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Christians Australien Blog

chris – goes – oz

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Kategorie: Allgemein

Ich bin in Rotorua. Der Schwefelhauptstadt der Welt. Wenn man in Rotorua aus dem Bus aussteigt, wird man von einem starken Schwefelgeruch umhüllt. Die Stadt liegt im Krater eines früheren Vulkans und dieser ist übersäton „Hot Water/Mud Pools“ ( Löcher in der Erde wo heißes Wasser oder eben Schwefeldampf aufsteigt). Es dauert einen Tag bis man sich an den Geruch gewöhnt hat, aber sobald man aus der Stadt raus und wieder rein fährt, merkt man wieder, dass hier irgendwas komisch riecht.

Für Neuseeland habe ich mir vorgenommen in jeder Stadt erst einmal einen Orientierungsrundgang zu unternehmen und mich über die Attraktionen der jeweiligen Stadt zu informieren. Warum ich das mache ist schnell erklärt, da die gesamte Aktion „Neuseeland“ mehr als spontan war, habe ich keine Ahnung was es wo gibt. „Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel. Man weis nie was man bekommt“ und genauso geht es mir in Neuseeland.

Die Hostelsuche war auch etwas für sich. Da ich natürlich nicht nachgefragt habe, wo mein Hostel ist, lief ich einfach los. Die Adresse hatte ich ja. Dachte ich. Als ich nach 10min an einer Kreuzung stand, wo ich eigentlich hätte geradeaus laufen müssen sah ich rechts in der Straße groß das YHA Zeichen. Was soll das den? In Rotorua gibt es nur ein YHA und das ist in ca. 600m weiter die Straße runter. Falsch gedacht. Das YHA in Rotorua ist ziemlich neu und dem Büchlein (gab es kostenlos am Hostel), das ich hatte stand noch das alte YHA drin. Tipp : Überprüft immer die Aktualität eures Reiseführers.

Als ich dann in meinem Zimmer war und ein kleines Schläfchen gemacht hatte ging es in den nahe gelegen Park. Der Park ist von „Pools“ nur so übersät und deswegen riecht es hier besonders stark nach „Faulen Eiern“. An einer Stelle konnte ich das Wasser, was aus dem Boden kommt, anfassen. Tipp : Wenn Wasser blubbert, ist es meistens auch verdammt heiß

Es ist schon beeindruckend wenn heißes Wasser aus dem Boden kommt und überall Dampf aus dem Boden aufsteigt. Im Park gib es auch kleine Wasserbecken, die mit Wasser aus den „Pools“ gefüllt werden. Man kann einfach seine Füße hinein baumeln lassen und entspannen. Angeblich soll das Wasser eine heilende Wirkung haben. Naja mal schauen, ob es irgendwelche Auswirkungen auf mich hat. Tipp: Wenn ihr das macht, wascht euch danach gründlich die Füße mit Wasser und Seife, sonst riechen eure Schuhe nach Schwefel.

Am Samstag stand dann ein großes Highlight auf der Tagesordnung. Eine Reise nach Hobbingen. Für alle diejenigen, die die Herr der Ringe Trilogienicht gesehen oder die BBücher nicht gelesen haben: Hobbingen ist der Ort wo die Hobbits wohnen. Und in der Nähe von Matamata war der Drehort für Hobbingen, welches in den Herr der Ringe Filmen zu sehen ist. Der Drehort ist eigentlich eine riesen große Schaffarm. Kleine Anekdote wie es dazu kam, dass genau diese Farm ausgesucht wurde.
Peter Jackson suchte überall in Neuseeland nach geeigneten Drehorten für Hobbingen. Als seine Scouts die Farm entdeckten, wollte er sie sich natürlich ansehen. Also fuhr er zum Haus der Besitzer. Er klopfte und nach einer Weile machte ein älterer Herr auf und frage was er den um Himmels Willen wolle, es ist Samstagabend und Neuseeland spielt gerade gegen Australien im Rugby. (Das ist für Neuseeländer so, wie wenn Deutschland im Fußballgegen EEngland Italien und Frankreich gleichzeitig spielen würde) Er würde gerne sich die Farm anschauen und sie für einen Filmdreh benutzen antwortete Jackson. „ Ja, dann schau sie dir halt an, mach die Tore aber immer zu und lass mich in Ruhe weiter Rugby schauen.“ motze der ältere Herr und knalle die Haustüre zu. Peter Jackson sah sich die Farm an und für ihn war es der perfekte Drehort. Als die Verträgee und alles eine Woche später unterschrieben waren frage der alte Mann Jackson, was für einen Film er denüberhauptt drehen wollte und warum er eine Verschwiegenheitsklausel unterschreiben musste. „Wir drehen die Herr der Ringe Trilogie“ erwiderte Jackson. Der ältere Herr sah ihn nur ungläubig an und fragte: „Herr der was?

Am Drehort selber steht nicht mehr so viel wie ich erwartet habe. Natürlich sind die Löcher der Häuser, die Partywiese mit Partybaum und die Wege noch vorhanden, aber man sollte den Film gesehen haben damit man weis wie alles ursprünglich aussah. In ein paar Monaten wird alles wieder rekonstruiert, weil dann die Dreharbeiten für „Der kleine Hobbit“ beginnen. Man bekommt dort jedoch schon die Atmosphäre mit und es ist ein tolles Gefühl genau dort zu sein, wo einer der größten Filme aller Zeiten gedreht wurde, von der super schönen Landschaft mal komplett angesehen. Also ich würde mir dort sofort ein kleines Ferienhaus hinstellen.

Nach der Tour wartete noch eine Schafschervorführung auf dem Plan. Wir konnten gar nicht so schnell schauen, wie das Schaf seine Wolle verloren hatte. Ein guter Scherer schafft 200 Schafe am Tag. Aber das i-Tüpfelchen sollte noch erst kommen. In einem kleinen Gehege waren drei Wochen alte Lämmlein und wir durften sie füttern. Die kleinen Dinger waren so flauschig und süß. Ich habe mich verliebt.

Nach einem sehr entspannten Sonntag, war der Montag wieder voll mit Ereignissen.
Morgens ging es zum Sledging. Es ist nicht gerade einfach zu erklären aber ich versuche es einfach und die Bilder werden euch dann helfen es zu verstehe. Man zieht einen Neoprenanzug an , schnallt sich eine Schwimmweste um, setzt sich einen Helm auf den Kopf und schlüpft mit den Füßen in schräg abgeschnittene Flossen. Man sucht sich einen Wildwasserfluss auf dem man auch Raften kann und nimmt sich eine Art Bob mit zwei Griffen. Man springt ins Wasser und „sledged“ dann halb im Wasser und halb auf dem Bob den Fluss herunter. Eine mega coole Sportart. Wenn ihr die Wahl zwischen Rafting und Sledging habt, probiert unbedingt Sledging aus, ich konnte überhaupt nicht genug davon bekommen.

Nach einer wohltuenden warmen Dusche zog ich mich nett an und wurde zum Maori Konzert abgeholt. Nach der Begrüßung, bei der erst einmal festgestellt wurde, wie viele verschiedene Nationen an diesem Abend vertreten waren (An diesem Abend waren es 18) lauschten wir 1,5h dem Konzert, bei dem uns auch verschiedene Sachen, wie die Tattoos oder die Waffen erklärt wurden. Nach dem Konzert gingen wir zurück ins Zelt wo ein riesiges Buffet mit ganz viel leckerem Essen aufgebaut war. Das Fleisch und Gemüse wurde auf „Hangi“- Art (Im Erdofen) zubereitet und schmeckte einfach unglaublich lecker. Papa, wir müssen wenn ich wieder daheim bin, ein großes Loch im Garten ausgraben, damit wir auch Hangi machen können.

Komplett überfüllt ging es dann zum kleinen Verdauungsspaziergang in den Rainbowspings Park, wo uns verschiedene llandestypischen Tier gezeigt wurden. Das Highlight war dann das Kiwigehege (nein, nicht die Frucht, sondern der Vogel) durch das wir laufen durften. Kiwis sind verdammt groß. Ich hätte gedacht, dass sie so groß wie Amseln sind, aber die sind so groß wie Hühner.
Abends viel ich müde vom Sledging, vollgegessen vom Hangi und happy über die live gesehen Kiwis ins Bett.

Bevor ich dann heute meine Weiterfahrt nach Taupo antrat, kam ich noch in den Genuss einer weiteren neuseeländischen Spezialität. Ihr kennt bestimmt alle die großen Plastikbälle in denen man laufen kann. Rotorua ist der Geburtsort dieser „Zorbs“ und hier ist auch eine der zwei Orte in der Welt, wo man sich in einen dieser Zorbs rein setzt, ein bisschen Wasser dazu gibt und sich einen Hügel runter rollen lassen kann. Ein mega cooles Erlebnis, es ist ein bisschen wie Kamikaze auf der Wasserrutsche nur viel lustiger.

Momentan bin ich im Bus auf dem Weg nach Taupo. Mal gespannt was mich dort alles erwartet.

Fazit Rotorua:
Die Neuseeländer (Kiwis) haben schon komische aber mega coole Ideen, in einem Plastikball einen Hügel herunter rollen oder mit einem Bob einen Wildwasserfluss hinunter fahren
Hangi oder auch „Maori Mikrowelle“ ist eine super Art zu kochen

Sonntag 03.01.2010
Wie so oft wollte ich meinen Wecker gestern morgen einfach nur gegen die Wand schmeißen. Ich hatte Mittags zu viel geschlafen und so kam ich diese Nacht auf ca.5h Schlaf. Ich setzte meinen Rucksack, der im übrigen 16,5 Kilo wiegt, auf und machte mich dann zum Busterminal am Skytower auf. Ich setze mich neben einen freundlich aussehenden älteren Mann und hatte eigentlich vor die vier Stunden Busfahrt zu nutzen, um meinen Akku wieder ein wenig aufzuladen. Doch irgendwie kam ich mit Garry ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass er ein pensionierte Chirurg aus Neuseeland ist, also ein echter Kiwi. Da ich bis dato noch keinen Plan hatte, was ich alles in Neuseeland sehen möchte und wo die besten Plätze sind, fragte ich ihn komplett aus. Zusammen fertigten wir eine sehr sehr grobe Route für meine kommenden sechs Wochen an. Als ich dann in Paihia ankam wehte mir eine leichte Brise um die Nase und die Sonne schien mollig warm auf meine Haut. Nachdem es dieses Mal keine Komplikationen mit meinen Bett gab, ging es natürlich als erstes an den Strand.
Wieder zurück im Hostel lerne ich meine neue Zimmergenossen kennen. Meine Bettnachbarinnen waren Julieta und Eliana, zwei Argentinierinnen aus Buenos Aires, die schon seit zwei Jahren durch die Welt reisen und immer wieder halt machen um zu arbeiten. Momentan arbeiten sie als Putzfrauen in einem nahe liegenden Hotel. Im Zimmer waren außerdem zwei Kanadier, ein Kiwi und ein deutsches Pärchen.

Heute schlief ich dann erstmal aus und verbrachte den Tag mit Lesen und dann wieder schlafen. Als ich um 16 Uhr wieder aufwachte machte ich mich an den Strand, wo heute ein Sandskulpturen- Wettbewerb stattfand. Die Meisterwerke gingen von Neuseeland, einem VW, einer Meerjungfrau die TV schaut über eine Schwanenfamilie, einem Hai, bis hin zu einem Maorikanu. So richtig konnte ich mich nicht entscheiden, welches mein persönlicher Favorit ist.

Montag 04.01.2010
Juhu, ich bin endlich weltweit volljährig. Für diesen Tag hatte ich mir etwas ganz besonderes ausgedacht. Ich habe mir selber zu meinem 21. einen Skydive (Fallschirm-Tandem-Sprung) in den Bay of Islands geschenkt. Schon seit ewigen Zeit wollte ich es machen, aber vor allem die immensen Preise haben mich davon abgehalten es in Deutschland zu machen.
Ich wachte also so gegen neun Uhr auf und schaute aus dem Fenster. Regen. Das kann doch nicht wahr sein. Seit Oktober hat es hier nicht mehr geregnet und dann ausgerechnet an meinem 21. Gebrutstag muss diese Sonnenperiode reisen? Na toll. Naja vielleicht springen sie ja doch. Nach einem sprungverträglichen Frühstück, welches aus einem Becher Yoghurt, einer Schale Müsli, einem Stück Sonnenblumenkernbrot und einem Ü-Ei bestand machte ich mich fertig und stelle mich an die Straße vor das Hostel, wo man mich um 11:30 Uhr zum Sprung abholen sollte. Um 12:10 Uhr rief ich dann dort an und frage wo meine Abholung bliebe. „Es tut uns Leid, aber das Wetter ist viel zu schlecht zum Spingen. Ruf so um drei Uhr nochmal an, vielleicht hat es sich bis dahin ja etwas verbessert.“ Super, meine ganze Vorfreude war dahin. Ich sollte also doch nicht den Sprung in mein neues Lebensjahr machen können. Aus Frust und weil ich Hunger hatte, ging in ins „Alfrescos“, wo ich mir ein Knoblauchbrot und dann einen weltklasse „Nudelsalat“ genehmigte. Es waren Risini mit frischen Tomaten, Paprika und Gurken, dazu eine super leckere Zitronen-Limonen-irgendwas Soße und frisch gebratene Lammstückchen rundeten das Mahl ab.
Da ich nicht wusste was ich mit der Zeit anzufangen las ich eine Runde bis es endlich 15 Uhr war und ich bei meiner Skydivefirma anrufen konnte. Das Wetter hatte sich nicht gerade gebessert, es hatte aufgehört zu regnen, aber der Himmel war immer noch voller Wolken und kein einziger Sonnenschein konnte bis zu mir durchdringen.

„Hi hier ist Paul, was kann ich für dich tun?“
„Ich wollte fragen, ob ich heute springen kann, eigentlich hätte ich heute Mittag um 12 Uhr springen sollen, da war aber das Wetter zu schlecht“
„Sorry, aber das Wetter ist immer noch viel zu schlecht für einen Sprung. Wie sieht es bei dir morgen aus.?“
„Morgen habe ich schon eine Tour gebucht und am Mittwoch reise ich schon weiter.“
„Okay.Wir springen bis Sonnenuntergang, also ruf einfach um sechs Uhr nochmal an. Vielleicht können wir dich dann heute doch noch hochbringen.“

Jetzt war auch mein letzter Funken Hoffnung heute noch springen zu können dahin.Es wird schon seinen Grund haben, warum ich nicht springen kann. Ich habe mir alles schon so schön ausgedacht. An meinem 21. Geburtstag wollte ich endlich einen Fallschirmsprung machen und ihn somit zu etwas ganz besonderen machen. Doch Petrus war irgendwie nicht mit meinem Plan einverstanden.

Ich wartete dann auf die Mädels, weil sie beschlossen hatten meine „Geburtstagsparty“ zu organisieren. Wir gingen einkaufen und fingen dann an den Teig für die Pizza zu machen. Zum Glück habe ich diese zwei getroffen, sonst wäre mein Geburtstag in Neuseeland nichts besonderes gewesen. Ich weiß nicht was mich dazu trieb noch einmal bei der Firma anzurufen. Vielleicht war es einfach die winzige Chance die ich einfach nutzen wollte. Ich rief also nochmal bei „NZ Skydive“ an, aber eigentlich hatte ich überhaupt keinen Funken Hoffnung mehr heute noch zu springen.
„ Wir könnten dich in 15 Minuten abholen wenn du willst.“
„Ist das dein Ernst?“
„Ja, es macht gerade auf und wir könnten so in einer Stunde springen.“
„Holt mich ab, ich bin bereit.“

Ich strahlte nicht wie ein Honigkuchenpferd, ich strahlte wie ein ganzes Atomkraftwerk. Ich zog mich also um, verabschiedete mich von den Mädels und stellte mich wieder an die Straße. Dieses Mal tauchte ein Pick up Truck auf, der mich dann zum „Flugfeld“ brachte. Ich weiß nicht, ob es das Wort Flugfeld verdient, es war einfach ein Acker mit einer Windfahne und einem kleinen Gartenhäuschen.

Ich schlüpfte also in einen blau-violetten Overall und füllte das Formular aus. Nachdem ich ein großes Kreuz im Kästchen „Ja, ich bin mir bewusst, dass Skydiven eine Sportart mit enormem Risiko ist und ich sie auf mein eigenes Risiko ausübe.“ begann die „Einweisung“.
Die „Einweisung“ dauerte nicht einmal fünf Minuten. Gurte festhalten, Kopf nach hinten und locker bleiben, das waren die einzigen Anweisungen die mich mir zu merken hatte.
Schon ging es in das kleine Flugzeug in dem nicht mehr als vier Personen plus Pilot platz hatten. Ich habe keine Ahnung ob es eine normale Reaktion ist, aber je höher wir kamen, desto breiter wurde mein grinsen. Es war keine Anspannung zu spüren nur die reine Vorfreude, dass sich mein Wunsch doch noch erfüllen sollte. Die Inseln unter mir wurden immer kleiner. Ein letztes mal gingen wir die „Anweisungen“ durch. „Eine Minute noch“ sagte Paul. Kurz darauf meinte er: „Wir müssen noch warten, weil wir warten müssen bis ein anderes Flugzeug vorbei ist.“ Nach fünf Minuten war es dann endlich soweit.
Paul öffnete die Tür. Es war kalt. Erst den linken Fuß raus, dann den rechten. Der Wind war so stark, dass er mich fast aus dem Flugzeug wehte. Eins, zwei,………..

Einen Salto in der Luft und ich flog. Ich rasste mit 200km/h der Erde entgegen. Der ca.45. sekündige Freefall war durchzogen von Freudenschreien. Es ist einfach ein unglaubliches Gefühl. Das ich dann den Fallschirm noch selber lenken durfte war der Abschluss eines unvergesslichen Erlebnisses. Wieder auf dem Boden angekommen umgab mich erst einmal ein Wärmeschwall.

Doch der Tag war noch nicht zu Ende. Wieder im Hostel angekommen, hatten meine zwei Argentinas mir einen Schokokuchen gebacken und den Teig für die Pizza vorbereitet. Wir rollten den Teig aus, was sich ohne ein Nudelholz sehr interesannt war. Wir benutzen dann einfach eine leere Bierflasche. Die Pizza war super lecker und der „Happy B-Day Chis“-Schokokuchen (Eliana hatte das „r“ in meinem Namen vergessen, was den Kuchen noch einzigartiger machte.) war der absolut krönende Abschluss meines 21. Geburtstages.

Mittwoch 6.1.2010
Für gestern hatte ich eine Tagestour nach Cape Reinga gebucht.
Als erstes steuerte unser Bus den „90 miles beach“ an, der in Wirklichkeit aber nur 60 Meilen lang ist. (Fragt mich bitte nicht warum sie ihn dann 90miles beach nennen, ich habe keine Ahnung). Wir fuhren über eine halbe Stunde direkt am Strand entlang, da der Strand auch ein offizieller Highway ist. Da es dort richig große Sandhügel gibt, ging es erst einmal Sandboarden. Ein mega Spaß mit Bodyboards den Sand runterzubrettern. Einziger Nachteil: Danach hat man den Sand einfach überall. Nächste Station war dann Cape Reinga wo sich die Tasmanische und Pazifische See treffen und mitten auf dem Meer Wellen ergeben. Einfach eine wunderschöne Landschaft. Weitere Stationen waren dann noch ein Strand, wo wir aber zwecks zeitmangel nur 20minuten verweilen konnten und es somit nicht für eine Runde planschen langte, ein 5 Minuten Walk durch den Wald, wo wir über 2.000 Jahre alte Kauri Bäume bewundern durften und zum Abschluss ging es dann in ein reines Fish and Chips Restaurant.

Meine erste Etappe von Neuseeland ist beendet und sie war mehr als ereignisreich. Ich hätte noch viel länger hier bleiben können, vor allem wegen Eli und Juli. Die zwei Mädels sind einfach super mega lieb und man muss sie einfach gern haben. Ich habe sie richtig ins Herz geschlossen.
Das ist eben auch eine Sache mit der man sich nie anfreunden wird, aber muss: Abschied nehmen.

Momentan sitze ich im Bus hoffe irgendwann, nach 8,5h Fahrt, in Rotorua anzukommen.

Fazit und Erkenntnisse Pahia:
– Ein unvergesslicher 21. Geburtstag.
– Skydiven ist einfach nur ein mega hammer super tolles Gefühl
– Argentinier sind super nette und familiäre Menschen (zumindest die, die ich kennen gelernt habe)
– Abends spät kochen, so wie die Südamerikaner, da ist die Hostelküche entweder komplett leer oder man hat Südamerikaner/innen als Gesellschaft

Der Morgen begann schon sehr sehr gut. Caro rief mich an und fragte, ob ich nicht Lust habe mit ihnen ins neue Jahr zu feiern. Da ich bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Ahnung hatte wie ich ins neue Jahr feiern sollte bejahte ich.
Nach einer Runde Duschen ging es dann mit Norman zum „Newtown Thai II“.
Wie schon die Tage zuvor, war die Stadt komplett überfüllt mit Touristen.(Nein, ich bin kein Tourist, ich bin Reisender. Und da ich ja schon seit drei Monaten in Sydney wohnen, kann mich schon als „local“ bezeichnen) An jeder Ampel hört man mehr Deutsch als Englisch und dauernd stößt man mit Menschen zusammen, weil es einfach viel zu voll ist. Mit dem Bus ging es dann nach Balmain, wo die anderen schon in einem Park sich breit gemacht hatten. Der Park, welcher einen direkten Blick auf die Harbour Bridge bot, hatte im Oktober erst aufgemacht und war somit noch auf keiner Karte und ziemlich unbekannt und somit auch nicht überfüllt. Die Zeit vertrieben wir uns mit Austausch von Reiseerfahrungen.

Um 21 Uhr war dann das erste kleine Feuerwerk, was bei uns in Deutschland schon als großes durchgehen würde. Kurz vor Mitternacht war der Park dann doch noch richtig voll geworden. Punkt 00:00 Uhr (da war es in Deutschland gerade einmal 14 Uhr mittags) ging es dann richtig los. Wenn die Australier eine Sache können, dann ist es ein Feuerwerk machen. Es gab ja nicht nur eins, sondern mehrere über den ganzen Hafen verteilt. Es machte einfach nur Boom und der Himmel war die ganze Zeit hell erleuchtet. Manchmal hatte man das Gefühl, dass die Australier ihren geliebten „Kleiderbügel“ in die Luft sprengen wollen, weil man zwischen drin vor lauter Farben und Pyrotechnik die Harbour Bridge an sich gar nicht mehr sehen konnte. Die Australien zeigen große Emotionen, wenn es um das Feuerwerk geht, aber dass man jeden in den Arm nimmt und ihm ein „Frohes neues Jahr“ wünscht, haben sie noch nicht so ganz herausgefunden.

An dieser Stelle möchte ich meinen Hamburgern vor allem Caro aber auch Janna, Leo, Lulu, Michelle und Jens danken. Ich hätte mir kein tolles Neujahr vorstellen können, ihr seit einfach voll toll.

Da der Park um ein Uhr geschlossen wurde, packten wir unsere Sachen zusammen und machten uns auf die Heimreise. Der Verkehr war so schlimm, dass man zu Fuß besser voran kam, als mit dem Bus oder einem Taxi. Nach 2h40min Fußmarsch kam ich dann glücklich um 3:50 Uhr in der Wohnung in Erskineville an. Nach einigen Telefonaten aus der Zukunft 2010 in die Vergangenheit 2009 in Deutschland, war es schon so spät, dass ich duschen ging und meine Rucksack packte. Um sechs Uhr morgen, schnallte ich mir meinen Rucksack auf den Rücken und fande zum Glück gleich ein Taxi, das mich zum International Terminal brachte. Nach einem Tee und einem Sandwich machte ich mich dann zum Gate 61 auf. Als Boardingtime war strömten wahre Menschenmassen in Richtung Flugzeug. „Entweder bin ich falsch oder es muss eine richtig große Maschine sein“ dachte ich mir so im Stillen. Und es war eine große Maschine. Ein neuer Airbus A380. Eigentlich hatte ich vor die drei Stunden Flug nach Auckland zu nutzen um wenigstens ein bisschen Schlaf nachzuholen. Aber das Mediasystem mit Touchscreen hielt mich davon ab. Es hab so viele Filme (ein Ordner war komplett voll mit über 30 Disney Filmen), Serien und Musik. Ein kleines Schmankerl waren die drei Kameras die unter dem Flugzeug, an der Nase und am Heckflügel installiert sind. Das Essen war richtig gut, in den Passion Fruit Cheesecake hätte ich mich reinsetzen könne, der war weltklasse. So macht fliegen einfach Spaß. Ich hätte noch ewig so weiterfliegen können.

In Auckland gelandet ging es erstmal durch die Passkontrolle, wo man mir ein drei monatiges Besuchervisa ausstellte. An Gepäckfließband angekommen, begann das übliche Kopfspiel „Wo ist mein Koffer und hoffentlich ist er auch da“. Dieses Mal wurde es jedoch von ein paar Polizisten unterbrochen die uns aufforderten alle Taschen auf den Boden zu stellen, damit die Hunde sie beschnuppern und somit kontrollieren konnten. Nachdem ich meinen Rucksack hatte ging es zum Busterminal wo alle 15min ein Bus in die Stadt fährt. Im Hostel angekommen, konnte man meine Reservierung nicht finden und so musste ich meine Reservierungsnummer im Internet heraussuchen, weil ich vergessen hatte sie mir aufzuschreiben. Wichtiger Tipp an dieser Stelle: Schreibt euch immer eure Reservierungsnummer auf!!!
Nachdem ich dann doch in den endlosen weiten des Systems gefunden wurde, konnte ich endlich einchecken. Mein Busticket nach Paihia habe ich auch gleich gebucht und dann bin ich vollkommen erschöpft nach ungefähr 30h auf den Beinen um 16:30 Uhr ins Bett gefallen und habe erst einmal für vier Stunden geschlafen.

Nach dem Aufstehen ging ich auf die Suche nach etwas essbarem. Ich entschiede mich für einen Dönerladen. Wohl genährt und immer noch hundemüde liege ich jetzt in meinem Bett und sollte schnell schlafen, weil morgen früh der Wecker um 7 Uhr klingelt, damit ich den Bus nach Paihia erwische.

Das Abenteuer Neuseeland hat begonnen.

Bis dann.

Euer
Chris

Hallo meinen lieben Blog-Leser,
Wie ihr alle gemerkt habt, habe ich in letzter Zeit meinen Blog wieder etwas vernachlässigt, wofür ich mich hier erst einmal entschuldigen möchte. Es ist einfach immer was los gewesen und ich habe keine Zeit gefunden, neue Berichte zu schreiben. Aufgrund der großen zeitlichen Spanne zwischen dem letzten Bericht und dem jetzigen Datum habe ich mich entschieden die Highlights vom Dezember in einem Bericht zusammen zu fassen. Und nach dem „Dezember“-Bericht kommt auch schon Neujahr und dann könnt ihr euch auf Berichte aus Neuseeland freuen.
Bitte lasst mich via Kommentare oder E-Mail wissen, wer den alles mein Blog liest, damit ich einen kleinen Überblick habe, wen es so interessiert was ich mache.
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen und nochmals sorry für die lange Wartezeit.

Euer Chris

Sydney. Glebe (11.-13. Woche): Die Filmpremiere, Guantanamo Bay, Süddeutsche Kochschule für Nordlichter, Weihnachten in kurzen Hosen und eine spontane Idee.

Donnerstag 10.12.2009 Die Filmpremiere
Nach einem wie immer anstrengendem Tag auf dem Bau mit 8h in der knallen Sonne ging es nach einer wohltuenden Dusche in voller Uniform in Richtung des „Event-Cinema“ in der George-Street. Die Email von Alseasons war wie so oft nicht gerade hilfreich, was meine Aufgaben dort betreffen würde. „Movie Premiere, good waiter in full uniform“ (Filmpremiere, guter Kellner in kompletter Uniform). Ich dachte mir, dass es wohl so ein kleiner Event sein wird, bei dem normale Leute sich eine Filmpremiere anschauen und ich vorher Gläser mit alkoholischem Bubbelwasser unter die Leute bringe.Doch ich sollte mich richtig täuschen.
Als ich am Kino ankam, standen erst einmal drei Polizisten vor dem Eingang und bauten eine Absperrung auf. Daneben verlegten Arbeiter einen großen roten Teppich. „Für was verlegen die hier einen roten Teppich? Was soll das den bringen?“ dachte ich mir so im Stillen. Als ich dann weiter lief und vor einem großen Schrank im schwarzen Anzug und mit schwarzer Krawatte stand, der mich fragte wo ich den hin wolle, war mir endgültig klar, dass es sich hier um keine kleine normale Premiere handeln würde. Als ich den ersten Security-Check überstanden habe, lief ich über den roten Teppich zu einer Rolltreppe, die mich hoch in eine Lounge brachte. Vor der Lounge wurde ich wieder auf Bomben durchsucht, bevor ich endlich einen Freischein mit freiem Zugang bekam.
Was war also hier los? Es handelte sich natürlich nicht um eine einfache Filmpremiere sondern um die Australien Premiere von Peter Jackson’s (Herr der Ringe Director) neuem Film „The Lovely Bones“ mit Mark Wahlberg, Susan Sarandon,….
Als auch die anderen drei von Alseaons eintrafen bekamen wir eine Einweisung wie der Abend ablaufen sollte. Ab 18:15 Uhr kommen einige Leute, die am Film mitgearbeitet haben wie Cutter, Maskenbildner, etc. und bekanntere Gäste. Um 18:45 Uhr werden dann die VIP Gäste auf dem roten Teppich und um 19:30 Uhr in der Lounge erwartet, aber keiner weis, wer sich darunter befinden würde. Unser Job war es, die Gäste mit kleinen Häppchen zu versorgen und später dann die VIP’s. Soweit so gut.
Die ganze Zeit über spekulierten wir natürlich aufs Äußerste, wer sich unter den VIP’s verbergen würde. Um 19 Uhr war noch kein VIP in Sicht und unsere Freue endlich mal eine Hollywoodgröße in Natura zu sehen ging Richtung null. Wir waren kurz davor die Gäste unter denen auch die kleine Schwester und die Omi der Hauptdarstellerin war als dann gegen 19:30 Uhr der Anruf kam, dass die VIP’s auf dem roten Teppich angekommen sind. Leider hatten wir keine Sicht auf den roten Teppich und somit mussten wir uns weiterhin in Geduld üben. Gegen 20:30 Uhr (also 1h zu spät) kamen dann Peter Jackson und Susan Sarandon in den abgetrennten Bereich der Lounge. Leider war Mark Wahlberg nicht dabei, aber allein diese zwei Sternchen einmal live zu sehen war schon ein mega Erlebnis. Nach einer weiteren halbe Stunde gingen alle Gäste in den Filmsaal und alles war vorbei. Den Abend verbrachten Claudia und ich mit einem mega Grinsen im Gesicht bei einer lecken Pizza im „Three Wise Monkeys“.

Dienstag 15.12.2009 Guantamo Bay
Heute war mein letzter Arbeitstag auf der Baustelle in Cremorne zu Ende.
Die letzten zwei Tage hatten es wirklich in sich. Während ich in den letzten zwei Wochen noch die „Steinsaubermach-Maschine“ hatte durfte ich gestern und heute den ganzen Mörtel von Hand, bzw. mit der Hand abmachen. So saß ich also 8h bei 35 Grad im Schatten in der Sonne auf einer Getränkekiste und klopfte, haute und schabte den alten Mörtel von Backsteinen ab. Jetzt habe ich eine ungefähre Ahnung wie man sich als Gefangener im Steinbruch oder in Guantanamo Bay fühlen muss. Die Arbeit auf dem Bau hat in gewisser Weise schon Spaß gemacht aber vor allem das Steine sauber machen ist eine Arbeit wo man einfach den Kopf ausschalten kann und nur die Muskeln arbeiten lässt. Zum Glück genehmigte mir Mike während der ganzen Zeit meinem MP3 Player zu lauschen, weil ich sonst echt vollkommen verrückt im Kopf geworden wäre. Was macht man nicht alles um seine Reisekasse aufzubessern. Insgesamt habe ich mit jeweils wechselnden Partnern an der Maschine und von Hand 8357 Backsteine (Ja, ich musste sie auch noch zählen) von Mörtel befreit. Ich kann jetzt keine roten Backsteine mehr sehen. Also wenn einer von euch auf die Idee kommen sollte ein Haus mit roten Backsteinen zu bauen, braucht ihr mich gar nicht erst fragen, ob ich helfen kann.

Freitag 18.12.2009 Süddeutsche Kochschule für Nordlichter
Da die Busfahrer in Sydney ausgerechnet heute streiken mussten, durfte ich erst einmal heute Morgen im Dauerregen eine halbe Stunde bis zur Central Station laufen. Nach einer Taxifahrt, bei der ich wieder knallhart mit der deutschen Geschichte konfrontiert wurde kam ich am Northshore Campus der UTS an. Der Job war anstrengend aber es gab wie immer super leckeres und nicht gerade billiges Essen. Auf dem Rückweg nach Glebe kaufte ich dann noch ein paar Sache ein und machte mich nach einer Dusche auf den 55 Schritte langen Weg in die Wohnung von Caro, Lisa und Jens.
Caro und Lisa, zwei super liebe und nette Mädels aus Hamburg, hatte ich ein paar Wochen zuvor im Hostel kennen gelernt und ich hatte mit ihnen ausgemacht, dass ich Käsespätzle mit Röstzwiebeln für sie machen würde. Da Hamburger nicht unbedingt von Geburt an lernen wie man Spätzle selber macht, stand Lisa die ganze Zeit neben mir mit einem Block in der Hand schrieb fein säuberlich auf, wie diese süddeutsche Delikatesse zubereitet wird. Ganz besonders faszinieren fanden sie das Schaben vom Brett und ich muss sagen, dass sie sich echt nicht blöd angestellt haben. Ich lasse einfach die glücklichen Mienen auf den Bildern sprechen. So blöd der Tag angefangen hatte so toll endete er. Mit super leckeren Käsespätzle mit Röstzwiebeln und super netten Gesellschaft. Fazit des Abends: Ich habe drei Nordlichtern beigebracht wie man selber frische Spätzle macht. Ich bin stolz auf mich.

Donnerstag 24.12.2009 Weihnachten in kurzen Hosen

Wie ist so das erste Weihnachten weg von daheim, am anderen Ende der Welt und bei sommerlichen Temperaturen?
Diese Frage lässt sich mit einem Wort beantworten: Komisch.
Während der letzten Wochen war schon alles in Sydney weihnachtlich geschmückt und in den Einkaufszentren summten Weihnachtslieder durch die Lautsprecher. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und das auch bei solchen Sachen wie Weihnachten. Ich bin vor allem Kälte in der Weihnachtszeit gewohnt und wie soll ich da bei 30 Grad in Stimmung kommen. Weihnachten ist für mich einfach nicht in kurzen Shorts und T-Shirt im Hochsommer sondern mit Wollmütze bewaffnet frierend auf dem Weihnachtsmarkt.
Es klingt traurig, aber dieses Weihnachten war irgendwie kein richtiges Weihnachten für mich. Das einzige was mich ein bisschen an Weihnachten erinnert waren die original deutschen Lebkuchen und Dominosteine vom Aldi, aber selbst die lassen die Wärme nicht verschwinden.
Ich hatte einen wirklich schönen Tag. Tanja, Norman und ich waren einkaufen und hatten dann ein Drei-Gänge Menü, welches aus Krabben mit Knoblauch und Sesamkörnern, Tomaten-Mozzarella-Basilikum Salat und schließlich einem Hähnchen das für 5h mit Kräutern und Gemüse im Ofen schmorte, bestand. Von Norman habe ich einen kleinen Helikopter zum selber fliegen bekommen, voll toll. Abends gingen Tanja und ich dann noch zum Darling Harbour und zum Circular Quay und genossen einfach nur das weihnachtlich geschmückte Sydney.
Es war wirklich ein schöner Tag, aber kein Weihachten wie ich es gewohnt bin. Klar ist es toll, Weihnachten bei 30 Grad zu verbringen und mit Sommerklamotten herumzulaufen, aber für ist Weihachten einfach kalt.

Montag 28.12.2009 Die spontane Idee
Von Neuseeland habe ich während meine bisherigen Reise nur Gutes gehört und ursprünglich stand es überhaupt nicht auf meinem Reiseplan, doch irgendwann habe ich dann beschlossen, dass ich gegen Ende meiner Reise, also im Juni noch für so einen Monat nach Neuseeland fliege. Als ich Norman davon erzählte, erinnerte er mich daran, dass wir auf der südlichen Erdhalbkugel befinden und dem entsprechend die Jahreszeiten genau umgedreht sind, heißt Winter= Sommer und Sommer = Winter. Was nun? Weil eigentlich wollte ich Neuseeland schon gerne grün und im Sommer erleben. Aus Spaß schaute ich dann einfach nach Flügen und fande auch einen relativ billigen Flug am 1.1.2010 nach Auckland. Warum eigentlich nicht? Kurz überlegt und schon war der Flug gebucht. Somit fliege ich am 1.1.2010 um 8 Uhr morgens mit Emirates auf die Kiwiinsel und werde wieder am 15.2.2010 nach Sydney zurückkehren. Somit ist mein kompletter Reiseplan aufgrund einer spontanen Idee über den Haufen geworfen. Jetzt feiere ich noch Silvester in Sydney und dann geht es auch schon ohne einen noch so kleinen Plan ins Abenteuer „Neuseeland“.

Bis dann.

Euer
Chris

Donnerstag 3.12.09
Nach der mehr als anstrengenden vergangen Woche ging es diese genauso weiter.
Montagmorgen hat mich Marc abgeholt und es ging wieder auf die Baustelle Holz und vor allem Schutt durch die Gegend schleppen. Doch seit gestern habe ich eine neue Aufgabe: Brick Cleaning. (Steine sauber machen). Die Steine von den eingerissenen Wänden sollen sauber gemacht und dann wieder verwendet werden. Ein neuer Backstein kostet 1,50 Dollar. Mich die Stein recyclen zu lassen ca. 45 Cent. Da Mike ein alter Fuchs ist und natürlich die Kosten minimieren will hat er eine Brick-Cleaning-Maschine geliehen. Dieses Ding ist eine sehr interessante Erfindung. Fünf Stahlbolzen werden durch Druckluft betrieben. Man muss „nur“ den Stein dagegenschieben, damit die Bolzen den alten Mörtel herunter hämmern. „Nur“ ist gut. Es ist eine ziemlich anstrengende Arbeit, vor allem bei 38 Grad im Schatten. Aber wozu hat man den sonst einen armen Reisenden aus Deutschland. Jeder der an der Baustelle vorbeigefahren ist muss sich auch gedacht haben „was für ein Wesen arbeitet den da auf dem Bau. Um mich vor der Sonne zu schützen hatte ich mir ein T-Shirt über den Kopf gezogen und in das andere Shirt reingesteckt um mein Genick und die Ohren zu schützen. Dann noch eine Mütze und schwarze Sonnenbrille auf. Meine Arbeitshose so tief wie möglich und die Socken so hoch wie möglich gezogen, damit der Hautkrebs ja nicht auf die Idee kommt, er könnte sich mit mir anfreunden. (Leider gibt es von diesem Wesen auf dem Bau kein einziges Foto) Ich habe zwar geschwitzt wie noch was, aber besser als Sonnenbrand. Morgen darf ich wieder als Kellner bei einer Veranstaltung arbeiten, in einer hoffentlich klimatisierten Umgebung. Ist schon ein richtiger Kontrast, vom verschwitzen, dreckigen Bauarbeiter zum im Anzug arbeitenden und sehr gepflegt aussehenden Kellner für die Oberschicht. Aber es macht einfach Spaß und ich fühle mich wieder als vollkommenes Mitglied der Gesellschaft.

Sonntag 6.12.09
Heute ist Nikolaus und ich hatte keine Schokolade, Nüsse oder Süßigkeiten in meinen Schuhen. Das erste Mal seit 20 Jahren hat er mich vergessen. Das gibt erstmal einen richtig schönen Beschwerdebrief.

Am Freitag durfte ich wieder als Kellner für Essen agieren. Es war die Pensionierungsfeier des Direktors der Knox Grammar School, einer schottischen Privatschule nur für Jungen. Es ist richtig cool zu Dudelsackmusik das Essen unter die Leute zu bringen. Natürlich gab es für die Gäste nur das Feinste vom Feinsten und da ich mich auf Anhieb mit dem Küchenchef sehr gut verstanden habe lagen nach der Feier noch ein paar Spezialitäten für mich auf einem Teller. Ich mag solche Jobs viel mehr wo man Essen bekommt. Natürlich ist Trinkgeld auch nicht schlecht, aber erstens geben Australier normalerweise kein Trinkgeld und zweites kann ich mir für das was ich bekomme natürlich nicht solche teuren und luxuriösen Speisen leisten.

Gestern bekam ich einen Job im ANZ Stadium zugeteilt. Ich wusste nicht was mich dort erwartet und stieg einfach in den Zug zum Olympischen Park. Als ich dort ankam hörte ich Motorengeheule und sah große Tribunen. Dieses Wochenende fand das V8 Supercar Rennen ( kann man mit der DTM bei uns vergleichen) im Olympischen Park in Sydney statt. Nach langen Suchen fand ich endlich das Häuschen, wo man mir meine Zugangsarmbändchen für Mitarbeiter aushändigte. Ich hatte nun Zugang zu allen Bereichen und durfte an jeder Security einfach lächelnd vorbeilaufen. Wir wurden in die Katakomben des ANZ Stadions geführt wo wir erst einmal eingekleidet wurden und dann eine Stunde auf das Briefing warten mussten. Es sollte ein Rockkonzert in der Arena stattfinden und wir waren als „Lageristen“ angestellt. Die nicht so genaue Beschreibung meines Arbeitsplatztes kostete mich dann noch einmal eine halbe Stunde und eine Ehrenrunde durch das unterirdische Labyrint des Stadions. Das ANZ Stadion ist kein normales Stadion. Es war wärend der Olympischen Sommerspiele 2000 in Sydney das Hauptstadion mit den großen Feiern und allen Leichtathletikwettbewerben. Bei meinem heutigen Chef Sugi angekommen ging es dann sofort los. Die Aufgabenstellung hörte sich eigentlich ganz einfach an. Die verschiedenen Buisness Suiten/Lounges schickten eine E-Mail an das Lager, wenn ihnen Getränke jeglicher Art ausgingen.. Ich bekam den Zettel, ging damit ins Kühlhaus, lud den Wagen voll und brachte dann die Getränke meinen Kollegen in den Suiten. So weit so gut. Ich hatte zusammen mit meinem Nepalesischen Kollegen zwei Stockwerke und insgesamt um die 90 Suiten zu versorgen. Klingt eigentlich nicht viel nur das Problem war, dass die Jungs und Mädels immer nur genau das bestellten was sie gerade brauchten und nicht schon im vorausschauend dachten und bestellten. Einr typischer „Lauf“ sah z.B. so aus:
Suit 245: 6 Dosen Cola Suit 262: 6 Flaschen Wasser, 1 Flasche Sauvignon Blanc Suit 211: 12 Dosen Bier Suit 222: 6 Dosen Sprite , 1 Flasche Shiraz
Dadurch, dass nicht vorausschauend und nicht in größeren Mengen bestellt wurde, war es dann oft so, dass ich kaum einen Lauf beendet hatte, mindestens eine der Suiten, welche ich gerade in diesem Lauf beliefert hatte schon wieder eine Bestellung ans Lager geschickt hatte oder sogar als die Bestellung ablieferte mir einen Zettel mit weiten Bestellungen in die Hand drückte. Diese handgeschriebene Zettel hätte ich so eigentlich nicht annehmen dürfen, aber ich bin ja ein freundlicher Mensch und da die eine Hand die andere wäscht, bin ich dann so immer wieder zu kleinen leckeren Häppchen bekommen. Sugi meinte, dass er schon seit 5 Jahren hier arbeitet, aber es heute der schlimmste Tag war, den er hier je erlebt hat. Der Bestellungsstrom wollte nicht abrreisen doch irgendwann meinte Sugi:“ Chris, hol mir mal bitte eine Flasche Chardonnay aus dem anderen Lager da hinten.“ Ich also ins andere Lager und in dort war weit und breit kein Wein zu finden nur ein Teller mit leckerem, komischerweise warmen Essen. Als ich mich gerade wieder umdrehen und zurückgehen wollte stand Sugi in der Tür: Enjoy, but no word. (Genieß es, aber kein Wort). Sugi, ein super Typ.
Danach ging es dann wieder in Rekordzeit durch die Gänge und Suiten des Stadions. Hätte ich an gleicher Stelle nur neun Jahre zuvor eine solch sportliche Höchstleistung erbracht, wäre es eine weitere Gold für das deutsche Team gewesen.
Nach 6h rennen war dann endlich Feierabend. Meine Füße konnten mich gerade noch so zum Zug und dann nochmal eine halbe Stunde von der Central Station bis in mein schönes weiches Bett in Glebe tragen.

Heute schlief ich dann erst einmal wieder bis in die Puppen und ging vorhin wieder in der quadratische Halle zum Handballtraining mit dem UTS Team.

Was bleibt als Fazit dieser Woche stehen?
Ich habe es geschafft. Ich habe das tiefe Tal überwunden und das geschafft was ich mir vor der Reise vorgenommen hatte. Ich arbeite nun sechs Tage die Woche in einem fremden Land. Ein Land das flächenmäßig so groß ist wie Europa jedoch nur 18Mio Einwohner hat. Ein Land das gleichzeitig auch ein Kontinent ist. Ich habe mich vom Reisenden in einen Einwohner verwandelt.. Jetzt bin ich wirklich am anderen Ende der Welt angekommen.
Ich lebe und arbeite in Sydney, Australien.

Euer
Chris

Montag 23.11.2009
Ich will nicht mehr. Heute ist Tag 82 meiner großen Reise und der bisherige absolute Tiefpunkt. Nach der gestrigen Hitzehölle hat es sich heute auf 18 Grad runter gekühlt (das macht einen Temperaturunterschied von sage und schreibe 25!!! Grad Celsius) und es regnet wie aus Eimern. Ich habe Kopfschmerzen und fühle mich einfach nur schlecht und komplett kraftlos. Mein täglicher Anruf bei den verschieden Agenturen war wie immer nicht von Erfolg gekrönt. Ich habe einfach keinen Bock mehr. Das Sydney nicht gerade billig ist und es mit den Jobs nicht einfach werden würde war mir vor dem Antritt meiner Reise bewusst. Doch es ist einfach nur deprimierend seine ganze Kraft in die Suche von Jobs zu stecken, keine zu bekommen und dann noch zu sehen wie die hart erarbeitete Reisekasse immer kleiner wird. Gerade bin ich in der Stimmung alles hinzuschmeißen, meine restliche Reisekasse zu nutzen um die australischen Highlights, wie Frasier Island, den Uluru und das Great Barrier Reef zu sehen und dann postwendend wieder nach hause zu fliegen. Ich habe mich schon nach Studiengängen und Praktika informiert, den wenn ich im Februar wiederkommen sollte es ja dann losgehen mit meiner Zukunftsbildung losgehen. Gerade habe ich eine ganze Packung original deutsche HARIBO Gummibärchen gegessen, die ich mir für schlechte Zeiten aufgehoben habe. Glaube jetzt war der richtige Zeitpunkt sie zu essen. Mal schauen ob sie etwas helfen. Ich nehme jetzt erstmal eine Kopfschmerztablette (Nein, ich mache keine Schleichwerbung für Aspirin) und lege mich wieder ins Bett mit der Hoffnung, dass morgen früh wieder alles besser ist.

Dienstag 24.11.2009
Keine Kopfschmerzen mehr und es hat auch aufgehört zu regnen. Ich fühle mich immer noch etwas schlaff, aber es geht bergauf. Da das Aufgeben einfach nicht in meiner Natur liegt und man nicht an den Niederlagen gemessen wird sondern daran ob man danach wieder aufsteht habe ich mich entschlossen weiterzumachen. Wenn ich jetzt alles hinschmeiße würde ich es irgendwann in der Zukunft bereuen und mich nur unendlich über mich selber aufregen. Der Plan sieht folgendermaßen aus:

I.Es werden alle Agenturen in denen ich bin anrufen und nochmal richtig Dampf gemacht.
II.Das Jobboard im Hostel wird ab telefoniert.
III.Türklingen putzen gehen und in jedem Restaurant und Café in Glebe und Umgebung fragen, ob sie einen jungen dynamischen Deutschen brauchen können.
IV.Falls I-III erfolglos sein sollten stelle ich mir auf die Straße und singe.

Punkt I meines gut durchdachten Plans schlug fehl. Wozu bin ich eigentlich bei den Agenturen angemeldet, wenn sie mir sowieso keinen Job geben? Naja, egal. Auf zu Punkt zwei des Plans.

Nach zwei Absagen rief ich bei Mike an.
M: Hallo
C: Hi, hier ist Chris, ich habe deinen Flyer im Hostel gesehen und wollte fragen ob du noch einen Arbeiter brauchen kannst.
M: Ja, kann ich. (Juhu, aber nicht zu früh freuen.)
Wie alt bist du den und hast du schon einmal auf dem Bau gearbeitet?
C: Ich bin 20 und habe hier in Australien schon für eine Abrissfirma gearbeitet.
M: O.k. Du bist in Glebe richtig?
C: Ja.
M: Ich rufe dich in einer Viertelstunde noch einmal an, ich hab jemanden der dich vielleicht mitnehmen könnte.
C: O.k. Bis gleich

Oh mein Buddha, wie geil wäre das den, wenn es klappen würde. Aber nicht zu früh freuen, noch habe ich keine Zusage. Die 25 Minuten warten auf den Anruf kamen wir wie eine Ewigkeit vor. Warum sagt der auch fünfzehn Minuten wenn es dann doch fast eine halbe Stunde ist?

M: Hi Chris, Mark holt dich morgen früh um 6:30am vor dem Hostel ab. Bis morgen.
C: Dankeschön und bis morgen.

Juhu. Jetzt mal schnell ins Bett, morgen früh aufstehen und schauen ich auch wirklich abgeholt werde.

Freddi's Wäsche

So sieht es aus, wenn Freddi seine Wäsche im Zimmer trocknet.

Sonntag 29.11.2009
Was für eine Woche. Vom Arbeitslosen zum Workaholic. Einen größeren Wandel in wenigen Tagen geht fast nicht. Doch nun erstmal zum Anfang.
Am Mittwoch wurde ich um 6:30 Uhr von Mark abgeholt. Mit dem Pick-Up ging es dann über die Harbour Bridge in den Stadtteil Cremorne. Wir hielten an einem kleinen Einfamilienbacksteinhaus und stiegen aus. Nach einer kurzen Einweisung durch Mike ging es auch schon los. Meine Aufgaben bestanden eigentlich nur darin den ganzen Tag große Holzbalken und Holzlatten von A nach B zu tragen und den beiden immer wieder immer wieder die richtigen Werkzeuge zu bringen. Was sich anfangs etwas schwierig gestaltete, weil ich natürlich keine Ahnung von den englischen Bezeichnungen für Spitzhacke, Brecheisen,…. hatte. (Warum lernt man so was auch nicht im Englischunterricht) Als mein Arbeitstag zu Ende war wartet noch eine Überraschung auf mich. Wie bei den bisherigen Jobs dachte ich, dass es wieder nur ein Eintagesjob war. Doch Fortuna war mir hold. Mike meinte nach Feierabend: „Du hast heute sehr gute Arbeit geleistet, wir sehen uns morgen früh wieder. Wie sieht es bei dir in den nächsten drei Wochen aus? Ich könnte dich hier gut gebrauchen.“ Endlich ein Job der länger als einen Tag geht. Der Tiefpunkt war überwunden und ich war auf dem direkten Weg wieder nach oben. Und es sollte noch besser kommen.

Am Donnerstag durfte ich wieder Holz, Steine und Bauschutt schleppen. So doof es sich anhört, aber es machte einfach nur Spaß. Ich hatte endlich Arbeit gefunden, die lange Durststrecke und die quälende Jobsuche hatten endlich ein Ende. Eine halbe Stunde vor Arbeitsende klingelte mein Handy. Als ich auf dem blinkenden Display „Alseasons“ las, dachte ich mir nur, was wollen die jetzt auf einmal von mir. „Hi, Chris. Hier ist Michelle von Alseasons. Wir haben einen Last-Minute -Call rein bekommen. Es ist eine VIP Party im Staatstheater in der Stadt von 6pm-12am. Möchtest du den haben?“ Natürlich wollte ich den haben.
Nachdem ich im Hostel angekommen musste ich mich erst einmal rasieren und duschen. Seit letzten Freitag habe ich mich ziemlich gehen lassen und nicht mehr rasiert. Neugeboren ging es dann zu Fuß zum Staatstheater. Dort angekommen bekamen wir wie so oft eine Einweisung. Es war die Weihnachtsfeier von M&C Saachi, DIE Werbeagentur in Australien. Ich und fünf andere von Alseasons waren dafür verantwortlich die Canapés unter die Leute zu bringen. Es hab drei Küchen, die über das komplette Theater verteilt wurden. Der Ablauf des Abends sah folgendermaßen aus:Saachi 2

19:00 Uhr: Die Gäste werden durch einen Hintergang zwischen die Hochhäuser gelotst. Sie haben keine Ahnung, dass die Feier im Staatstheater stattfindet. Sie werden mit Begrüßungsdrinks und den „Anfangs Canapés“ versorgt. Unter den „Anfangscanapés “ waren unter anderem Krabbenküchlein, Feige mit Büffelmozzarella und frisch gegrillte Lamm spieße mit Limonen ,Zitronen. Knoblauchsoße,… Ein DJ spielte Musik.

19:30 Uhr: Die verschiedenen Pizza Canapés starteten.

20:30 Uhr: Hinter dem weißen Vorhang begannen Tänzerinnen zu tanzen, wobei man nur die Schatten auf dem Weißen Vorhang sah.

Saachi 1

21:00 Uhr: Der Vorhang fiel und die Gäste durften in die Eingangshalle des Staatstheaters. Die kalten Canapés starteten,(frische Austern, Fisch, uvm) wobei die Pizza und die „Anfangscanapés “ weiterhin unter die Menge gebracht werden mussten. Ein weiterer DJ drinnen startet mit seiner Musik.

22:00 Uhr: Die „Anfangscanapés “ wurden gestoppt und die gleiche Küche begann mit den „Hauptcanapes“ (Fish and Chips, Italienische Fleischbällchen mit Parmesankäse, Portugiesische Miniburger,….)

24:00 Uhr: Ende der Canapés. Feierabend für die Leute von Alseasons.

Was ein Abend. Wir waren sechs Leute für drei Küchen die in den unterschiedlichsten Richtungen langen. 21 verschiedene Canapés und um die 600 Leute. Sprich einer von uns musste um die 100 Leute versorgen. Ich bekam die Hauptküche zugewiesen, die für die Anfangs und Haupt canapés verantwortlich war. Natürlich lag diese Küche am weitesten von den Gästen entfernt und so musste ich jedes mal durch ein unterirdisches Labyrinth kämpfen. Die Wegstrecke die ich pro Platte Canapés zurücklegte lag ungefähr bei 500m (2x150m unterirdisches Labyrinth + 200m weg durch die Menschenmassen und Anbieten des Essens.) Ich habe keine Ahnung wie viel ich gelaufen bin, aber es war verdammt viel.
Aber es hat sooooooooooooo viel Spaß gemacht.Die Leute waren einfach super drauf, super Stimmung und es war einfach nur toll. Nicht zu vergessen war das weltklasse Essen. Wir bekamen natürlich am Ende etwas zu essen. Aber woher sollte ich das den wissen. Weil ich die ganze Zeit Hunger hatte, hatte ich einen kleinen Trick wie ich doch immer wieder zu einer kleinen Häppchen des köstlichen Essens kam. Wenn nur doch wenige Stückchen auf der Platte waren, hielt ich die kleinen Handservietten mit dem Daumen fest und diese verdeckten dann immer das letzte Canapés. Welches dann komischerweise, wie von Zauberhand, auf dem Weg zurück in die Küche verschwand. Nachts um zwei fiel ich dann tot müde in mein Bett.

Saachi 3

Nach nur vier Stunden Schlaf summte es wieder aus meinem Handy „Goodbye to your little white lies“. Ich wollte einfach nicht aufstehen. Meine Füßen taten weh und ich war einfach nur müde.

Freitag war ziemlich warmer Tag und deshalb machte Mark, weil Mike nicht da war, ziemlich ruhig auf der Baustelle. Worüber ich nicht gerade traurig war. Die Aufgabe heute war außerdem mal eine kleiner Herausforderung. Ich musste die Fenster mit samt Rahmen aus dem Mauerwerk herauslösen. Hört sich nicht spektakulär an, aber die Australien sind richtige Einfallspinsel. Wenn die ein Haus bauen, mauern sie die Fenster in das Mauerwerk hinein, was meine Aufgabe dann um einiges erschwerte. Alseasons rief mir dann Abends noch an und gab mir einen Job für Samstag.

Gestern habe ich dann einer schottischen Schule gearbeitet. Es war die Pensionierung des Direktors. Wie schon am Donnerstag war es meine Aufgabe Essen unter die Leute zu bringen. Auch dieses mal gab es am Ende wieder für uns Essen. Es war wieder weltklasse. Wenn ich weiterhin solche Jobs bekomme werde ich noch richtig anspruchsvoll mit dem Essen. Und das würde meiner Reisekasse auf keinen Fall gut tun.

Vollkommen erschöpft von der Woche der Gefühlsachterbahn schlief ich heute erst einmal bis 15 Uhr. Ein Highlight wartete dann aber doch noch auf mich. Ich war beim Handballtraining der UTS (University of Technology Sydney). Die Halle ist auch wieder eher ein Bunker mit Sportgeräten als eine richtige Sporthalle. Aber ich kann es den Australien nicht verübeln die Nationalsportarten sind nunmal Cricket, Rugby, Surfen und Golf und leider sind das alles Outdoorsportarten und da braucht man dann keine Sporthallen. Ich habe schon sehr viele Sporthallen gesehen, aber ich habe noch nie einequadratische Sporthalle gesehen. Wie kommt man auf die Idee eine quadratische Sporthalle zu bauen? Die Jungs dort sind vor allem gebürtige Kroaten, Ungarn,…. es gibt nur ein Australier und mit mir jetzt den einzigen Deutschen. Nach dem ersten Training kann ich schon sagen, dass ich mich im Team verdammt wohl fühle. Oh man, wie geil wäre das wenn ich auch ein Saisonspiel machen dürfte.

Darling 1

Das samstägliche Feuerwerk am Darling Harbour.

Darling 2Jetzt habe ich Zeit davon zu träumen. Muss ins Bett. Morgen um 6am ist die Nacht rum und es geht wieder auf den Bau. Was für eine Woche geht zu Ende.

Bis dann.

Euer

Chris

Mittwoch 18.11.2009
Zum ersten Mal seit mehr als 2 ½ Monaten ging es gestern Abend mal wieder ins Kino. Eigentlich wollten Freddi und ich „2012“ sehen, da dieser aber komplett voll war entschieden wir uns für „The boys are back“ mit Clive Owen. Ich glaube er kommt irgendwann im Februar 2010 in Deutschland raus. Er ist echt sehenswert. Im australischen Kino gibt es normalerweise keine festen Plätze so wie bei uns in Deutschland, jeder kann sich hinsetzen wo er möchte. Deswegen kommt es auch immer wieder zu Warteschlangen welche durch das halbe Kino gehen. Was es in Australien auch nicht gibt ist der Eismann, der zwischen der Werbung und dem Hauptfilm kommt. Es gibt nämlich überhaupt keine Pause zwischen der Werbung und dem Film selber.

Nachdem ich seit mehreren Tage keinen Job mehr bekommen hatte, machte ich mir eine „To-Do-Liste Sydney“ die ich an freien Tagen abhaken möchte. Da ich heute weder auf dem Bau, noch in der Hospitality einen Job ergattern konnte machte ich mich auf zur Harbour Bridge. Man kann einen dreistündigen Bridgeclimb (man klettert hoch auf die Brücke) für 180 AUD machen, aber da ich keinen festen Job habe und es auch nicht einsehen soviel Geld dafür auszugeben, lief ich eben einfach nur darüber. Es ist ein tolles Gefühl über eines DER australischen Wahrzeichen zu laufen. Von der Nordseite des Hafen hat man einen super Blick auf die Oper und die Skyline. Dieser Punkt sollte bei keinem der einmal in Sydney ist auf der To-Do Liste fehlen.

Brücke
Mein nächstes Ziel war dann der Royal Botanic Garden, der direkt an das Opernhaus grenzt. Eine grüne Oase direkt neben dem Stadtzentrum, dem Circular Quay und dem viel beschäftigten Bankenviertel „The Rocks“. Wenn man einfach mal nur im grünen Gras liegen möchte und sich die Sonne auf den Bau scheinen lassen, ist hier der perfekte Ort. Als ich durch den wirklich sehr sehr großen Park schlenderte kam ich an einigen Bäumen vorbei, die meiner Meinung nach etwas komische Blätter hatten. Als ich immer näher kam, erkannte ich, dass es gar keine Blätter sondern Fledermäuse waren. In einem bestimmten Teil des Parks hängen die Bäume nur so voll mit Fledermäusen.

Fledermäuse

Nachdem vielen Laufen bin ich einfach nur noch müde, aber heute werde ich mit dem Gefühl einschlafen einen freien Tag richtig sinnvoll genutzt zu haben. Was jedoch bleibt, ist die Tatsache, dass ich keinen Job für morgen bekommen konnte, aber es besteht immer noch die kleine Hoffnung morgen früh einen „Last Minute Call“ zu bekommen und somit doch noch zu arbeiten.

Sonntag 22.11.2009
Oh mein Buddha ist das heiß. Heute morgen bin ich für meine Verhältnisse ziemlich früh (7 Uhr) aufgewacht, weil es einfach zu heiß im Zimmer war. Der Wetterdienst hatte 36 Grad vorhergesagt, doch leider sollte er nicht recht behalten. Es wurden tatsächlich 43 Grad im Schatten, hätte ich meinen Wecker mit eingebautem Thermometer in die Sonne gestellt, wäre er wahrscheinlich geschmolzen. Die Luft ist staubtrocken und einfach nur heiß. Was kann man an einem Sonntag bei 43 Grad machen?
Die Antwort ist sehr simple: Nichts! Ich habe mich dann auf unsere Dachterrasse gelegt, weil dort wenigstens immer eine leichte Brise weht. Aber der macht bei 43 Grad auch nicht mehr viel aus. Einfach nur auf der Liege liegen und versuchen zu schlafen ist das einzig Gute was man machen kann. Man könnte auch in den TV Raum gehen und eine DVD anschauen, doch da dieser der einzige Raum im kompletten Hostel mit Klimaanlage ist, war der natürlich vollkommen überfüllt. Irgendwann hat mich dann der Hunger überfallen und da ich nichts mehr im Kühlschrank hatte, bin ich zum nächstgelegenen Thai um mir etwas essbares zu holen. Dabei musste ich zwangsläufig einige Meter durch die Sonne laufen und dabei ich habe mich gefühlt wie ein Stück Fleisch, dass mein Dad bei voller Flamme auf dem Grill legt, damit es schön kross und dunkel wird.

Sonne

Doch was gibt es aus den letzten Tagen zu berichten.
Nachdem ich am Donnerstag wieder keinen Job bekommen habe, rief ich, wie eigentlich jeden Tag, bei meiner Hospitality Agentur an und meinte, dass es ja nicht angehen könne, dass ich seit zwei Wochen keinen Job mehr hatte, da ich ja schließlich für meine ersten beiden Jobs ein „performance compliment“ (ist so was wie ein Lobschreiben) bekommen hatte. Man tröstete mich wie so oft mit den Worten, dass es momentan sehr ruhig sei, ich mich aber gedulden sollte, da jetzt dann die „hot season“ mit den ganzen Weihnachtsfeiern anfängt. Wie immer beendete ich das Telefonat mit den Worten: Ich will arbeiten, also gebt mit auch bitte Arbeit.

Doch am Freitag morgen keimte ein kleiner Hoffnungsschimmer auf. Um neun Uhr morgens weckte mich mein Handy und Alsesaons war dran: „Wir haben einen Job für dich für heute Abend, bist du verfügbar?“ Was für eine blöde Frage, ich nerve die Jungs und Mädels dort jeden Tag, dass ich arbeiten will und zu jeder Tages und Nachtzeit verfügbar bin und dann kommt so was.
Ich bejahte natürlich und drehte mich mit einem zufriedenen lächeln im Gesicht wieder um. Keine halbe Stunde später klingelte es erneut: „ Sorry, dein Job wurde gecancelled. Falls wir noch etwas neues rein bekommen, rufen wir dir an. Bye.“ So schnell sie einem das Grinsen ins Gesicht zaubern können, so schnell können sie es einem auch wieder nehmen. Mit viel Wut im Bauch drehte ich mich wieder herum und wollte noch ein paar Stunden schlafen. Um halb elf klingelt mein Handy erneut. Eigentlich wollte ich überhaupt nicht antworten, doch als ich auf meinem Display zum dritten Mal an diesem Morgen „Alseasons“ las bin ich dann doch ran. „Hi Chris, hier ist Michelle, ich habe heute Abend einen Job für dich im MLC Center. Willst du ihn haben?“. Ohne jegliches Kommentar sagt ich einfach nur „Ja. Dankeschön“ und legte auf. Glücklicherweise bekam ich keinen vierten Anruf und so machte mich um 17 Uhr auf zum MLC Center. In meiner Email stand, dass es ein Drei-Gänge-Menü sein sollte. Als ich im „Moonshaddow“ ankam, erklärte uns John bei der Einweisung, dass es sich um eine Cocktailparty mit kleinen Häppchen handelte. Ist ja fast das gleiche. Der Abend verlief einwandfrei bis auf die Tatsache, dass wir auch draußen herumlaufen mussten und es abends um sieben immer noch um die 28 Grad hatte und wir natürlich unsere „full uniform“ tragen mussten.
Vollkommen verschwitzt, aber mit einem guten Gefühl, endlich wieder einmal gearbeitet zu haben, ging es wieder zurück nach Glebe.

IMG_2058

Wir haben es jetzt 21 Uhr abends. Die Sonne ist schon untergegangen, doch mein Wecker zeigt immer noch 33 Grad an. Einfach unglaublich. Hoffentlich kann ich später bei der Hitze überhaupt einschlafen. Wenn nicht, dann schlafe ich morgen den ganzen Tag, weil, welch Wunder, ich bin morgen zur Abwechslung wiedereinmal joblos.

Bis dann.

Euer
Chris

Montag 9.11.2009
Sydney. Eines der größten Sportereignisse der modernen Neuzeit ereignete sich heute im Glebe Point YHA Hostel in Sydney, Australien. Drei deutsche Recken kamen auf der Dachterrasseeee in Glebe zusammen um den deutschen Meister der Australienreisenden aus Raum 303 des Hostels untereinander auszufechten. Das Teilnehmerfeld bestand aus Matthias Schumacher (Münster, Deutschland) und den zwei Badnern Frederik Schwarz und Christian Schopf (beide Pforzheim, Deutschland).

Glebe

Die Regeln waren hart, doch sie entsprachen den international anerkannten UNO-Regeln.
Die Meisterschaft ist beendet, wenn der erste Teilnehmer die Punktzahl von 1000 erreicht oder überschreitet. Wenn einer alle Karten von der Hand hatte wurden die Zahlen auf den Karten addiert, Aussetze- und Richtungswechselkarten zählten 10 Punkte, Farbwünsche- und Aufnehmekarten zählten 15 Punkte und die 4 Aufnehmfarbwünschkarte zählt 20 Punkte. Pro gewonnener Runde, gibt es für den Gewinner ein Stern. Am Ende der Meisterschaft bekommt derjenige Spieler mit den meisten Sternen 100 Punkte erlassen.
Leider faden sich zu diesem Großereignis keine Zuschauer ein. Den was sich auf diesem Tag auf einem Dach hoch über Sydney abspielte war ganz großer Sport. Die Mienen der Kontrahenten waren versteinert, die Anspannung und Konzentration war greifbar. Schon früh im Spiel zeigte eine leichte Tendenz. Frederik Schwarz rannte schon zu Beginn des Spiels seiner Form hinter, ob es an der falschen Taktik oder einfach nur am Glück lag, lässt sich an dieser Stelle nur vermuten. Mit einer nie zuvor gesehen Hand von 102 Punkten sicherte sich der ehemalige Zivildienstleistende einen Eintrag in die Geschichtsbücher. Einen stetigen Führungswechsel gab es dagegen zwischen dem Ex-Soldaten und dem ehemaligen FSJ’ler aus dem Enzkreis.
Nach 4,5 Stunden hartem Kampf und 39 gespielten Händen stand das Endergebnis fest. Durch eine 44er Hand beendet Frederik das Spiel mit der Gesamtsumme von 1022. Da sich nur drei Teilnehmer zu diesem Kampf der Giganten einfanden bedeute das für den Nordstädler trotzdem die Bronzemedaille. Den Vizetitel sichere sich mit 617 Punkten Christian Schopf. Mit 477 Punkten und den meisten Sternen (16), was den Abzug von 100 weiteren Punkten zur Folge hatte, wurde Matthias Schumacher mit letztendlich 377 Punkten Sieger der 1. UNO Glebemeisterschaft.

Samstag 14.11.2009
Golf Meisterschaft Heute wurde ich Zeuge einer etwas anderen „Sportart“. Um 10 Uhr klingelte mein Handy und Norman wollte wissen, ob ich Lust habe seinen Freund Jerry bei der Australischen Meisterschaft im Golfautomaten zu unterstützen. Ich bejahte und wir fuhren mit dem Bus nach Coogee. Während der Fahrt überlegte ich mir, was mich dort erwarten würde, aber keine Vorstellung entsprach letztendlich der Realität. In der Lobby eines Hotel, direkt am Strand waren, fünf Golfspielautomaten aufgebaut. Man kann sich das ganze wie ein Golfspiel auf einer Spielkonsole vorstellen, nur das man eben vor einem Automaten steht. Man erklärte mir, dass es ziemlich schwierig und hoch kompliziert sei und wir ja hier schließlich bei den Australischen Meisterschaften sein und die drei Bestplatzierten sich für die Weltmeisterschaft in Las Vegas qualifizieren. Ich Kulturbanause habe mich dann irgendwann abgesondert und habe mich unwichtigen Dingen, wie dem wunderschönen Wetter und dem Strand, gewidmet. Mal ehrlich, wie kann man an einem sonnig und warmen Sommertag direkt neben dem Strand den ganzen Tag vor Automaten verbringen?

Coogee 1Coogee 2Coogee 3

Sonntag 15.11.09
Anne und ich machten uns heute Mittag auf den Weg zum Glebefestival. Fast die komplette Glebe Point Road war gesperrt worden um das Straßenfest stattfinden zu lassen. Als wir am AB Hotel ankamen sahen wir nur noch Menschenmassen, die versuchten irgendwie voranzukommen. Ein Highlight war die deutsche Würstlesbude „German sausage hut“, da die Schlange aber eine Wartezeit von ungefähr 30-40 Minuten beanspruchte entschlossen wir uns doch auf einen Japaner auszuweichen.

Glebefest

Diese Woche habe ich keinen Tag Arbeit gefunden, was schon ein wenig deprimierend ist. 80% der australischen Rucksackreisenden starten in Sydney und die meisten wollen erst einmal, so wie ich, Geld verdienen. Vielleicht wäre in Melbourne oder Adelaide anzufangen einfacher gewesen, aber warum einfach wenn man es auch schwer haben kann.. Ich habe mich für diesen Weg entschieden und so werde ich mich hier versuchen durch zuschlagen noch bin ich voll Energie und Tatendrang einem Job zu finden.

Bis dann

Euer

Chris

Sonntag 8.11.2009
Gestern stand mein zweiter Job in der Gastronomie auf dem Plan. Geplant war, dass ich in Bondi Junction arbeite, doch dieser Job wurde um 9 Uhr morgens gecancelled. Dafür bekam ich eine Veranstaltung im Bankstown Sports Club zugewiesen. Ich mich also in meine „Full Uniform“ geschmissen hatte, welche aus einer schwarzer Anzughose, einem weißem lang ärmlichen Hemd, schwarzen Schuhen, schwarzer Krawatte, einer schwarzen Weste und natürlich nicht zu vergessen mein goldenes Namensschild besteht (Wenn man das Namensschild vergisst kostet es 5$ Strafe) und mit dem Zug nach Bankstown. 45Minuten zu früh kam ich dann an meinem Arbeitsplatz an. Das ist eben die deutsche Pünktlichkeit, lieber eine Stunde zu früh da sein, als drei Minuten zu spät. Mein Supervisor schickte mich wieder weg und ich solle in einer guten halben Stunde wiederkommen. Das gab mir die Zeit mich ein bisschen umzusehen. Der Bankstown Sportsclub war ein großer Gebäudekomplex mit einigen Restaurants, kleinen Cafes und vielen Spielautomaten, die vor allem von Omis und Opis mit Dollarmünzen gefüttert wurden.
Ich war als „Veranstaltungskellner“ in einem der Veranstaltungsräumen gebucht. Der Anlass meiner Feier war die Weihnachtsfeier des örtlichen Fußballvereins. Der Verein hatte ein Paket gebucht, welches das Essen, freie Softdrinks und je 2 Flaschen Rot und Weißwein pro Tisch beinhaltete. Für alkoholische Getränke mussten sie bezahlen. Ich bekam vier Tische mit je 10 Personen zugewiesen. Der Abend war ziemlich ruhig und jeder war glücklich. Einziger „Zwischenfall“ war, dass ein Herr an einem Tisch eine dritte Flasche Wein haben wollte ohne sie bezahlen zu wollen und er meinte, dass er der Veranstalter sei. Ich habe das erstmal mit meinem Supervisor besprochen und da die auch keine Ahnung hatte bin ich dann zu ihrem Supervisor gegangen. Es hat sich herausgestellt, dass dieser Herr wirklich der Veranstalter war und er soviel Flaschen Wein haben kann, wie er will. Aber ich heimste für mein vorbildliches Handel ein großes Lob ein. Mein holländischer Kollege, der nach Feierabend von deiner Frau Heidi abgeholt wurde haben mich dann freundlicherweise noch nach Hause gefahren. So endete mein zweiter Job als Tablettträger. Hoffe ich bekomme weiterhin Jobs wie diesen.

Heute war ein sehr entspannter Sonntag. Nach einem einem ausgiebigen Schlaf machten Freddi und ich uns dann auf dem Weg nach Newtown, wo das Newtown Festival stattfand. Über Newtown lässt sich so viel schreiben, aber man muss es einfach erleben. Der Lonely Planet beschreibt es ziemlich genau „…, Newtown, ein Schmelztiegel aus sozialen und sexuellen Subkulturen, Studenten und Heimwerkern.“ So viele unterschiedliche, verrückte Menschen habe ich noch nie auf einem Haufen gesehen. Das Festival war nichts spekatukäres In einem großen Park waren einige Stände der lokalen Künstler und Designer aufgebaut und auf einer großen Bühne gaben verschiedene Bands ihre Musikwerke zum Besten. Das Highlight des Tages war der zweite Besuch bei „Sultan’s Table“. Das Essen war wie immer überwältigend lecker und extreme preiswert. Jeder der einen Besuch in Newtown plant, kommt, meiner Meinung nach nicht um einen Besuch bei diesem Türkischem Restaurant herum.

Hallo meine lieben Blog-Leser.

Zuerst möchte ich mich dafür entschuldigen, dass es schon seit längerer Zeit keinen neuen Artikel mehr veröffentlicht habe. Ich habe in den letzten Wochen zum Glück sehr viel zu tun gehabt. In den kommenden Wochen werde ich versuchen euch mit neuen tollen Geschichten meiner Reise wieder näher an die Gegenwart zu bringen.

Ich wünschen euch allein ein frohes gesegnetes Fest und einen guten Rutsch in das für uns alle hoffentlich erfolgreiche Jahr 2010.

Ganz liebe Grüße aus dem für Weihnachten viel zu warmen und mit Plastikweihnachtsbäumen geschmückten Sydney.

Euer

Chris

Weihnachtskoala