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Christians Australien Blog

chris – goes – oz

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Kategorie: Allgemein

Dienstag 3.11.2009

Heute war es also soweit, ich sollte wieder einen neuen Arbeitsbereich kennen lernen. Doch die Geschichte fing schon gestern an.

Ich bekam gestern eine E-Mail von meiner Agentur Alseasons in der alle Informationen, die ich für den Melbourne Cup (was das ist, erkläre ich euch später) brauchen sollte, beinhaltet waren. Unter anderem stand da auch in welchem Outfit ich kommen sollte. Schwarze Anzughose, schwarze Krawatte, schwarze polierte Schuhe und ein rein weißes, gebügeltes Hemd ohne Muster. Da ich nur ein weißes Hemd mit Muster hatte, musste ich also noch ein neues Hemd kaufen gehen. Das Broadway Centre (BC) ist eine gute Viertelstunde Fußweg vom Hostel entfernt und beherbergt alles was man für das Leben so braucht. Ich also ins Broadway Centre und habe mir ein weißes Hemd ohne Muster gekauft. Bis jetzt alles super. Nachdem Abendessen hatte ich mir vorgenommen das Hemd zu Bügeln, da es ja noch Falten vom Verpacken hatte. Ich also runter in den Waschraum, das Bügeleisen angemacht, gewartet bis es heiß ist und machte die erste Bewegung. OH MEIN BUDDHA. Ich stellte das Bügeleisen zur Seite und begutachtete was dort zu sehen war. Ein ca.5cm langer rotbrauner Rostfleck zierte nun mein neues weißes Hemd ohne Muster. Es gibt zwei Bügeleisen, ein gutes und eins, das niemand benutzt, warum das so ist sehe ich auf meinem Hemd. Was nun? So kann ich morgen auf keinen Fall zur Arbeit antreten. Welche Möglichkeiten habe ich? 1. Ich versuche den Fleck heraus zuwaschen oder 2. ich gehe ins Broadway Centre (BC) und kaufe mir ein Neues. Da ich kein Geld habe und sparen muss, versuchte ich mich natürlich an der ersten Möglichkeit. Vergebens. Dieser rotbraune Fleck auf meinem weißen Hemd ohne Muster wollte einfach nicht verschwinden. Blieb mir also nur noch die zweite Möglichkeit. Verdammt. Es ist bereits 21 Uhr. Die Läden haben bestimmt schon zu. In meiner Verzweiflung schaltete ich meine Netbook ein und suchte nach den Öffnungszeiten vom K-Markt. Juhu, er hat genauso bis 24 Uhr offen, wie der Coles (Supermart).

Mein Stresspegel senkte sich in diesem Moment enorm. Vollkommen entspannt lief ich dann zum BC und kaufte mir ein weiteres weißes Hemd ohne Muster. Ich beschloss das Hemd dieses Mal nur aufzuhängen und die Falten irgendwie glatt zu streichen, was auch ziemlich gut funktionierte. Jetzt war ich gerüstet für mein ersten Job als Tablettträger.

Der Morgen begann mit rasieren und duschen. Der Wetterbericht sagte für heute den heißesten Tag des bisherigen Jahres voraus. Um 8 Uhr verließ ich das Zimmer in Richtung Central Station und nahm von dort den Zug in Richtung Rosehill. Da ich nicht noch früher aufstehen wollte und natürlich auch sparen will, stieg ich nicht um und musste dann noch gute 1,5km bis zur Pferderennbahn laufen. Im Nachhinein hätte ich die drei Dollar mehr investieren sollen, den die Sonne brannte schon um halb zehn extreme runter. Wie es sich für die deutsche Pünktlichkeit gehört, kam ich eine Stunde vor Arbeitsbeginn an der Rennbahn an. Somit hatte ich noch Zeit mir alles anzuschauen. Kurz vor 11 Uhr versammelten sich dann alle Alseasons Mitarbeiter zur Anwesenheitskontrolle. Danach ging es in den Grand Pavillon, wo wir heute den Gästen einen schönen Tag bescheren sollten. Dort angekommen, wurden die Tische, à 10 Personen, zugeteilt und ich bekam die Tische 57,58 und 71.Kein Glas getragen, kein Weinglas gefüllt und keinen Kunden bedient schickte uns unser Supervisor zum Mittagessen. Ich bekam vor lauter Aufregung keinen Bissen herunter, weil ich keine Ahnung hatte, was mich in wenigen Minuten erwarten sollte. Ich wusste nicht, ob ich nur für die Getränke zuständig war, ob ich auch servieren muss, wie das mit dem Abkassieren laufen sollte, usw. Tekke, meiner thailändischen Arbeitskollegin, ging es nicht anderst.. Mit leerem Magen und der Ungewissheit ging es durch die Katakomben der Haupttribüne wieder in den Grand Pavillon, wo für 800 Gäste bereits eingedeckt war. John erklärte uns, dass wir nur für die Getränke verantwortlich sind.Die Gäste haben ein Paket gebucht, dass das Essen, alle Softdrinks, aber nur bestimmte alkoholische Getränke bis drei Uhr beinhaltet, wenn sie andere alkoholische Getränke wollen müssen sie dafür bezahlen, ebenso wie für jede Bestellung nach drei Uhr. Warum bis 15 Uhr? Weil da das Main Event, das große Pferderennen stattfindet.

Melbourne Cup

Blick von der Haupttribüne

Kurz einen kleinen Einschub, was der Melbourne Cup eigentlich ist.

Wenn man dieses Ereignis das erste Mal als unwissender Deutscher objektiv betrachtet, sind es 24 Pferde mit Jockey auf dem Rücken, die 3,2km im Kreis rennen und dafür um die 3,5 Min. brauchen. Wenn man es aus australischer Sicht sieht, dann würde man es so beschreiben: Der Melbourne Cup, welcher traditionell an jedem ersten Dienstag im November stattfindet ist „das Rennen, das die Nation stillstehen lässt“. Eines der größten Sportereignisse jährlich.

An diesem Tag wird in Australien fast nicht gearbeitet, jeder feiert eine Party oder geht auf eine. In Melbourne und Umgebung ist dieser Tag sogar ein Feiertag und es werden mehr als 3 Milliarden Dollar auf dieses Rennen gewettet. Und für diese fast vier Minuten steht Australien wirklich still, die Straßen leer und jeder starrt gespannt auf den Fernseher.

Punkt 12 Uhr öffneten sich die Türen und die Gäste strömten in den Saal und nahmen ihre Plätze ein. Meine drei Tisch lassen sich ziemlich gut in drei Kategorien einordnen. An Tisch 58 saßen überwiegend ältere Damen und Herren, zwischen fünfzig und siebzig,die mich auf Anhieb mochten. An Tisch 57 bediente ich Leute zwischen dreißig und vierzig, die mich ebenfalls mochten, vor allem weil ich Deutscher bin. Und an Tisch 71 saß eine Gruppe Araber. Ich kam an Tisch 71, stellte mich vor und frage, ob sie bereits schon irgendwelche Wünsche hätten. Man entgegnete mir die Frage, woher ich komme. „ Aus Deutschland“ sagte ich mit einem Lächeln. „Oh, aus Deutschland. Nein wir benötigen im Moment nichts, komm später wieder.“ Diese Worte klangen nicht so freundlich und wurden von einem abwertenden Unterton begleitet. Kurze Zeit später sah ich ihren Tisch voll mit Getränken. Ich fragte meinen türkischen Kollegen Muhrad, der drei benachbarte Tische bediente, woher mein Tisch die Getränke habe. Er erklärte mir, dass dieser Tisch von ihm bedient werden möchte. Eigentlich wollte ich sofort zu Tisch 71 gehen und fragen, warum sie ein Problem mit mir bzw. meiner Nationalität haben, da es aber mein erster Job für Alseasons war und ich nicht gleich auffallen wollte, vereinbarte ich mit Muhrad, dass er den Tisch übernimmt und ich ihm bei seinen zugeteilten drei aushelfe. Somit hatte ich mehr Zeit mich um meine zwei „lieben“ Tische zu kümmern.

Melbourne Cup 3

Meine Bar.

Wie so oft, lief auch dort nicht alles nach Plan. Auf meiner „Unfallliste“ befanden sich drei Punkte.

  1. Ein zerbrochenes Champagnerglas. Auf dem Weg zu meinem Tisch, frage ich Lekke, wie alles läuft und irgendwie hielt ich meine linke Hand mit dem Tablett und dem Champagner darauf nicht mehr ganz gerade, und da diese blöden Dinger einen enorm hohen Schwerpunkt haben, musste ich die Scherben und den teuren Tropfen vom Boden entfernen.

  2. Zwei umgeschüttete LightBeer Flaschen. Am Tisch angekommen wollte ich zunächst die leeren Flaschen vom Tisch entfernen um Platz für die vollen zu schaffen. Blöd nur, dass ich dabei wieder das Tablett mit einer Hand nicht gerade hielt und somit die Bierflaschen umkippten. Doch zum Glück traf das herab regnende Bier nur den Ärmel einer meiner Lieblingsgäste mit dem ich mich vorher über Deutschland unterhielt und er sich als absoluter Deutschland Fan outete.

  3. Ein Heineken Flasche verschüttet. Eigentlich war es gar nicht meine Schuld. Ich mit dem Tablett an den Tisch gekommen und sagte „Entschuldigen sie bitte“. Indem Moment dreht sich der Herr um und stößt die Flasche mit seinem Ellbogen um und der alkoholische Gerstensaft traf dann das Kleid seiner Frau

Das lustige an der Sache, dass diese Missgeschicke alle an Tisch 57 passierten. Da ich aber bei allen Situationen mich tausend mal entschuldigt habe und danach alles tat, um ihnen den Tag zu verschönern nahmen sie es ganz locker und gelassen. Manche am Tisch fand es es sogar sehr amüsant. Was sich auch im Trinkgeld widerspiegelte. Die Australier geben normalerweise kein Trinkgeld, aber ich habe von allen Kellnern am zweit meisten Trinkgeld bekommen. Ich musste mich nur von einem ehemaligen deutschen DTM Grit Girl (lange blonde Haare, blaue Augen,..) geschlagen geben, sie hatte einfach die besseren Argumente.

Um 19 Uhr war dann mein Arbeitstag zu Ende und wir verließen den klimatisierten Pavillion und rannten erst einmal in eine Wärmewand. Die Sonne war zwar schon untergegangen, aber es hatte immer noch mehr als 30 Grad.

Melbourne Cup 2

Da war alles schon vorbei.

Im Moment sitze ich in meiner Badeshort auf dem Dach, lass mir den warmen Wind um die Nase wehen und trinke eine eiskaltes Glas Fruchtsaft. So lässt es sich aushalten.

Donnerstag 5.11.09

Gestern morgen wollte ich eigentlich ausschlafen, doch ich wurde vom Regen geweckt, der gegen das Fenster peitschte. Das Wetter hier ist schon komisch. Am Montag war es bewölkt bei 28 Grad, Dienstag dann mega heiß mit 38 Grad und reinem Sonnenschein und gestern heftige Regenschauer bei 18 Grad.

Audrey hatte mich gestern Abend zu einem Workshop einberufen. Da ich sowieso zu spät dran war, nahm ich den Bus. Nur sollte man nicht Abends zwischen 17 und 19 Uhr mit dem Auto, Bus oder Taxi in Richtung „The Rocks“ fahren, da dort alles zu ist. Ich stieg irgendwann auf halben Weg aus und lief den Rest, weil es einfach schneller war. Eine Minute vor 18 Uhr kam ich an, eigentlich pünktlich, aber nicht bei Alseasons. Bei Alseasons muss man immer 15 Minuten vorher anwesend sein. Audrey war aber relativ gut aufgelegt und ich bekam nur eine kleine Ermahnung. Die drei Mädels die um 3 nach, 5 nach und 10 nach kamen, haben ihren ersten „Strike“ (wörtlich: Schlag) bekommen. Man darf sich drei Stikes leisten, danach fliegt man bei der Agentur raus und wird fristlos gekündigt.

Der Workshop war ziemlich lustig. Audrey hat uns 30 Minuten Teller im Kreis herumreichen lassen, sodass jeder immer drei Teller in den Händen hatte. Außerdem haben wir Tabletthalteübungen gemacht, gelernt wie man einen Tisch richtig eindeckt, wie man serviert, wie man abräumt, welche Fragen man seinem Supervisor stellen muss, was man bei welcher Veranstaltung beachten muss und zum Schluss haben wir noch einen komplette Abend durchgespielt mit Audrey als Gast, der einem das Kellnerleben mehr als schwer machte.

Heute war ich dann nochmal in der Agentur um mir eine schwarze Weste zu kaufen und habe auch gleich einen Job für Samstag in Bondi bekommen.

So kann das weitergehen. Wäre mehr als toll, regelmäßig einen Job zu haben. Aber erstmal abwarten.

Freitag 30.10.2009

Da ich bis auf Montag diese Woche keine anderen Jobs bekommen habe, machte ich mir Gedanken wo es noch Jobs für mich gibt. Während meiner Suche durch den Seiten Dschungel des Internets bin ich auf die Seite von „Alsesasons“ gekommen. Eine wie auf der Seite stand enorm angesehen Agentur für Hospitality. Also habe ich dort mal angerufen, mehr als nein sagen konnten sie ja nicht. Die freundliche Stimmer am anderen Ende der Leitung stellte mir so viele Fragen: Wo ich herkomme, ob ich schon Erfahrungen im Gastronomiebereich gesammelt habe, wie lange ich schon in Australien sei, ob ich den RSA Kurs gemacht hatte,….. Viele Minuten später meinte sie, normalerweise laden wir nur Leute zum Gespräch ein, die schon mindestens 4 Monate in Australien sind, da ich aber einige Erfahrung aufweisen kann solle ich am Freitag um 10 Uhr zum Vorstellungsgespräch kommen.

Zu einem Vorstellungsgespräch geht man auch hier in Australien gut angezogen. Ein Glück hatte ich mir in Thailand einen Anzug und zwei Hemden schneidern lassen. Wie ich später erfahren sollte ist die Uniform von Alseasons: schwarze Anzughose, schwarze Schuhe, weißes Hemd, schwarze Krawatte und schwarze Weste.

Nach dem Aufstehen, Rasieren und Duschen schwang ich mich dann in meinen maßgeschneiderten Anzug, in das weiße maßgeschneiderte Hemd und die schwarzen Schuhe, die ich mir am Tag zuvor gekauft hatte und machte mich auf in Richtung „The Rocks“.

Die nette Rezeptionistin frage mich, ob ich zum Interview möchte und wie ich heiße. Ich bejahte und sie schickte mich in den Warteraum wo mehrere Personen auf ihr Interview warteten.

Einige hatten bereits die Uniform von Alseasons an, doch es gab auch ein paar die etwas anders gekleidet waren als alle anderen. Besser gesagt es waren zwei junge deutsche Damen aus Ulm und Ahlen. Diese zwei jungen Damen hatten bereit eine Hotelfachausbildung hinter sich auch schon etliche Erfahrungen in ihrem Lebenslauf vorzuweisen. Ich weis nicht, ob es nur mir so ging, aber ich fande, dass sie irgendwie falsch gekleidet waren für ein Interview. Beide kleideten sich mit je einer kurzen Short, Spaghetti Top, Flip Flops und das i-Tüpfelchen war natürlich die Sonnenbrille, die lässig auf den Kopf gelegt war. Bei solchen Gelegenheiten fällt mir immer nur ein Satz ein: „Du bist Deutschland“.

Kurz nach 10 Uhr kam Aldrey in den Raum und meinte da sie ihre und unsere Zeit nicht unnötig verschwenden will und deshalb jeder nacheinander zum Skilltest antreten muss.

Der Skilltest beinhaltete folgende Aufgaben:

  • drei Teller auf einmal tragen ( kein Problem, bestanden)

  • ein volles Tablett mit einer Hand halten (auch kein Problem, also auch bestanden)

  • Tisch eindecken für zwei Personen und zwei Gänge ( sollte kein Problem sein, aber ich habe aus versehen zwei kleine Fehler gehabt. 1. ich habe die Messerklingen nach außen gelegt und nicht nach innen und das Weißweinglas an die falsche Stelle gestellt)

  • fünf Teller mit Besteck richtig abräumen (mein Fehler: ich habe Messer und Gabel parallel auf den Teller gelegt und nicht wie es sich gehört das Messer im rechten Winkel unter die Gabel)

Audrey hat mich dann in Stufe 3 eingeteilt. Ich habe keine Ahnung ob es gut oder schlecht ist, oder wie viele Stufen es gibt.

Diejenigen die durchgefallen sind packten dann ihre Sachen, während wir anderen in den Konferenzraum geführt wurden. Dort mussten wir erstmal den ganzen Papierkram ausfüllen und dann bekamen wir einen Vortrag über Alseasons, was die Agentur ausmacht, was wir von ihr erwarten können und was sie von uns erwarten.

Danach hatte jeder noch ein persönliches Gespräch mit Audrey. Ich war als letzter an der Reihe und sie fragte mich als was ich bisher gearbeitet hatte und welche Erfahrungen ich mitbringe.

Sie meinte ich werde später angerufen und bekomme eine E-Mail wo ich am Dienstag beim Melbourne Cup arbeiten werde. Später bekam ich einen Anruf, dass ich am Dienstag auf der Pferderennbahn in Rosehill arbeiten werde. So schnell wird man vom Steineschlepper zum Tablettträger.

Samstag 31.10.09

Samstag ist Strandtag. So brachen Linda, Freddi und ich, natürlich viel zu spät auf nach Collaroy.

Freddi, Linda, me

Den Nachmittag verbrachten wir am Strand und wollten eigentlich noch nach Manly zum Aldi, aber da die Zeit schon so weit fortgeschritten und der Aldi bereit zu war. Fuhren wir also eine Stunde wieder zurück in die Stadt und gingen im Coles einkaufen. Im Hostel angekommen wurde ich schon von hungrigen Mägen erwartet, weil ich für diesen Abend Käsespätzle ausgeschrieben hatte.

Nachdem ich den Teig gemacht hatte wollte sich jeder einmal in der hohen Kunst des Spätzlescharben versuchen. Yahya(Dubai), Sergi (Spanien), Lotte (Holland) und Alex (Mauritus) wagten sich an das Messer und das Ergebnis war akzeptabel, aber mehr um das Aussehen, ging es dabei um den Spaß, den den wir definitiv alle hatten. Noch schnell Zwiebeln angebraten und den Käse unter die Spätzle gemischt und schon konnte das Festmahl verschlungen werden. Ich schreibe an dieser Stelle mit Absicht verschlungen, weil die Teller waren noch nicht mal leer und jeder schöpfte sich eine weitere Portion auf den Teller, nur das er noch etwas abbekommt.

Mission „Spätzle auf der ganzen Welt“ ist damit mehr als erfolgreich gestartet.

Ich versuche wieder euch im Laufe der kommende Woche wieder näher an die Gegenwart zu bringen.

Bis dann.

Euer

Chris

Strand 7Ich am Strand 3

Sonntag 25.10.2009
Heute fand es statt. Das Großereignis, das mit nicht viel auf der Reise zu vergleichen ist. Die Badische Küche sollte Einzug in das weit entfernte Sydney erhalten. Als Ort für dieses völkerverbindendes Ereignis wählte ich nach langer Überlegung die Küche meines Hostels in Glebe. Okay, ich hatte auch gar keine andere Küche zur Auswahl.
Nachdem ich meine Agentur angerufen und abermals keinen Job ergattern konnte machte ich mich auf um die magischen Zutaten für die selber gemachten Spätzle mit Zwiebelrostbraten zu besorgen.Spätzle 1
Zwischen Mehl und Zwiebeln bekam ich dann einen Anruf von Toni, der meinte, dass er doch einen Job für mich habe, ich aber schon morgens die Fähre um 6 Uhr am Circular nehmen müsste. Juhu, ein Job. Aber jetzt wird erstmal gekocht.

Im Hostel angekommen versammelten sich dann die glücklichen die an diesem Event dabei sein sollten. Lotte (NL),Linda, Tanja, Freddi und ich (alle D). 500g Mehl, 5 Eier, Salz und Mineralwasser vermischt und schon hatte ich den Teig für die Spätzle fertig. Das Brett und das Messer mit kaltem Wasser angefeuchtet, den Teig auf dem Brett glatt gestrichen und das schaben konnte beginnen. Die ersten Versuche waren noch holprig und es kamen etwas zu große Spätzle heraus, aber mit zunehmender Zeit sahen wie wie echte Spätzle aus. Wenn man erstmal den Kniff raus hat, ist es kinderleicht und macht mega viel Spaß. Das Fleisch angebraten, die Zwiebeln gedünstet, Bratensoße dazu und es konnte angerichtet werden.
Spätzle 2Spätzle 3Spätzle 4Rostbraten

Es ist schwer zu beschreiben wie selber gemachte Spätzle mit Zwiebelrostbraten nach zwei Monaten Reise ohne deutsche Küche schmecken, aber es war einfach LEGENDÄR.

Nicht nur ich war begeistert, sondern auch alle anderen und Lotte, die noch nie zuvor Spätzle gegessen hatte, war hin und weg.

Was ein Tag. Morgen darf ich wieder arbeiten, weil ich die Fähre um kurz nach 6Uhr bekommen muss, muss ich hier im Hostel um 5 Uhr los, d.h. spätestens 4:30 Uhr aufstehen. Da freue ich mich.Jetzt geht’s aber erstmal mit einem mehr als gefülltem Magen und einem glücklichen Gefühl ins Bett.

Festmahl

Montag 26.10.2009
Diejenigen die mich kennen, wissen, dass ich von Natur aus kein Frühaufsteher bin, aber da hier in Australien sowieso alles ist, muss ich auch öfters meine Angewohnheiten ändern.
Nach nur vier Stunden Schlaf, klingelte mein Wecker um Punkt 4:30Uhr. (In Deutschland liefen da gerade noch die zwei Bundesligasonntagsspiele)
Da der Bus nicht viel schneller war, als wenn ich laufen würde, entschiede ich mich zu laufen. Wieder so eine Angewohnheit die sich seit meiner Reise geändert hat. Ich laufe fast alles. Nur wirklich lange Strecken lege ich mit dem Bus oder dem Zug zurück.
Nach einer Stunde laufen, erreichten meine noch müden Beinen, okay alles an mir was müde, den Circular Quay und die Fähre.
Ist schon ein interessantes Gefühl, morgens, noch vor Sonnenaufgang mit der Fähre zur Arbeit zu fahren und dabei noch die noch schlafende Oper und die Harbour Bridge zu sehen.

An meinem Ziel angekommen, fing es an zu schütten. Danke Wettergott. Immer noch verschlafen und vollkommen durchnässt ging ich dann zu meinem Supervisor, der mich erstmal die Sicherheitsbelehrung studieren lies, bevor er mir verschiedene kleine Arbeiten gab. Nachdem ich diese zu seine Zufriedenheit erfüllt hatte, durfte ich mich wieder dem „kaputtmachen“ widmen. Zwei niedergerissene Wände später bekam ich wieder meinen Freund den Presslufthammer in die Hand und musste eine ca. 5cm dicke Schicht „keine-Ahnung-was-aber-es-war-ziemlich-hart-und-wollte-nicht-so-weggehen-wie-ich-das-wollte“ vom Boden weg hämmern, bis der blanke Beton zu sehen war. Nicht nur die Arbeit machte Spaß sondern vor allem die Aussicht. Das Haus lag leicht am Hand und von der kompletten Hinterseite hatte man durch eine große Fensterwand einen Blick auf die Oper, die Skyline von Sydney und natürlich auch auf die Harbour Bridge. Bevor mein Arbeitstag zu Ende war, konnte ich noch einen Blick auf die Baupläne erhaschen. Wenn das Gebäude fertig ist, soll es fünf Stockwerke haben, das Unterste soll eine reine Hobby-Etage, mit Fitnessraum, Sauna und natürlich einem Whirlpool mit Blick auf Oper,Skyline und Harbour Bridge werden. Natürlich sind die offenen Kamine auf jeder Etage zu vergessen. Was man alles machen kann wenn man Geld hat. Bis es bei mir soweit ist, muss ich noch viele Mauern zerstören, viel Schutt schleppen und oft früh aufstehen.
Ich bin so was von kaputt und mega müde und werde morgen, da ich leider keinen Job bekommen habe, ganz bestimmt ausschlafen.

Mittwoch 28.10.2009
Der gestrige Tag war ziemlich unspektakulär, weil ich sehr sehr lange geschlafen habe.
Da ich gestern Abend mit Alex ausgemacht hatte, das wir heute etwas typisches aus ihrer Heimat Mauritius kochen gingen wir heute Morgen die Zutaten kaufen. Im Hostel trifft man die unterschiedlichsten Menschen und jeder hat eine eigene Geschichte und man ist immer von neuem überrascht. Zum Beispiel Alex, eigentlich Alexia. Sie ist 26, in Toulouse geboren, aber mit fünf Jahren zusammen mit ihren Eltern nach Mauritius ausgewandert. Neben vielen sehr sehr guten Schulabschlüssen hat sie auch einen Master in Psychologie. Da sie aber keinen Job findet, fängt sie nach Australien eine Ausbildung als Flugbegleiterin bei einer Fluggesellschaft an.
Zurück zum Einkaufen. Auf der Einkaufsliste standen: Zwiebeln, Ingwer, Reis, Hähnchenkeulen, Tomaten, Knoblauch und Safran, wir haben Safran Imitat gekauft, weil echten Safran kann man ja nicht bezahlen.
Abends war Alex dann Chef in der Küche und hat ich der Schnibbeljunge. Was dabei herauskam war einfach köstlich, viele Zwiebeln, viel Ingwer und viel Knoblauch. Nun habe ich auch ein Gericht aus Mauritius gegessen, wer kann das schon von sich behaupten?

AlexMauritius 2Mauritius 1

Montag 19.10.2009
Ein Funken Hoffnung keimt auf.
Das Wochenende habe ich mit Jobsuche und bummeln durch die Stadt verbracht. Samstags Mittags war ich kurz bei Infront Staffing um nachzufragen, ob ich mich nicht einschreiben könnte. Marc erklärte mir, ich solle am Montag so um 10 Uhr kommen, dann können wir das alles regeln.
Ich also am Montag hin, fahr den Aufzug hoch, geh rein und werde von einer schlecht gelaunten Büroassistentin begrüßt. Was ich hier den wolle, schallte es in einem sehr genervten Ton vom Schreibtisch mir entgegen. Ich erklärte ihr, dass ich am Samstag da war und Marc meinte, dass ich mich heute einschreiben könne. „Das ist komplett falsch, wir machen das nur jeden Mittwoch von 13-15 Uhr. Komm da wieder. Tschüss.“ Und mit ihrer Handbewegung deute sie auf die Tür. Ich will nicht sagen, dass ich leicht verärgert war, ich war sehr verärgert. Aber wie sich später herausstellen sollte wendete sich doch noch alles zum Guten.
Nach der Abfuhr ging ich also wieder durch die Straßen Sydney und hielt nach Aushängen Ausschau. Wie so oft in der Vergangenheit ohne Erfolg.
Wieder im Hostel angekommen, sah ich einen Aushang auf dem stand: „Arbeiter gesucht. Wenn du Arbeit suchst, ruf Dennis um 16:30 Uhr an.“ Ich suche Arbeit, also kann ich ja da einfach mal anrufen, mehr als ablehnen können sie mich nicht. Also nahm ich um 16:30 Uhr mein Handy in die Hand und wählte die Nummer, die auf dem Zettel stand. Tuuuut Tuuuut. Nummer besetzt. Na toll. Was ein super Tag, erst die nette Dame bei Infront und dann noch belegt.
Zehn Minuten später versuchte ich es dann erneut und am anderen Ende der Leitung meldete sich eine freundliche Stimme: „Hallo, hier ist Dennis, was kann ich für dich tun?“
Ich erzählte ihm dann, dass ich auf der Suche nach einem Job bin und ob er nicht einen für mich hätte. „Hast du die Green Card?“. „Ja“. „Hast du Sicherheitsschuhe?“. „Ja“. „Okay, ich ruf dich in ein paar Minuten zurück, warte so lange“.
Sicherheitsschuhe? Ich hatte doch gar keine Sicherheitsschuhe. Naja, vielleicht hat er ja auch gar keinen Job für mich.
Ca. 15min später bekam ich einen Anruf. „Chris, sei morgen um 7 Uhr in Haberfield“.
Juhu, ich habe meinen erstens Eintagesjob ergattert. Aber, upps, ich brauche Sicherheitsschuhe. Es ist kurz vor 17 Uhr und um 18 Uhr machen die Läden in der Innenstadt dicht. Wenn ich keine Schuhe mehr finde, kann ich den Job vergessen.
Schnell die Schuhe angezogen und die Stadt nach einem Shop durchforstet wo es diese doofen Sicherheitsschuhe gibt. Kurz vor Ladenschluss um 17:54Uhr fand ich einen Geschäft, dass sogar meine Größe da hatte. Der Tag hatte sich also doch noch gewendet, aber der Zuckerguss sollte noch kommen.
Mit entspannter Miene lief ich dann zur Bushaltestelle, weil ich keine Lust mehr hatte nach Hause zu laufen. Wieder eine sehr gute Entscheidung.
Als ich da so verträumt in die Straßen Sydney blickte, kamen auf einmal zwei nette junge Damen mit Kartons auf mich zu und meinten, ob ich Cupcakes (große Muffins mit Glasur) haben wollte. Sie machen jetzt den Laden zu und haben die noch übrig.
Was für ein Tag, erst habe ich mich mega über diese nette Person bei Infront aufgeregt und jetzt sitze ich mit einem Magen voller Cupcakes im Bett und freue mich riesig auf meinen ersten Arbeitstag morgen.

Harbour 4

Oper 3Mall

Ich Oper in der Brille

Mittwoch 21.10.09
Bin ich kaputt.
Gestern Morgen war es also soweit, ich sollte endlich den arbeitslosen Status verlassen und das erste Mal zur arbeitenden Bevölkerung Australiens zählen. Um 5:30 Uhr ertönte „ Little white lies“ aus meine Handy und es war Zeit den müden Körper in Bewegung zu bringen. Nach einer Dusche und mit noch sehr sehr kleinen Augen ging es dann in Richtung Bushaltestelle. Da mir Dennis nicht gesagt hatte, was dort zu tun bekomme, dachte ich also die ganze Fahr darüber nach was mich dort alles erwarten könnte. Das Glück vom gestrigen Tage sollte weiterhin Bestand haben, den ich bin an der richtigen Bushaltestelle ausgestiegen und nach nur wenigen Gehminuten stand ich vor einem kleinen Einfamilienhaus mit Bauzaun drumherum. Nach ca. 20 Minuten warten kam um 6:50 ein Pick Up mit der Aufschrift „Demolition“(Abriss) an das Haus gefahren und ein großer Australier stieg aus. „ Howsitgoingmate?“ (so was wie: Alles klar bei dir?) schallte es in einem typischen australischem Slang mir entgegen. An dieser Stelle kurz etwas zum australische englischem Dialekt.
Der richtige kernige Australier nuschelt sehr gerne und versucht einen ganzen Satz in ein Wort zu verpacken. Z.B. wenn ein Australier sagen will „ What are your plans for tonight?“ (Was hast du heute Abend vor?), hört sich das ungefähr so an „Whataryaplansfortanit?“. Mit der Zeit gewöhnt man sich daran, aber es kommt immer wieder vor, dass man man zwei oder dreimal nachfragen muss.
Wieder zurück zu meinem ersten Arbeitstag.
Nachdem ich die Aufschrift auf dem Auto gelesen hatte, freute ich mich schon, weil Demolition heißt nichts anderes als irgendetwas kaputt zu machen.
Als erstes durfte ich Schutt in den Container werfen dann und dann für die nächsten 3h Backsteine auf den Schubkarren laden, den Schubkarren zum Container fahren und dann jeden Stein einzeln in den Container schmeißen. Irgendwie sank dann meine Motivation, doch nach der Mittagspause sagte Kirt zu mir: Chris, break down this wall. (Zerstöre diese Wand.) Vielleicht war er der Meinung, dass ich als Deutscher kein Problem damit habe eine Mauer zum Fallen zu bringen. Er gab mir einen Vorschlaghammer und dann wurde erstmal richtig auf die Mauer eingeschlagen. Och, was das ein Spaß, aber das Beste kam noch. Natürlich musste ich die Steine, die ich kaputt gemacht hatte auch wieder in den Container bringen, aber das war egal, weil ich mich jedes mal auf dem Weg freute, wieder auf die Mauer drauf zuhauen. Als ich die Mauer, wie befohlen zu Fall gebracht hatte, hab mir Kirt einen Presslufthammer und meinte ich sollte eine Treppe mit den Presslufthammer niedermachen und dann den Schutt wieder in den Container transportieren. So ein Presslufthammer ist schon ein tolles Gerät, sollte jeder mal benutzt haben.
Um 15:30 Uhr war dann mein erster australischer Arbeitstag nach 8h Arbeit zu Ende. Vollkommen erschöpft schaffte ich es gerade noch meinen geschunden Körper ins Hostel zu bringen, dort eine Dusche zu nehmen und halb tot ins Bett zu fallen. Um 21 Uhr bin ich dann noch kurz aufgewacht, habe mir was zum Essen gemacht und bin dann wieder ins Bett uns sofort eingeschlafen.

Heute morgen ging es dann auch wieder um 6 Uhr aus dem Haus. Heute waren wir zu dritt auf der Baustelle, Kirt hatte Ben mitgebracht, damit wir den Job heute beenden. Diese Sache hatte nur einen kleinen Hacken, Ben war ein erfahrener Bauarbeiter und das hatte zur Folge, dass er den ganzen Tag Wände kaputt machen durfte und ich als Neuling die ganzen 8h Steine schleppen durfte.
Backsteine vom Boden aufgeben, in die Schubkarre laden, Schubkarre zum Container fahren, jeden Stein einzeln in den Container werfen, Schubkarre zurückfahren, Backsteine vom Boden aufhaben,… Ein sehr abwechslungsreicher Arbeitstag, vor allem weil irgendwann jeder Stein immer schwerer wurde und ich zwischen drin kleine Pausen machen musste um die Steine noch richtig in den Container werfen zu können. Was die ganze Arbeit noch erschwerte war, dass es heute 33 Grad in Schatten hatte. Kann mir jemand mal erklären warum das ausgerechnet heute sein musste? Die ganzen letzten Tage war es bewölkt und um die 23 Grad und heute dann so was. Danke Wettergott. Um 15:35 Uhr kamen dann die erlösenden Worte: „Wir sind fertig, einpacken und nach Hause gehen“.

Da es nur ein Zeittagesjob war, werde ich die beiden Jungs wohl nicht mehr wieder sehen. Eigentlich sollte ich meine Agentur anrufen und fragen, ob sie nicht morgen einen Job für mich haben, aber ich werde morgen bestimmt nicht in der Lage sein, Steine durch die Gegend zu schleppen. Ich esse jetzt noch eine Kleinigkeit und dann werde ich mich in mein Bett kuscheln und morgen ausschlafen. Das habe ich mir verdient.

Baustelle

Samstag 24.10.09
Die letzten paar Tage ist eigentlich nicht viel passiert. Am Donnerstag bin ich vor lauter Muskelkater nicht aus dem Bett gekommen. Ich hatte Muskelkater an Stellen von denen ich nicht einmal wusste, dass ich dort Muskeln habe. Nach einer heißen Dusche und ein wenig Massage schaffte ich es das eine Stockwerk hoch auf die Dachterrasse zu kommen und mich dort mit einem Buch hin zulegen.
Der gestrige Tag sah ungefähr genauso aus. Muskelkater, entspannen und einfach die geschundenen Knochen sich erholen lassen.

Heute ging es dann wieder nach Collaroy und Manly um den sonnigen Samstag am Strand zu verbringen. Schon komisch sich Ende Oktober für eine halbe Stunde in den Bus zu setzen und dann den Tag bei knappen 30 Grad am Strand zu verbringen.

Hochzeit

Morgen werde ich mich an selber geschabten Spätzle versuchen. Bin sooooooo gespannt wie es wird.

Bis dann.

Euer
Chris

Bridge

Dienstag 13.10.2009
Ich bin in Glebe.
Heute habe ich das verschlafene Collaroy verlassen und bin nach Glebe gezogen. Ein nettes Stadtviertel direkt neben der Uni, mit vielen Restaurants (vor allem Thai und Inder) und nur knappe 20 Minuten zu Fuß vom Darling Harbour entfernt.
Aber was ist noch so in Collaroy passiert?
Ich habe neue Zimmergenossen besser gesagt Genossinnen bekommen, zwei kanadische Mädels aus Quebec, Rosemarie und Andreana. Die zwei sind super nett, immer gut drauf und erst vor einer Woche in Sydney angekommen. Als ich gestern Mittag von meinem RCG Kurs ins Hostel zurückgekommen bin, roch es im Zimmer leicht süßlich. Als ich den Mädels wie versprochen ein paar Kartentricks beibringen wollte, konnten sie nicht so ganz folgen und lachten die ganze Zeit nur. Woran das wohl lag?

Der RCG Kurs war, wie ich fand, der interessanteste aller drei Kurse. Hierbei ging es um die Spielleidenschaft der Australier,die Folgen des Glücksspiels, die Verantwortung des Hotels/Bar/Pub in dem Spielautomaten stehen und wie man der Sucht vorbeugen kann. Gut 1% der australischen Bevölkerung ist enorm spielsüchtig. Was ich auch erfahren habe, ist dass New South Wales (Bundesstaat in dem Sydney liegt) 1932 das Lotto Spiel eingeführt hat, um erst die Harbour Bridge und dann das Opern Haus zu finanzieren. Nach einem wie gewohnt unmenschlich, fast nicht zu bewältigendem Test konnte ich gerade so meine Quote von 100% halten und die Kurse somit perfekt abschließen, Fortuna sei dank. Abends hieß es dann packen.

Heute Morgen ging es dann mit dem Bus nach Wynyard und dann ca. 2h mit mehr als 30kg Gepäck ins Glebe Point Hostel. Dort habe ich ein 4er Zimmer mit Freddi, einem deutschen Ex-Soldaten und einem komischen Typen aus Dubai bekommen.
Das Hostel scheint ganz okay zu sein, aber ich will endlich mein eigenes festes Zimmer und einen Job. Beides hat diese Woche höchste Priorität.

Glebe 1Glebe 2Glebe 3Glebe 4

Mittwoch 14.10.2009
Taronga Zoo: Voll toll.
Der Wecker war auf 8 Uhr eingestellt und die Abfahrt war auf 9 Uhr festgelegt. Aber irgendwie ging es dann doch erst um 11 Uhr Richtung Circular Quay los. Und wen treffen ich auf der Hauptstraße in Glebe?
Dominik, meinen bayrischen Zimmerkollegen aus Collaroy. Er war eine Woche in Sydney unterwegs und ist heute ins Hostel neben meinem gezogen. Zufälle gibt’s, die gibt’s gar nicht.
Am Circular Quay angekommen, ging es mit der Fähre zum Taronga Zoo. Da ich ein YHA/HI Mitglied bin, habe ich beim Eintritt 20% Rabatt bekommen. Juhu, endlich mal 8 Dollar gespart. Der Zoo ist voll toll, total grün und die Gehege sind riesig. Es gibt auch ein paar „Gehege“ in die man rein darf, wo man dann sogar direkten Kontakt mit Vögeln, Wallabies, Kangaroos,…. haben kann.
SchildkröteAffeWombat

Im Australien Gehege habe ich ewig lange versucht ein Wallabie mit einem Ast saftiger Blätter auf den Weg zu locken, weil ich nicht wie die ganzen russischen Genossen die riesigen Schilder „Auf den Wegen bleiben“ ignoriert habe. Irgendwann hat es dann auch halbwegs geklappt und ich habe es zumindest kurz streicheln können. Ein weiteres Highlight war das erste Mal in meinem Leben einen lebenden Koala live zu sehen. Ich hätte auch ein Foto mit einem machen könne, aber dafür hätte ich 20 Dollar zahlen müsse, was mir dann doch für ein einzelnes Foto zu teuer war. Irgendwann in diesem Jahr bekomme ich bestimmt die Gelegenheit einen Koala zu streicheln, ohne meinen Geldbeutel zu belasten. Viele Tiere, hauptsächlich im Schlagen, Echsen, Spinnen Haus. Habe ich noch nie in meinem Leben gesehen oder geschweige denn davon gehört. Das kann ich aber leider nicht dem deutschen Bildungssystem an lasten, weil diese Tiere gibt es nur in Australien und nirgendwo sonst auf der Welt. Europäische Tiere und Eisbären hab es leider nicht, trotzdem war es ein super toller Tag in einem super tollen Zoo.

Koala 1Koala 2Ich und WallabieIch und KangarooZoo

Freitag 16.10.09
Wo ist das verdammte Office???
Gestern hab ich das große Ziel „Jobsuche“ in Angriff genommen und musste schnell merken, dass es etwas anderes ist als in Deutschland. In Australien geht man, wenn man einen Job sucht zu verschiedenen Agenturen und schreibt sich dort ein. Für jeden Arbeitsbereich gibt es die verschiedensten Agenturen, für Bau/ Baustellen, Gastronomie, Hospitality,….. Wie man zu einem Job dann kommt ist recht simpel: die Agentur ruft einen dann an, wenn sie eine Jobmöglichkeit für einen haben. Das kann am Abend vorher, aber auch am gleichen Morgen sein. Mit planen ist da also nicht viel. Weil es kann vorkommen, dass man morgens um 7 Uhr einen Anruf bekommt, wo man um 10 Uhr zu sein hat. Am Anfang bekommt man nur Eintagesjobs. Wenn man sich aber bewährt kann man auch ein paar Jobs über 3-6 Wochen bekommen. Aber bis dahin werde ich viele Steine und Schubkarren durch die Gegend getragen bzw. gefahren haben.
Also habe ich mich im Internet auf die Suche nach Agenturen gemacht und auch einige angeschrieben um zu fragen, wann ich zum Einschreiben kommen kann. Ebenso habe ich nach Anzeigen für freie WG Zimmer im Internet gesucht und auch Anfragen losgeschickt.
Bei der Agentur „DSC“, die auf Vermittlung von Bauarbeiter spezialisiert ist, habe ich prompt einen Termin bekommen um mich einzuschreiben.

Heute morgen ging es dann um 9Uhr in Richtung Waterloo los. Ich hatte mir vorher die Adresse rausgesucht und den Weg auf Google Maps angeschaut. Die Strecke sollte zu Fuß in einer guten Stunde zu schaffen sein. Sollte, aber blöd ist es dann, wenn man einmal rechts anstatt links abbiegt und dann um 10:20 Uhr (Der Termin war um 10:30 Uhr) bei der Agentur anrufen muss, weil man sich total verlaufen hat. Total ist ein bisschen übertrieben, ich bin einfach nur 3km in die falsche Richtung gelaufen. Nachdem mir dann die nette Dame am Telefon den Weg erklärt hatte kam ich dann um 11:20 Uhr bei der Agentur an. Die Leute dort fanden es eher amüsant, als das sie einen schlechten Eindruck von mir hatten. Man setzte mir einen Berg mit Papier vor die Nase und meinte, dass ich das erstmal ausfüllen soll. Dabei waren Sachen wie Angaben zur Person, Bildung, ob ich physische Probleme habe, ob ich irgendwelche Arbeiten ( in Höhe, engen Räumen, Hitze/Kälte,…) nicht ausüben kann, Steuernummer und einfach kompletter Papierkram. Ein Multiple Choice Fragebogen war auch dabei, bei dem man Fragen ankreuzen musste, wie:
Was machen sie, wenn sie eine Gefahr auf der Baustelle entdecken?
a) Sie arbeiten einfach weiter.
b) Sie suchen sich einen anderen Arbeitsort, weg von der Gefahr.
c) Sie probieren aus wie gefährlich es ist.
d) Sie informieren ihren Chef und die Arbeitskollegen, damit niemand zu Schaden kommt

Nach dem ganzen Schreibkram musste ich eine Kiste hoch heben. Ich also in die Hocke, Rücken gerade und dann die Knie durchgestreckt und schon hatte ich die „ Einführung in Hebetechniken“ erledigt, dann musste ich mir noch einen 10min Film über die Ursachen für Unfälle auf Baustellen anschauen. Und schon war ich bei „DSC Personal“ unter Vertrag. Ab jetzt könnte jeden Tag, zu jeder Zeit ein Anruf kommen mit einem Eintagesjob auf dem Bau, irgendwo in der Millionenmetropole Sydney. Der Heimweg dauerte dann zum Glück nur eine gute Stunde.

Im Hostel angekommen begrüßte ich erstmal Tanja die trotz China Air in Sydney angekommen war.
Abend ging es dann zum spartanischem BBQ wo alles ausging, außer Würstchen.
Kurz einen Abstecher ins Coles und so ging der lange Tag dann auch zu Ende.
Morgen muss ich mir erstmal Stahlkappenschuhe kaufen, weil ohne darf ich auf keiner Baustelle herum rennen. Die anderen Agenturen haben sich ebenso wenig gemeldet wie die WG Leute. Naja, muss ich morgen nochmal herum telefonieren und nerven.

Ich versuche jede Woche einen neuen Arikel reinzustellen, dass der dann eine Woche alt ist, ist verständlich.

Bis dann

Euer

Chris

tolles auto

Samstag 10.10.09
Irgendwie bekomme ich das mit dem regelmäßigen Schreiben doch noch nicht so ganz hin, aber ich gelobe Besserung. Ich schreibe erstmal über vorgestern und gestern.

Vorgestern (08.10.09) ist sooooooo viel passiert. Morgens um 7 Uhr klingelte der Wecker. Nach einer Dusche und einem Muffin-Frühstück ging es mit dem Bus in die Stadt um bei „Infront Staffing“ den Green Card Kurs zu machen, damit ich auf dem Bau arbeiten darf. In Australien muss man verschiedene eintägige Kurse mit Prüfung ablegen, damit man in den verschiedenen Branchen arbeiten darf. Heute stand mein erster Kurs auf dem Zettel. Man sitzt da drin und lässt sich 6h etwas über Baustellen erzählen, was man zu tun und zu lassen hat und, dass es blöd ist, wenn man im Wasser steht und gleichzeitig an der Steckdose herum arbeitet. Während des Vortrags sagt dir der Trainer, heute war das Brian, was man aufschreiben soll, weil es wichtig ist. Nach jeder Einheit stellt er drei Fragen, die dann im Test drankommen können und er wartet bis jeder verstanden hat, was man zur jeweiligen Frage zu schreiben hat. Der Test am Ende des Tages ging über 30min und 11 Fragen. Da es ein offener Test ist, darf man seine ganzen Skripte benutzen und zufällig waren die 11 Fragen genau die, die wir vorher besprochen und beantwortet hatten. Mit viel Mühe und enormen Aufwand von Konzentration habe ich dann den Test mit 100% bestanden und mit somit berechtigt auf den Baustellen in Australien mein Unwesen zu treiben.

Nach diesem harten Stück Arbeit und vollkommen ausgelaugt von dem mehr als anspruchsvollem Unterricht bin ich dann den ganzen Weg zur Sydney Uni gelaufen. Der Campus ist so groß, dass er sogar zwei eigene Buslinien hat, die nur auf dem Campus fahren, um die Studenten von A nach B zu fahren. Aber er ist einer der schönsten Campus, die ich je gesehen habe. Er ist eine Mischung aus einem alten britischem Landsitz und einer hochmodernen Uni.

Sydney UniSydney Uni 2

Da ich viel zu früh da war, verbrachte ich die Zeit in der Kälte und damit den Campus zu erkunden.
Irgendwann bin ich dann doch in die Turnhalle gegangen und musste erstmal 5 Dollar bezahlen, weil ich kein Student bin. Ich habe noch nie in meinem ganzen Leben für Handball spielen bezahlen müssen, geschweige den damit ich ins Training gehen darf. Die Halle ist ein großer Blocksteinbau und hat einen dunklen Parkettboden. Vor dem Training ging erstmal der Trainer mit einem großen Besen durch die komplette Halle, damit der gröbste Dreck weg ist. Es waren 16 Leute im Training, 2 davon waren Australier, die anderen Franzosen, Deutsche, Skandinavier und Osteuropäer. Bis jetzt glaube ich, dass es gar keinen australischen Handball gibt, sondern nur europäischen in Australien. Da die 1. Mannschaft auf ein Turnier nach Perth fährt (und dafür jeder 1000 Dollar zahlt) stand ein Trainingsspiel an. Die 1. Mannschaft der Sydney Uni gegen ein All Star Team, dass aus verschiedenen Spielern anderer Vereine und mir bestand. Ich habe gleich 60 Minuten am Kreis und hinten Mitte durchgespielt und dabei 4 Tore erzielt. Die Jungs dort spielen schon ziemlich hart, im ganzen Spiel gab es kein 7m und halten ohne Ball kennen sie auch nicht, wenigstens spielen sie mit Trimona Harz. (den Handballern wird das etwas sagen). Wie das Spiel ausging habe ich keine Ahnung, weil niemand mitgezählt hat. Da das Training um 22 Uhr zu Ende war und die Halle um 22 Uhr schließt, musste ich dann vollkommen verschwitzt, ausgepowered und mit verkrampften Waden bis zur Central Station laufen, um dann mit dem Bus eine knappe Stunde nach Collaroy zu fahren. Nach einer mehr als wohltuenden Dusche, bin ich dann endlich um halb 2 Uhr total erschöpft in mein Bett gefallen.

Kassenzettel Handball

Das ist der „Kassenzettel“ von meinem ersten Handballtraining in Australien

Sydney Uni 3Sydney Uni 4

Campus der Sydney University

Gestern morgen bin ich dann mit sehr viel Muskelkater und ein paar Blessuren fast nicht aus dem Bett gekommen, aber ich musste ja zum RSA Kurs. Der Responsible Service of Alcahol Kurs berechtigt einen, in Bars, Restaurants und Pubs zu arbeiten, bzw. überall da wo Alkohol ausgeschenkt wird. Dort lernt man solche Sachen wie, dass wenn man einem Betrunkenen in Australien Alkohol gibt und erwischt wird 11.000 Dollar Strafe zahlen muss. Genauso wie, dass man einen Betrunkenen sofort vom Ort wo man arbeitet entfernen muss. Und wenn man einem unter 18 jährigem Alkohol ausschenkt bekommt man 12 Monate eine Unterkunft hinter schwedischen Gardinen und muss noch 11.000 Dollar zahlen.
Der Kurs war dann doch etwas interessanter als der am Tag zuvor. Die mehr als motivierte Referentin sagte zwischen drin nur: „Das ist wichtig“ und machte dann schnell weiter. So erwies sich der Test am Ende ein bisschen schwieriger, aber ich konnte meine 100% Quote halten. Was beim RSA Kurs aber neu war, wenn man eine Frage falsch hatte, sagte die „Prüferin“ das einem und man konnte sie verbessern. Also auch bei diesem Test war es fast unmöglich durchzufallen.
Zum Abendessen gab es dann Soja-Hühnchen mit gelber Paprika und Pita-Brot.

Heute ist ein Regenerations- und Bericht-schreibe-Tag. Daheim schreien schon alle nach neuen Berichten, Heute Abend muss ich noch entscheiden wo ich nächste Woche wohnen will. Da ist jetzt meine Tax File Number (Steuernummer) habe, kann ich mir endlich Arbeit suchen. Wir auch langsam Zeit, dass ich meine Reisekasse nicht mehr so stark belaste.

Ich versuche ab jetzt immer Wochenweise neue Berichte reinzustellen.

Bis dann.

Euer

Chris

FußBeach 5Collaroy Beach

Montag 28.09.2009
Mein Traum ist wahr geworden, ich bin in Australien. Als ich vom Flugzeug aus das Opernhaus und die Harbour Bridge gesehen habe, stellte sich ein Dauergrinsen auf meinen Gesicht ein. Nach dem Aussteigen ging es sofort zur ewigen langen Schlange bei der Passkontrolle, es gab auch zwei Express-reihen, aber dort durfte man nur stehen, wenn man kurz vorher im Duty Free eingekauft hatte.
Mit dem Stempel im Pass musste ich dann direkt zur Gepäckinformation, weil mein Koffer wie erwartet nicht da war. Die nette Frau erklärte ich, dass es noch in Kuala Lumpur ist und mit der Nachtmaschine morgen früh in Australien ankommen und mir dann ins Hostel geliefert wird. Einen Vorteil hatte es ja, ich musste den 20kg Rucksack nicht durch ganz Sydney schleifen, aber fast drei Tage mit den selben Klamotten herumzulaufen ist auch nicht gerade super. Tipp an dieser Stelle: Wenn ihr einen Stop-over Flug habt, packt immer einmal Kleidung mit ins Handgepäck, sicher ist sicher.
Mit dem Zug ging es dann erstmal nach Wynyard und von dort mit dem L90 Bus Richtung Collaroy. Ich bin dann zwei Haltestellen zu früh ausgestiegen, weil ich wusste, dass in der Nähe ein Golfplatz ist, blöd nur, dass auf dem Weg von Wynyard nach Collaroy vier Golfplätze sind. Mit dem L88 bin ich dann doch in Collaroy angekommen und habe erstmal eingechecked. Nach dem Einchecken ging es dann erstmal für ca. 5h ins Bett.
Der Blick aufs Meer hat mir wieder klar gemacht, dass ich wirklich am anderen Ende der Welt angekommen bin. Jetzt hoffe ich, dass morgen früh mein Rucksack ankommt und dann ist alles im Lot und verläuft nach Plan. Plan? Ich habe doch gar keinen.

Collaroy 2BeachhouseCollaroy 1

Samstag 03.10.2009
Die letzten paar Tage habe ich das Schreiben etwas vernachlässigt, aber ich versuche mich zu bessern. Was ist alles passiert?
Zunächst ist mein Rucksack am 29.09. mittags in Collaroy angekommen. Was für ein tolles Gefühl Duschen und danach frische Klamotten anzuziehen doch ist. Das erste Selberkochen nach über einem Monat war auch sehr interessant. In der Küche im Hostel gibt es nichts. Einen großen Gasherdblock, zwei Mikrowellen, und alte eingebrannte Töpfe und Pfannen von denen 2/3 dreckig und ungespült überall herumliegen. Aber für Pasta, Feta-Hähnchen mit Bratkartoffel und Soja-Hähnchen mit Pellkartoffeln hat es bis jetzt gereicht.
Das Einkaufen hier ist auch so eine Sache für sich. Es gibt in Collaroy einen kleinen Supermarkt, eher ein Tante Emma Laden, „Lucky 7“ einen Kiosk und ein paar kleine Geschäfte, aber das war es dann auch. Das einzige was es hier massig gibt ist Strand. Bis zum nächsten normal großen Supermarkt läuft man mehr als 2km in die eine, oder mehr als 2km in die andere Richtung. Man könnte sich auch ein Fahrrad vom Hostel ausleihen, blöd dabei ist nur, wenn man dann einkaufen will, wenn die Dinger für drei Tage in der Reparatur sind.
Das Highlight diese Woche, war der erste „Ausflug“ in die Stadt. ( von Collaroy bis in die Innenstadt braucht man ca., 45min mit dem Bus, wenn alles gut läuft)
Nachdem ich ein Konto bei der Commonwealth Bank eröffnet hatte ging es zum Hafen. Der Anblick der Harbour Bridge hat mir schon ein Lächeln aufs Gesicht gezaubert, aber dann die Oper zu sehen und an zufassen war der absolute Hammer. Ich bin wirklich in Sydney angekommen und habe das Wahrzeichen angefasst. Ich hätte den ganzen Tag auf den Treppen der Oper sitzen können und einfach nur genießen können, dass mein Traum wirklich wahr geworden ist.

Harbour Bridge and I

KlassenausflugHarbour 2Oper

Gestern stand dann das Treffen mit meinem Onkel Norman auf dem Plan. Nachdem ich meinen ersten Billabong Artikel ( ein schwarzes Cap) gekauft hatte, ging es mit dem Bus nach Tempe. Als ich dort ankam, war ich erstmal platt. Norman wohnt in einer Kirche. Mein Onkel wohnt in einer Kirche, die innen zu einer Wohnung umgebaut wurde. Sachen gibt’s, die gibt es gar nicht. Nach viel Familiengequatsche ging es dann nach Newtown in einen Irishpub, wo ich einen Freund von Norman (mir fällt der Name gerade nicht ein) einen waschechten Maori kennen lernte. Ein kleiner Spaziergang durch Newtown brachte uns dann zu unserem eigentlichen Ziel ins „Sultans table“ einem türkischen Restaurant. Das Essen dort ist weltklasse und ich war bestimmt nicht zum letzten Ma(h)l dort. Das frisch gebackene Fladenbrot mit den verschieden Dips, die Falaffels und die Grillplatte waren einfach genial. Die Nacht habe ich dann in der Kirche geschlafen, wer kann schon von sich sagen, dass er in einer Kirche geschlafen hat. Am nächsten Morgen ging es dann wieder nach Collaroy.
Das Wetter heute war einfach nur bescheiden. Regen und 14 Grad. Vor zwei Tagen waren es noch 33 Grad und reiner Sonnenschein und jetzt das. Hoffe es wird in den nächsten Tagen besser, weil eigentlich ist hier ja gerade Frühling und es sollte wärmer werden.
Jetzt muss ich nur noch überlegen, ob ich in Collaroy bleibe bis alle Unterlagen da sind oder ich das Hostel wechsle, vielleicht Richtung Newtown oder Glebe. Morgen weiß ich vielleicht mehr. Ich bin schon fast eine Woche hier. Unglaublich.

Sonntag 04.10.2009
Der Tag war eigentlich ziemlich unspektakulär, bis auf das Abendessen. Nach einem ganzen Tag voller nichts tun brachen drei deutsche Recken, Freddi, Dominik (unser Zimmergenosse aus Bayern) und ich zu ihrer Mission „deutsches Essen suchen“ auf. Mit dem Bus ging es nach Manly und schon standen wir vor dem Bavarian Beer Café. Drinnen sah es aus wie in einer Alpenhütte, mit offenem Feuer und Holzverkleidung an den Wänden. Natürlich spielten auch drei Deutsche, deutsche Blasmusik. Muss schon alles authentisch sein. Das einzige was nicht so ganz in das Bild passte war die offene Küche, wo heute bis auf zwei Leute nur Asiaten an den Herden standen. Die Gulaschsuppe war überragend und das „Swiss Schnitzel“ was auch lecker. Endlich mal wieder deftiges deutsches Essen. Deftig war dann auch die Rechnung, die bei mir knappe 50$, und bei den beiden anderen sogar noch mehr, betrug. Wenn ich eine Sache vermissen, dass ist es das deutsche Essen. Nach einem Monat in Asien, wo es nur Reis gab, kann das sicher jeder nachempfinden.
Nach einem kurzen Spaziergang ging es dann wieder mit dem Bus zurück nach Collaroy. Im Zimmer war dann dieser eklige Geruch von Mikrowellen-Reisegericht von unserem französischen Mitbewohner.

ManlyOper

Manly                                                                      Oper

Im Hostel lassen sich die Bewohner in drei Essensgruppen unterteilen:

Gruppe 1: Die Köche
Diese Gruppe gehört zu den kleineren im Hostel. Sie zeichnet sich vor allem durch frische Ware, wie Gemüse und Fleisch aus, die geschnitten und dann in der Pfanne richtig gekocht oder gebraten wird. Diese aussterbende Spezies verbringt die längste Zeit des Essen damit in der Küche um dieses zuzubereiten.
Vorteil: Frisches nahrhaftes Essen mit Geschmack
Nachteil: Längere Vorbereitungszeit und mehr Zeug zum Abspülen.

Gruppe 2: Tüte auf, heiß Wasser drauf
Diese Gruppe hat verschiedene Unterkategorien, das Prinzip ist jedoch das Gleiche. Die einen machen ihren Becher auf, leeren heißes Wasser drauf und die anderen machen die Tüte auf und leeren den Inhalt ins kochende Wasser.
Vorteil: Schnelles Essen, ohne oder fast gar kein Abspülen
Nachteil: Nicht sehr nahrhaft und wenig Variationsmöglichkeiten

Gruppe 3: Die Mikrowellenzubereiter
Der Name erklärt sich von alleine. Packung auf, Folie ab, Mikrowelle auf, Tür zu, warten, bing, Tür auf, Behälter raus, essen.
Vorteil: Sehr schnelles Essen ohne Abspülen oder sauber machen
Nachteil: Geschmacks- und Zusatzstoffe und sehr teuer.
Ich gehöre zu Gruppe 1!!!!!!!

Da in Manly kein Bett mehr frei ist und ich sowieso nicht ohne meine Steuernummer arbeiten gehen kann, bleibe ich noch eine weitere Woche im mehr als verschlafenen Collaroy. Diese Woche werde ich die verschieden Kurse in Angriff nehmen, die ich brauche um überhaupt auf dem Bau oder in einem Pub/Bar/Restaurant arbeiten darf und somit die Chance einen Job zu finden steigere.

Wie ihr gemerkt habt ist dieser Bericht anders als die anderen zuvor. Ich werde ab jetzt immer so Tagesberichte schreiben, wenn etwas interessantes passiert und versuchen sie regelmäßig zu aktualisieren.

Dankeschön an alle die diesen Block lesen. Nur wer liest ihn eigentlich alles? Von denen die mir Kommentare schreiben ( Dankeschön für das fleißige Kommentare schreiben, macht weiter so) weiß ich es ja, aber gibt es noch andere? Entweder ihr schreibt auch mal ein Kommentar oder ihr lasst es mich anderweitig wissen, wenn ihr nicht öffentlich dazu stehen wollt meinen Blog zu lesen. 🙂 *grins*

Bis dann.

Euer
Chris

Collaroy BeachPark

Wo ein Wille ist, da ist auch eine Waschmaschine und ein Schweizer Taschenmesser. Unsere nassen Klamotten konnten wir spät abends in Chiang Mai noch zum Wäscheservice geben und hatten somit am Morgen unserer Reise nach Samui trockene, saubere Klamotten. Wundervoll.
Das Problem mit der Klimaanlage haben wir auch gelöst. Was soll man tun, wenn die Klimaanlage nicht mehr funktioniert und die Rezeption nicht mehr besetzt ist? Richtig man nimmt ein Schweizer Taschenmesser, schaltet den Strom ab, nimmt eine Taschenlampe und schraubt das Ding einfach auf. Zu irgendwas muss doch Physik 4-Stündig bei Herrn Pflüger gut gewesen sein. Nach ein paar Minuten schraube ich das Ding wieder zusammen, stellte den Strom an und das Ding lief einwandfrei, okay bis auf die Tatsache, dass es es keine Temperatureinstellung gab und die Temperatur auf 18 Grad runter gekühlt wurde, aber gegen Kälte kann man sich zudecken.

Wir waren viel zu früh am Flughafen, was aber eher positiv war. Da wir mit Bangkok Airline geflogen sind, konnten wir in die Memberslounge sitzen und das Wlan nutzen. Nach einem 2 stündigen Flug kamen wir auf der Insel Kho Samui an. Der Flughafen sieht eher aus wie eine große Ferienanlage, nur kleine Häuser überall verteilt und alles mega grün. Mit dem Jeep ging es dann zu unserem Resort Crystal Bay. Sachen aufs Bett geschmissen, Badehose an und erstmal ins kristallklare Wasser. Schaut euch einfach die Bilder an, da brauch ich nichts mehr zu erklären.

Beach1Beach2

Am Tag darauf ging es dann schon weiter mit dem Highspeed Catamaran nach Kho Phangan, wo wir abends auf die Black Moon Party gehen sollten. Nach dem Einchecken im Resort holten wir erstmal eine Runde zu Schlafen, damit wir für die Party fit zu sind. Auf Kho Phangan gibt es jeden Monat vier große Parties Half Moon, Black Moon, Half Moon und Full Moon. Anscheinend sollen die Full Moon Partys legendär sein, doch wir haben den Neumond erwischt. Abends ging es dann mit dem Taxi zur Party. Eigentlich wäre es auch kein Problem reinzukommen, aber Freddi hatte nicht genügend Geld um den Eintritt zu bezahlen der bei 300THB (ca.6€) lag. Also was nun, erste Idee: Wir laufen die Straße vor entlang bis zum nächsten 7eleven wo bestimmt ein Bankautomat steht. Bankautomat gefunden, nur spuckte der kein Geld aus, weil Freddi angeblich den PIN dreimal falsch eingegeben hatte. Karte geht nicht, immer noch kein Geld, was nun? Zweiter Plan: Wir gehen zurück zur Party, wo Rollertaxis stehen, fahren zurück zum Resort holen Geld und fahren wieder zurück. Nach zweimal zehn Minten Rollerfahrt zu dritt auf einem Roller, ging es dann endlich richtig auf die Party. Wenn man auf Trance steht, ist es ein mega Event. Direkt am Strand, überall Schwarzlicht, alle Leute sind mit Neonfarben bepinselt und alle sind gut drauf. Da Trance nicht gerade unsere Musikrichtung ist, haben wir uns die ganze Zeit die Feuershow angeschaut und sind dann so gegen drei Uhr wieder zurück ins Resort.

Blackmoonparty

Nach zwei Relaxtagen, ging es dann wieder in Crystal Bay nach auf Samui. Am Morgen der Abreise grummelte es schon in meinem Magen, doch ich tippte einfach nur auf Hunger. Wieder im Crystal Bay angekommen weitete sich das Grummeln dann zu Magenkrämpfen aus. So verbrachte ich die drei Tage im Bett, auf und neben der Toilettenschüssel. Und mein einziges Nahrungsmittel war Wasser und Medizin. Da ging es mir richtig dreckig wie schon ewig nicht mehr. Hier noch ein Tipp, wenn ihr Magenkrämpfe habt und Zucker braucht, trinkt keine Cola, das hat eine verdammt eklige Farbe, wenn es wieder hochkommt. Vor dem Zimmer Palmen, Sandstrand, warmes Wasser und ich bin ans Bett/Toilette gekettet. Naja so war es nunmal. Da alles ein Ende hat, hatte auch mein Infekt ein Ende und zwar pünktlich am Vorabend vor dem Flug nach Bangkok.Beach3Beach4

Auf Samui gibt es auf einer Erhebung eine Aussichtsplatform mit einem Schrein darauf. Das interessante dabei ist, dass jedes Auto wenn es vorbeifährt, dreimal hupt und sich zum Schrein hin mit gefalteten Händen verneigt. Das Beste aber dabei ist, dass sie ja das Lenkrad dazu loslassen müssen und sich das ganze in einer Kurve abspielt. Aber wer in Bangkok Tuk Tuk gefahren ist, den schockt auf der Straße nicht mehr viel.

Am 25.09.2009 ging es dann wieder mit dem Flugzeug nach Bangkok. Gestern holten wir unsere maßgeschneiderten Anzüge ab und gingen danach in das Siam Center. Das Siam Center ist so etwas wie das KaDeWe in Berlin, doch viel viel größer. So ein großes Kaufhaus habe ich noch nie in meinem Leben gesehen, dort gibt es ALLES. Unser letzter Tag in Bangkok endete dann mit einem super leckeren mexikanischem Abendessen.

Anzug1Anzug2Anzug4Anzug3

Heute Mittag ging es dann mit dem Taxi zum Flughafen wo wir als erstes feststellen mussten, dass unser Flieger eine Stunde später losfliegt als erwartet. Als kleine Entschuldigung bekamen wir Essensgutscheine die wir in zwei Pizze investierten. Da wir nicht gleich starten durften bekamen wir nochmal 30 Minuten Verspätung dazu. Wir landeten also In Kuala Lumpur, stiegen aus und wurden gleich von einem Mann mit dem Schild „Sydney MH 123“ in Empfang genommen, den der Flieger sollte in zehn Minuten starten. Also ging es im Laufschritt zum nächsten Gate, nochmal schnell durch die Sicherheitskontrolle und in den nächsten Flieger. Was mit unserem Gepäck passiert erfahren wir wenn wir in Sydney landen, der Flughafenmitarbeiter versicherte uns, sie würden alles mögliche versuchen es umgeladen zu bekommen, zuversichtlich hörte sich aber ganz und gar nicht an. Jetzt bleibt abzuwarten, ob mein Rucksack morgen früh in Sydney auf dem Laufband liegt oder nicht, wenn nicht, muss ich ihn schon nicht durch ganz Sydney schleppen.^^
Schau ma mal. In ein paar Stunden bin ich in SYDNEY. JUHU!!!!

Bis dann.

Euer
Chris

Nachdem wir am 12.09.09 einen 6h Fußmarsch durch Bangkok gemacht, den großen schlafenden Buddha gesehen und den Wat Arun erklommen hatte. Ruhten wir uns am 13.09.09 erstmal in unserem geliebten Baan Dinso aus.

Wat ArunWar Arun 1

Abends ging es dann mit je 30kg Gepäck zu Fuß zum Hauptbahnhof von Bangkok. Nach einiger Wartezeit stiegen wir dann in den Nachtzug der uns in 13h von Bangkok in die zweit größte Stadt Thailands, Chiang Mai, bringen sollte. Nach dem Abendessen baute uns ein Bahnmitarbeiter innerhalb weniger Sekunden unser Nachtlager. Als alle Betten fertig waren sah es eher aus wie in einem U-Boot, als in einem Nachtzug. Man kann es eigentlich gar nicht beschreiben wie es sich anfühlt in seinem Bett zu liegen und nie ruhig liegen zu können, weil man die ganze Zeit hin und her geschaukelt wird, von der einen Seite zur anderen. Nach 13h 16min und ca. 650km Fahrt kamen wir auf die Minute pünktlich in Chiang Mai an. Die lange Reisezeit erklärt sich dadurch, dass wir alle 30-45min anhielten um neue Passagiere aufzunehmen. Nachtzug Bangkok – Chiang Mai ein Muss in Thailand.

BahnZug

Am Bahnhof wurden wir dann von einem Jeep abgeholt der uns zu unserem Hotel “Holiday Garden View“ brachte. Mit einer sehr sehr sehr sehr groben Karte von Chiang Mai machten wir uns auf um die Tempel der Altstadt zu besichtigen.

Mönchberg

Abends erlag ich dann meinem Drang nach europäischem Essen und verspeiste ein sehr leckeres Hähnchen Cordon Bleu mit Pommes (endlich ein Stück Fleisch und keinen Reis). Gut gestärkt ging es dann auf den legendären Nacht Bazar von Chiang Mai. Eigentlich gibt es an jeden vierten Stand das gleiche. T- Shirts, Uhren, Hüte, Schmuck, illegale DVDs/CDs in allen Variationen und Formen.

Am Morgen des 15.09.09 starteten ein spanisches Pärchen, ein japanisch/vietnamesisches Pärchen, zwei Französinnen, zwei Münchner, Freddi und ich auf eine drei tägige Trekkingtour durch den thailändischen Urwald. Erste Station war die Touristenpolizei wo wir Kopien unserer Ausweise hinterlassen mussten, im Fall, dass wir nicht mehr zurückkehren, damit die Polizei weiß, wenn sie daheim informieren muss. Das erste Highlight erwartete uns noch bevor wir einen Schritt mit Rucksack gemacht hatten: Das Elefantenreiten. Ein super Erlebnis, das man einmal im Leben gemacht haben muss.

Freddi und IchElefant

Zum Mittagessen erwartete uns wieder eine Überraschung, Reis mit Gemüse. Nachdem die Schuhe festgeschnürrt, das Wasser verstaut und die Rucksäcke auf dem Rücken fest gezurrt waren ging es unter der Führung unseres Führers Yo alias „Mogli“ in die tiefen des thailändischen Regenwaldes. So unterschiedlich die Nationen die auf die Reise gingen so unterschiedlich war auch das Schuhwerk mit dem der Regenwald in Angriff genommen wurde. Von Flip Flops über Joggingschuhe bis hin zu richten Wanderschuhen war alles vertreten. Nach einem zwei stündigem Fußmarsch kamen wir an einem Wasserfall an, wo wir uns erstmal erholen konnten. Nach einer weiteren Stunde bergauf erreichten ein kleines Bergdorf am Hang mitten im Urwald, was unser Lager für diese Nacht sein sollte. Nach einem sehr abwechslungsreichen Abendessen (Reis mit Gemüse) lernten wir beim gemütlichen Beisammensein, dass der thailändische Humor, doch etwas anders ist als der europäische. Viele Zaubertricks, Rätsel und Lachern später, schlüpften wir dann in unsere Schlafsäcke unter den Moskitonetze.

Wasserfall

FreddiIch Wasserfall

Hütte1

Am nächsten Morgen mussten einige dem Dschungel Tribut zollen. Die Spanierin ist abends die Treppen runter gefallen und hat sich dabei das Außenband gezerrt und J.B. verbrachte den ganzen Morgen überwiegend auf der Toilette und im Bett. Nur noch fünf tapfere Krieger ( Linda, Maylene, Adrian, Freddi und ich) aus Frankreich und Deutschland starteten am zweiten Morgen um noch weiter in den Urwald vorzudringen. Kaum los gelaufen ging es enorm steil nach oben, wo einige schon früh an ihre Grenzen stießen. Nach einer Runde Lianen schwingen sollten wir dann endlich zu spüren bekommen wie sich die Regenzeit im Regenwald anfühlt. Die längste Dusche die ich je in meinem Leben gemacht hatte endete nach drei Stunden beim Mittagessen wo es Nudelsuppe und Bambusholzwürmer mit Chilli gab. „Mogli“ genehmigte uns dann ein kleine Erholungsphase bevor es wieder gute zwei Stunden über Reisfelder, Flüsse und durch das Gestrüpp des Urwalds ging. Diese Nacht sollten wir direkt neben einem Wasserfall übernachten. Zwei Tage dauerschwitzen endeten erst einmal in einem Bad im super tollen Wasserfall. Das Abendessen war wie gewohnt abwechslungsreich (Reis mit Gemüse). Dat und Yo versuchten uns danach wieder mit ihren Tricks und Rätsel in den Wahnsinn zu treiben, was ihnen aber eigentlich nur bei Linda gelang. Die Nacht wurde überschatten von Klopfzeichen gegen den Boden unseres Bungalows. Dat erklärte uns am nächsten Morgen, dass es der „Spirit of the jungle“ war

u.LianenschwungUrwaldWasserfall2Dschungel

Die Höhenmeter die wir in den zwei vorangegangen Tagen zurückgelegt hatten, mussten wir natürlich auch wieder herunter laufen. Da es die ganze Nacht durch geregnet hatte erwies sich das ganze eher als eine Schlammrutschfahrt als an einen Bergabstieg. Gute drei Stunden später erreichten wir eine geteerte Straße wo uns Dat dann mit einem Jeep abholte und uns zum Mittagessen fuhr. Ich brauch wohl nicht zu erwähnen was es gab. Ich gebe einen Tipp: Es hat mit Reis und Gemüse zu tun. Als letzten Punkt stand dann noch die Bambusflossfahrt auf dem Plan. Auf zehn 12m lange Bambusbaumstämme mit alten Reifen zusammengeknotet, fuhren wir eine gute halbe Stunde flussabwärts ehe uns Dat wieder zurück zum Hotel brachte.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal Dat und „Mogli“ für die drei tollen und abenteuerlichen Tage im thailändischen Dschungel danken. Ihr habt mir mein persönliches Dschungelbuch beschert.
Auch ein mega dickes Dankeschön an meine Reisegefährten, vor allem an Adrian, Linda und Maylene es war einfach nur toll mit euch. Wir haben durchgehalten!!!!

Dat                                                     Yo alias „Mogli“

DatMogli

Als Fazit vom Urwald bleibt stehen, dass Nässe einem irgendwann nichts mehr ausmacht. Ob nach fünf Minuten laufen bei 95% Luftfeuchtigkeit vollkommen durchgeschwitzt oder durch Regenzeitregen vollkommen durchnässt macht keinen Unterschied. Diese drei Tage sind eine Erfahrung die ich nie wieder vergessen werde.

Heute Abend gab es dann nach einem ausführlichen Erholungsschlaf leider kein leckeren Reis mit Gemüse sondern ein simples großes Cordon Bleu mit Pommes. Jetzt gibt es nur noch ein kleines Problem: die nasse Wäsche. Eigentlich könnten wir sie ja dann auf Koh Samui trocknen, doch da wir mit dem Flugzeug fliegen haben wir ein Gewichtsproblem, weil nasse Kleidung ist leider schwerer als trockene. Und zu allem übel, funktioniert unsere Klimaanlage nicht. Schau ma mal wie es weitergeht.

Zimmer nach Dschungel

Das Zimmer nach drei Tagen im Dschungel.

Schuhe putzen Vergleich: Geputzter- Ungeputzer Schuh

Morgen früh geht es mit dem Flugzeug nach Koh Samui, wo dann endlich der Strand auf uns wartet.

Bis dann.

Euer Chris

Jetzt bin ich auf meiner Reise nach Australien in Thailand angekommen.

Über London lässt sich nicht mehr viel sagen. Es ist super interessant aber auch verdammt teuer. Gigi, du warst eine super Reisegefährtin, das müssen wir wiederholen!

Nun zu Bangkok. An Flughafen angekommen mussten wir erstmal die Passkontrolle überstehen und danach auf unsere Rucksäcke warten. Zum Glück gehörten wir dieses mal wieder nicht zu denen deren Koffer bei stop-over-Flügen verloren gingen. Wir machten uns erstmal auf die Suche nach einem Taxi. Eigentlich war ich tot müde, weil ich den Flug über fast nicht geschlafen habe, wenn es hochkommt, waren es zwei Stunden, aber als ich im Taxi saß war ich hellwach. Unserem Fahrer sind zwischen drin die Augen zugefallen und so wie ich das beurteilen kann gibt es in Thailand keine Straßenverkehrsordnung. Da fahren Roller, Tuc Tucs, Taxis, Busse und normale Autos wild durcheinander auf einer vier spurigen Straße fahren locker sechs Autos nebeneinander. Wozu gibt es den sonst den Standstreifen.^^ Im Hostel Baan Dinso angekommen haben wir für ca. 30min Fahrt mit dem Taxi knappe 8 Euro zusammen gezahlt. Das Hostel ist weltklasse und nicht umsonst beim weltweiten Hostelling International Rangking auf Platz 1. Denke, dass ich einen kleinen Extra Bericht nur über das Baan Dinso schreiben werde. Wir mussten dann noch eine gute halbe Stunde warten bis unser Zimmer fertig war und um 13 Uhr dann konnten wir uns endlich hinlegen. Ich bin sofort eingeschlafen, abends aufgewacht, was gegessen und wieder eingeschlafen.

Gestern wollten wir dann um 8 Uhr (3 Uhr in Deutschland, 2 Uhr in London) aufstehen. Aber sind dann doch erst um 11 Uhr aufgestanden. Ohne Frühstück sind wir dann los in den „Dschungel“ Bangkok.

Ich erzähl jetzt einfach mal ich den Tag erlebt habe und danach was alles dahinter steckt.

Kaum auf der Hauptstraße sind wir von Tuc Tuc Fahrern angesprochen worden, dass er uns für 10 Baht, das sind ca. 20 Cent zu den Top 5 Sehenswürdigkeiten in Bangkok fahren würde. Da wir laufen wollten und uns das komisch vorkam sind wir weiter gelaufen. Kurz vor dem Königspalast spricht uns ein netter alter Mann an, wohin wir wollten, als wir gesagt haben zum Königspalast meinte er, dass er erst um 15 Uhr aufmache, weil heute eine Zeremonie stattfindet. Er hat uns dann auf der Karte aufgemalt wo wir hingehen könnten bis der Palast wieder aufmacht. Am Besten sollten wir mit einem Tuc Tuc fahren, aber es gibt „gute“ und „böse“ Tuc Tucs wie er meinte. Er wollte uns ein Gutes und meinte zum Fahrer, dass er uns doch bitte an die und die Plätze fahren sollte für 40 Baht pro Person. Wir sind also eingestiegen und als erstes zum großen Buddha gefahren. Ein 54m großer goldener Buddha. Nach 2 weiteren Tempeln meinte unser Fahrer ob wir nicht kurz warten können weil er schnell aufs Klo musste. Neben unserem Tuc Tuc saß ein Mann der uns in sehr sehr gutem Englisch erzählte er besucht seinen Vater und arbeitet normalerweise in Amerika und warum gerade diesen Tempel ausgesucht hätten, da er nicht so bekannt aber trotzdem wunderschön ist. Wir haben ihm von dem Mann erzählt der uns die Sachen auf die Karte gemalt hatte. Er fragte dann, was unsere nächste Station sei und wir sagten „Voglee“. Er erklärte uns, dass es auch ein Insidertipp sei, da dort fast ausschließlich nur Thais ihre Anzüge kaufen und Voglee die Anzüge für Armani herstellt. Bei Voglee sind wir dann mega nett in Empfang genommen worden und haben uns dann für maßgeschneiderte klassisch schwarze Anzüge und 2 Hemden entschieden.
Danach ging es dann wieder zu einem Tempel und dann zur Touristeninformation der thailändischen Regierung um unseren restlichen Trip zu planen. Unsere letzte Station war dann der „golden Mountain“ ein riesiger aufgeschütteter Berg in Bangkok und wer hätte es gedacht wieder mit einem Tempel oben drauf. Da der Himmel seine Schleusen geöffnet hatte sind wir im strömenden Regen hoch gelaufen um festzustellen, dass die wegen dem Wetter alles zugemacht hatten. Und das war nicht so ein bisschen Regen innerhalb von Sekunden waren wir komplett durchnässt, Also wieder runter und dann heim ins Baan Dinso. Nach einem wie immer guten Essen im Hostel, habe ich mich dann ein bisschen schlau gemacht, weil es mir irgendwie am Ende doch alles komisch vorkam. Nach kurzer Recherche bin ich fündig geworden und dann hat alles doch einen Sinn gemacht, aber als nichtsahnender Tourist, der an die allgemeine Freundlichkeit der Thais glaubt denk man daran natürlich nicht.

Alle Personen die wir an diesem Tag getroffen hatten gehören zusammen und haben bei unserem Anzugkauf mitverdient. Der Mann der uns die Sachen in die Karte gemalt hat, der Tuc Tuc Fahrer, der Mann aus New York und natürlich die Leute bei Voglee. Ein perfektes Spiel des organisierten Verbrechens. Naja wahrscheinlich hätten wir die Anzüge irgendwo anderes billiger bekommen, aber so haben wir im wahrsten Sinne des Wortes Lehrgeld bezahlt. Und wenn alles einigermaßen läuft haben wir immer noch ein Schnäppchen gemacht.

Tempel und ichWeißer BogenFreddi und ich im BuddhatempelGroßer BuddahMonsunFreddi und Thai Schüler

Heute am 11. September haben Freddi und ich aber dann zum Gegenschlag ausgeholt.

Aufgestanden, geduscht und dann wieder in den Dschungel der Tuc Tuc Mafia. Wir liefen zum Königspalast wo uns dauernd Tuc Tuc Fahrer angesprochen haben aber wir haben nur abgewunken. Wieder hat uns einer versucht zu erklären, dass der Palast erst ab 3 Uhr offen hat wegen einer Zeremonie, Der Palast hast jeden Tag von 8:30 -15:30 Uhr durchgehend geöffnet 365 Tage im Jahr. Der Palast ist wirklich überwältigend, riesengroß bunt und alles mit Gold verziert.

Guard and IPalast 01Palast 02

Als wir fertig waren mussten wir zum Voglee um die Rohversionen der Anzüge anzuporbieren. Wir riefen also ein Tuc Tuc und haben ein Grünes erwischt. Der Mann meinte gestern, dass grün „schlecht“ sei, aber der hat uns ja sowiso einen mega Bären aufgebunden, der Fahrer wollte uns dann nicht dort hinfahren und wir haben ein zweites gerufen. Der meinte dann, dass wir noch bei einem Juwelier vorbeifahren, damit er einen Tankgutschein bekäme, da wir noch Zeit hatten und im Gegenzug nur 20 Cent zahlen mussten. Die Verkäuferin merkte schnell, dass wr kein Interesse hatten und hat uns dann sehr unfreundlich zur Tür gebeten. Da unser Fahrer keinen Tankgutschein bekommen hatte, sind wir zu einem weiteren Juwelier gefahren, Dort habe ich dann so getan, als ob ich etwas für meine Frau suchen würde und nach 10min sind wir dann raus gelaufen und der Fahrer hatte seinen Gutschein. Er meinte dann er wolle noch zu einem weiteren Juwelier fahren, ich habe ihn dann mit meiner bekannten sanften Stimmer klargemacht, dass er sofort zum Voglee fahren soll ohne wenn und aber. Eingeschüchtert ist er dann zum Voglee gefahren.
Im Voglee fragten die Schneider uns dann ob wir bei der Armee seien weil Freddi seine Tarnhose und wir beide unsere Wanderstiefel an hatten. Wir haben ihnen dann erzählt, dass wir seit 4 (Freddi) und 3 (Ich) Jahren bei der Bundeswehr sind und uns in Afghanistan kennen gelernt hatten und wir nach unserem Urlaub wieder zurück mussten. Plötzlich waren sie super zuvorkommend und unsere vier Hemden könnten wir sofort mitnehmen. Zu Fuß sind wir dann zum „Golden Mountain“ gelaufen wo wir dann endlich in den Tempel gehen durften und eine super Aussicht über ganz Bangkok hatten.

Golden MountainGM IchGM Freddi

Vorhin hatten wir ein super leckeres scharfes grünes Curry mit Chicken und einen Kuchen.

Ich bin zwei Tage in Bangkok und habe schon so viel erlebt und gelernt. Mal schaun was in den restlichen Wochen in Thailand noch so passiert. Ihr dürft gespannt sein.

Bis dann.

Euer
Chris

Das ist ein Tuc Tuc. Im ADAC Reiseführer steht: „TucTuc fahren ist wie Kamikaze im Autoscooter.

Tuc Tuc