Bilder an.

Der 27.01 gestaltete sich dann sehr entspannt mit Stadt erkunden und einer Runde Frisbeegolf.

Vorgestern ging es dann zum Canyoning. Das bedeutet: Wasserfälle herunter rutschen und springen, sich über Schluchten hangeln und Steilwände abseilen. Was für ein Erlebnis. Der Adrenalinpegel war mal wieder richtig hoch und der Spaßfaktor mehr als gigantisch. Abends ging es dann mit meine Zimmergenossin aus London Yuen und Sara einer Canadierin zum ersten Mal seit ewigen Zeiten feiner Essen und das Lamm war einfach überwältigend.

Bei meinem Queenstownaufethalt folge ein Highlight das andere. Gestern stand eine Tagestour zum Milford Sound auf dem Plan, von dem jeder den ich bis jetzt getroffen habe nur geschwärmt hat. Mit dem Bus ging es dann vier Stunden nach Te Anau und von dort aus in den Nationalpark. Nachdem wir die Mirrorlakes bestaunt hatten ging es zum Grillen auf einen abgelegenen Platz mitten in der Pampa. Was für eine super Wahl ich mit dem BBQ Bus getroffen habe. Mitten im Weltkulturerbe grillen. Sorry Papa das du nicht dabei warst.

Gestärkt ging es dann mit dem Boot eineinhalb Stunden mit dem Boot durch eine der beeindruckensten Landschaften die ich je gesehen habe. Das i-Tüpfelchen waren dann die wilden Delfine, die neben dem Boot herschwammen. Die Landschaft zu beschreiben würde ewig dauern. Hier die Bilder.

Momentan sitze ich, man glaubt es kaum, wieder im Bus. Dieses heißt mein Ziel Dunedin.

Bis dann.

Euer

Chris

Vorgestern kam ich nach einer 10 stündigen Fahrt in Franz Josef an. Ich bin echt mal gespannt wie viele Busstunden ich am Ende meiner Neuseelandreise abgesessen habe, nur um von einer Stadt in die andere zu kommen. Die lange Fahrtzeiten haben verschiedene Gründe:
1.Darf man auf neuseeländischen Straßen maximal 110km/h fahren.
2.Oft sind die Straßen so kurvenreich, dass man fast nie über 100 fahren kann.
3.Die Einweg-Brücken. Neuseeland hat viele Berge und man muss andauernd über Brücken fahren. Nur haben die Kiwis die Brücken nur einspurig gebaut. Das heißt, dass man so lange warten muss bis der entgegenkommende Verkehr drüber ist.
4.Die vielen Stops, die manchmal einfach nur unnötig sind.

Franz Josef ist ein kleines, von Bergen umgebene Dörfchen. Ich glaube hier gibt es mehr Hostels und Motels als normale Wohnhäuser. Hier gibt es auch nicht viel zu erleben, außer den Franz Josef Gletscher, den ich gestern in Angriff genommen habe.

Da man den Gletscher nur mit einer geführten Tour besteigen darf, machte ich mich am gestrigen von Sonnenschein erfülltem Morgen auf zur Gletschertourfirma. Dort wurden alle anwesenden erst einmal mit Wanderschuhe, einem Stahlgeschirr mit Spikes für die Schuhe und einer blauen Regenjacke ausgestattet. Mir dem Bus ging es dann in einer 15 minütigen Fahrt zum Franz Josef Gletscher. Dort angekommen wurden drei Gruppen gebildet. Die sportliche, die normale und die ruhige. Ich habe mich natürlich zur Sportlichen gestellt, als ehemaliger Sport FSJ’ler hätte ich nicht einmal über die anderen Gruppen nachdenken dürfen. Jede dieser drei Gruppen wurde dann nochmal in zwei Gruppen aufgeteilt. Als wir dann endlich sechs Gruppen mit je elf Teilnehmern hatten ging es dann zum Gletscher. Nach einem 45 minütigen Marsch, durften wir endlich unsere Spikes anziehen und das erste mal den Gletscher betreten. Nach sechs Stunden auf dem Gletscher mit durch Gletscherspalten zwengen und durch Gletscherhöhlen klettern ging es dann wieder zurück ins Dorf. Von der Tour selber gibt es nicht viel zu erzählen, außer das wir eine super lustige Truppe waren. Ich lasse lieber Bilder sprechen.

Zum Glück hatte ich vorgestern den Wetterbericht gelesen und gestern meine Gletschertour gemacht. Heute regnet es wie aus Eimer und ich habe mich im mollig warmen Bett und im Aufenthaltstraum mit offenem Kamin entspannt.

Morgen geht es wieder mit dem Bus neun Stunden nach Queenstown. Von dieser Stadt habe ich schon so viel gehört. Ich bin echt gespannt, was die Welthauptstadt des Adrenalins für mich bereit hält.

Bis dann.

Euer

Chris

Die Nordinsel liegt hinter mir und nun wartet die hochgelobte Südinsel Neuseelands. Die Überfahrt auf die Südinsel dauerte 3h. Ich hatte mir einen gemütlichen Platz auf dem Terrassendeckk gesichert und noch bevor die Fahrtlos gingng zog ich mir meinen Pulli an, weil es, wie sollte es aucanderss in „windy Wellington“ sein, windete. Nach gut einer Stunde fuhren wir in eine Nebelwand. Es windete stärker und wurde schweine kalt. Schnell meine Jacke und Wollmütze ausgepackt und darin eingemummelt. Zu Beginn der Fahrt gab es keinen freien Platz mehr auf dem Deck, mit der Zeit waren wir nur noch zu dritt, weil sich alle anderen ins Warme verzogen hatten. Als die Nebelwand vorüber war, sah man schon die ersten Stücke der Südinsel. Mein Durchhalten bei der Kälte wurde mit einem super schönen Blick auf die ersten Teile der Südinsel belohnt. Einfach wunderschön.

Erste Station auf der Südinsel ist Nelson. Als ich vorgestern um ca. 18 Uhr ankam war hier alles tot. Müde von der Bus-Fährenfahrt beschloss ich den Orientierungsrundgang auf den kommenden Tag zu verlegen und mich erstmal zu erholen.

Nachdem ich gestern meinen Kajaktrip für den Abel Tasman Nationalpark gebucht hatte ging es auf Erkundungstour in die Stadt. Vollkommen in Gedanken versunken tauchte plötzlich etwas großes rotes vor mir auf. Ich rieb meine Augen. Ich träumte nicht, es war eine fahrbare Würstlesbude. Alleine eine Würstlesbude in Australien zu finden ist schon ein Highlight, weil die Australier vieles können, aber definitiv keine Würstchen machen. Doch das aller aller Beste war die Aufschrift „Wurstwagen. German Sausage cart“. Auf der Karte standen, Fleischkäse, Currywurst, Bockwurst und Fleischküchle. Ich bestellte mir erst einmal eine doppelte Currywurst. Nachdem diese so schnell in meinem Magen verschwunden war, kamen noch zwei Fleischkäseweckle hinzu. Nach mehr als 130 Tagen hatte ich das erste Mal wieder Fleischkäse gegessen. Einfach nur toll.

Mein Tag heute begann um 7 Uhr. Nach 15 Minuten warten im strömenden Regen wurde ich von einem Bus abgeholt der mich zum Abel Tasman und zu meinem Trip fuhr. Dort angekommen erwarteten mich dann weniger erfreuliche Nachrichten. Dadurch, dass es wie aus Eimern schüttet und noch dazu stürmt muss meine Kajaktour abgesagt werden. Na toll. Man erklärte mir, dass wir vielleicht in fünf Stunden starten könnten, falls sich das Wetter bis dahin bessert. Also beschloss ich einen 4,5h walk durch den Abel Tasman zu machen und mit viel Glück dann meinen Kajaktrip später machen zu können. Seit dem Regenwaldtrip in Thailand, wo ich zwei Tage eigentlich ununterbrochen durchnässt war, macht mir Regen nicht mehr viel aus. Nach einer entspannten und landschaftlich überwältigenden Wanderung kam ich wieder zurück zum Base Camp. „Tut uns Leid, aber wir können leider immer noch nicht raus aus Meer.“ Naja, war echt schade. Aber man muss alles immer positiv sehen. Da ich den Kajaktrip nicht machen könnte, bekam ich mein Geld zurück und hatte einen kostenlosen Transfer vom Hostel zum Abel Tasman und zurück.

Vollkommen nass und kalt ging es dann erst einmal unter eine heiße Dusche und danach ins kuschelig warme Bett. Irgendwann kam Jana, ein Freiburgerin, ins Zimmer und wir verabredet uns zum Abendessen. Nach langem Suchen entdeckten wir eine Pizzeria und gönnten uns leckere italienische Speisen. Zwei positiv bekloppte hatten sich gefunden. Wir zwei sind vollkommen auf einer Wellenlänge und werden uns auf jeden Fall wieder in Deutschland sehen.

Jetzt geht’s aber auch in die Heia. Morgen steht wieder eine ewig lange Busfahrt zum Franz Josef Gletscher an.

Bis dann.

Euer

Chris

Die Busfahrt ging bei 28 Grad und Sonnenschein los. Während der Fahrt wurde es immer dunkler bis es schließlich regnete. Bei der Ankunft in Wellington erwies sich meine Kleiderauswahl als nicht ganz angemessen, T-Shirt und Shorts waren irgendwie wenig Stoff für heftigen Wind, Regen und 12 Grad. Als ich im Hostel angekommen war, hieß er erstmal lange Jeans, dicke Socken und den Pulli aus dem hintersten Winkel meines Rucksacks heraus kramen. Mit Dawn, meiner englischen Zimmergenossin verabredet ich mich dann abends zum Weggehen. Nachdem wir das Bettproblem ( die Rezeption hatte 7 Leute in ein 6er Zimmer gebucht) gelöst hatten ging es dann mit einem Holländer und zwei Jura Absolventinnen aus Cambridge in den Pub mit Live-Musik. Super Musik, super Stimmung und super Leute. Einfach ein toller Abend.

Was sah ich beim Blick aus dem Fenster am Samstagmorgen? Regen. Aber nicht nur Regen, richtig viel Wind und 10 Grad. Na toll. Da ich mich ja hier auf der Südhalbkugel befinde sollte Mitte Januar eigentlich Sommer sein. Eine meiner ersten Aktionen an diesem Tag war erst einmal das Kaufen einer Wollmütze. Ja, ich soll nicht rumheulen, weil ihr daheim bei -20 Grad friert, aber wenn man 35 Grad gewohnt ist, sind 10 Grad und heftiger Wind verdammt kalt. Was kann man an so einem Tag am besten machen? Richtig. Nichts. Aber ein bisschen was habe ich dann doch gemacht. Wäsche gewaschen und mal meinen ganzen Krims Krams geordnet. Abends habe ich mich dann noch mit Romi, eine Schweizerin, die ich auf Tagesausflug in Pahia kennen gelernt habe, getroffen und eigentlich wollten wir dann ins Kino. Nochmal zur Erinnerung ich bin in Wellington, der Hauptstadt Neuseelands. Und wenn man hier Abends um 21 Uhr ins Kino gehen will, kann man das nicht weil der letzte Film um 19:45 Uhr angelaufen ist. Selbst in Pforzheim gibt es Freitags und Samstags Spätvorstellungen. Schließlich bahnten wir uns den Weg durch das liedrige Wetter in eine Bar, wo eine Reggae Band spielte und zumindest den Zuhörern ein kleines Sommergefühl gab.

Romi und Ich

Andrea und Ich beim Stadtbummel

Es war wirklich kalt!!!

Gesten Morgen ging es dann ins Te Papa. Das Te Papa ist das neuseeländische Nationalmuseum und einfach mega cool. Es gibt unzählige interaktive Sachen und soviel zu erfahren und zu erkunden. Das aller aller Beste an der Sache ist, dass es für umsonst ist. Ich habe keine Ahnung warum sie keinen Eintritt nehmen, weil wenn so ein Museum bei uns in Deutschland stehen würde, müsste man mindestens 15 Euro Eintritt bezahlen.

Momentan bin ich, nein nicht wieder im Bus sondern auf der Fähre nach Picton. Die Nordinsel ist abgehagt und nun wartet die Südinsel auf mich, von der jeder sagt, dass sie noch schöner ist als die Nordinsel. Ich bin gespannt ob alle recht haben.

Bis dann.

Euer

Chris

Zur Abwechslung war die Reise nach Taupo eine kürzere Strecke mit dem Bus. Nach nur einer Stunde war ich da. Aber dann ging es auch schon wieder mit der Hostelsuche los. Dieses Mal hatte die richtige Adresse, aber überhaupt keine Ahnung wo es liegt. Leider ist das YHA etwas außerhalb vom Stadtzentrum. Somit dauerte es noch einmal gute 20min mit vollem Marschgepäck, bis ich das Hostel erreichte.

Vorgestern machte ich mich dann auf die Suche der Huka Falls. Nach guten zwei Stunden Fußmarsch durch die Natur hörte und sah sie dann auch endlich. Ich hatte mir den Wasserfall etwas spektakulärer vorgestellt, aber das blau des Wassers war einfach unglaublich. Seht euch einfach das Bild an.

Während der Busfahrt sah ich kurz vor Taupo einen Hochseilgarten. Da mir so etwas mega viel Spaß macht, buchte ich den „Rock n‘ Ropes“-Kurs für den gestrigen Tag.. Doch wie sich herausstellen sollte war es ein etwas anderer Hochseilgarten wie ich ihn normalerweise gewohnt war.
Nachdem ich mein Geschirr angezogen hatte, ging es auch schon zur Station Nummer 1. Ich musste an jeder Station erst einmal einen Baumstamm, in dem kleine Haken waren, hoch klettern, bevor ich mit der eigentlichen Station beginnen konnte. Die Höhen variierten zwischen 12m und 15m.

Station 1
Art der Station: Es gab zwei Seile. Eins für die Füße und eins für die Arme. Ich musste mich bis zur anderen Seite vorhangeln und wieder zurück.
Schwierigkeitsgrad: Leicht

Station 2
Art der Station: Es gab ein Seil für die Füße und rechts und links auf Brusthöhe je ein Seil für die Arme. Vorwärts, anderen Baumstamm berühren und dann die ganze Strecke noch einmal rückwärts.
Schwierigkeitsgrad: Leicht

Station 3
Art der Station: Eine Wackelbrücke ohne jegliches Seil zum festhalten überqueren und dann rückwärts zurück.
Schwierigkeitsgrad: Herausfordernd

Station 4
Art der Station: Einen Baumstamm in 14m Höhe vorwärts und rückwärts überqueren und dann hüpfend auf einem Bein bis zur Mitte
Anweisung von unten: Sobald du oben bist, einfach machen, nicht denken
Schwierigkeitsgrad: Psychisch sehr herausfordernd

Station 5
Art der Station: Ein Seil für die Füße. Von oben hingen Hanfseile herunter, an denen man sich festhalten konnte. Je weiter man voran kam, desto schwerer war es das nächstliegend Seil zu erreichen.
Schwierigkeitsgrad: Physisch anstrengend

Station 6
Art der Station: Ein Kletterparcour (Schaut euch das Bild an, dauert sonst ewig zu erklären)
Schwierigkeitsgrad: Physisches Grenzerlebnis
Kommentar: Der Schnitt für diese Station liegt bei 10-12 Minuten. Ich habe es in 9 Minuten geschafft und der Rekord liegt bei unglaublichen 56 Sekunden.

Station 7
Art der Station: Einen 12m Baumstamm hochklettern, sich oben ohne Hilfsmittel auf dem Stumpf stellen und dann zu einem 1,5m weit entfernten Trapez springen.
Schwierigkeitsgrad: Überschreitung der psychischen Grenzen
Kommentar: Mein Guide hat mich dann noch beim abseilen ohne die kleinste Vorwarnung das Seil losgelassen und mich 6m in die Tiefe stürzen lassen, bevor er mich kurz vor dem Boden wieder aufgefangen hat. Als ich wieder auf dem Boden war konnte ich fast nicht stehen, weil meine Füße zum ersten Mal in meinem Leben richtig geschlottert haben.

Station 8
Art der Station: Auf ein Kommando von einem 20m hohen Baumstamm springen. Freier Fall, bis das Seil 3m vor dem Boden einen auffängt und man schaukelt.
Schwierigkeitsgrad: Keine. Einfach auf Kommando springen.
(Das gibt es leider nur als Video)

Diese 1,5h waren eine physische und vor allem psychische Herausforderung und ich kann behaupten, dass ich über meine Grenzen hinaus gegangen bin. Es ist einfach super Gefühl.

Eigentlich wollte ich mir für die anstehende Busfahrt noch ein bisschen Obst kaufen. Erst hatte ich vor mir Kiwis zu kaufen, da ich bin ja schließlich in Neuseeland, dem Land der Kiwis. Aber ich habe mich dann doch um entschieden. Warum? Schaut euch einfach mal das Bild genau an. Ihr dürft gerne Kommentare dazu abgeben.

Zum Schluss der ultimative Tipp

Wie verdient man ganz einfach Geld?
Materialien: einen See, eine kleine Wasserplattform, Golfbälle und Golfschläger, eine Taucherausrüstung und eine golfbegeisterte Nation.
Aufbau: Man befestigt die Wasserplattform irgendwo im See, versieht sie mit drei Fahnen und drei Golflöchern. Schließlich baut an das Ufer fünf Abschlägplätze.
Umsetzung: Ein großes Schild mit „hole in one challenge“ und ein anderes mit attraktiven Preisen die man gewinnt, wenn man einen Golfball in einem der drei Löcher mit einem Schlag versenkt. Pro Ball nimmt man einen Dollar und für 25 nur 20 Dollar.
Arbeitsaufwand: Jeden Tag in der Sonne am See sitzen und jeden Morgen 30 Minuten nach Golfbällen tauchen.
Viel Spaß beim Selberbauen

Ratet mal was ich gerade mache? Genau ich sitze wieder im Bus. Dieses Mal heißt das Ziel: Wellington.

Fazit Taupo:
Nicht denken, einfach machen.